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Köln - Kaum in der Bundesliga angekommen, durfte sich Timo Horn über einen Eintrag in die Geschichtsbücher freuen. Als erster Torwart blieb der 21-Jährige in seinen ersten vier Bundesliga-Partien ohne Gegentor. Eine Ehre, auf die der Schlussmann zugunsten zusätzlicher Punkte wohl gerne verzichtet hätte.

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  • Hinweis: Dieser Text ist Teil der bundesliga.de-Serie "Die jüngsten Stammspieler der Bundesliga". Hier geht es zur Übersicht aller Teile.

  • So schön es ist, als Torwart zu Null zu spielen, so ernüchternd ist es, wenn gleichzeitig die eigene Mannschaft ohne Treffer bleibt. So geschehen gegen Hamburg, in Paderborn und gegen Mönchengladbach. Drei torlose Unentschieden, ein 2:0-Sieg in Stuttgart, insgesamt immerhin sechs Punkte sprangen in den besagten ersten vier Spielen für den 1. FC Köln heraus.

    Horn bemängelt die Balance

    Kassiert der Torwart mehr Gegentore, als die Vorderleute schießen, ist es ähnlich ärgerlich. Wie beim 2:3 in Frankfurt, als es den U21-Nationaltorwart nach dem 0:1 in Hannover und der 0:2-Heimpleite gegen die Bayern gleich drei Mal erwischte. Wenigstens brachten seine Kollegen dort den Ball auch mal wieder im gegnerischen Gehäuse unter. "Wir haben wieder einmal unglücklich verloren. Wir hätten schon einige Punkte mehr haben können", haderte der Keeper mit der mangelnden Balance zwischen Defensive und Offensive.

    Obwohl beides gleichzeitig momentan nicht funktioniert, bleibt Horn gelassen: "Mut macht mir, dass wir uns wieder mehr Torchancen erarbeitet haben, als zuletzt. Auch der kämpferische Einsatz stimmte. Wir werden uns bald wieder dafür belohnen", ist er sicher.

    Nur 18 Gegentore im Aufstiegsjahr

    Seit der Saison 2012/13 ist der gebürtige Kölner die unangefochtene Nummer 1 im Tor des 1. FC Köln. Bereits ein Jahr zuvor war er in den Profikader aufgerückt, als dritte Kraft hinter Michael Rensing und Miro Varvodic. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga beförderte ihn Trainer Holger Stanislawski zum Stammkeeper. Bereits im "Übergangsjahr" in der 2. Bundesliga machte er mit starken Leistungen auf sich aufmerksam und kassierte in 33 Partien lediglich 33 Gegentore. Im Aufstiegsjahr 2013/2014 folgte noch einmal eine Steigerung. 32 Spiele, nur 18 Gegentore, 16 Mal zu null gespielt.

    Kölns großer Rückhalt avancierte zum Gesicht des „Effzeh“-Aufstiegs. Auch in der Bundesliga von Anpassungsschwierigkeiten keine Spur. Horn, der das moderne Torwartspiel verkörpert, meistert bislang souverän die neuen Herausforderungen.

    Mittelfristig könnte sogar eine Berufung in die A-Nationalmannschaft folgen. Bundestorwarttrainer Andreas Köpke jedenfalls hat den Kölner in Hinblick auf die Europameisterschaft 2016 als einen möglichen Kandidaten für die Nummer drei bereits auf dem Zettel.

    Markus Hoffmann

    Der 1. FC Köln im Startcheck