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Wissbegierig, auf und neben dem Platz ewig engagiert. Ein Mann, der den wenigen aber wohl gewählten Worten grundsätzlich auch Taten folgen lässt. Das ist Thomas Hitzlsperger. Doch auf dem Weg zum Spitzenspieler musste er viel Lehrgeld zahlen und sorgte für einige Unruhe.

Als letztes der sieben Kinder von Ludwig und Anneliese Hitzlsperger kam Thomas in München zur Welt. Er wuchs im Ortsteil Wagmühle in der bayrischen Gemeinde Forstinning auf. Dort machte er beim örtlichen VfB Forstinning seine ersten Gehversuche mit dem runden Leder.

Vom Bauernhof zum Trainingsplatz

Doch schon als Siebenjähriger zog es ihn an die Säbener Straße zum FC Bayern München. Zehn Jahre lernte Hitzlsperger dort das Fußballhandwerk von der Pieke auf und durchlief sämtliche Nachwuchsmannschaften des Rekordmeisters. Sechs Mal die Woche pendelte er vom Bauernhof seiner Eltern zum Trainingsgelände der Bayern und zurück.

Als die U-17-Weltmeisterschaft im Winter 2000 anstand, gehörte Hitzlsperger dazu. Alles deutete auf einen Profivertrag bei den Bayern hin - oder aber zumindest bei einem anderen renommierten Bundesliga-Club. Doch es kam ganz anders.

Hitzlsperger erhielt unmittelbar nach Ende der U-17-WM ein Angebot aus der Premier League für ein Probetraining bei Aston Villa. Er flog nach Birmingham - ohne dass sein Vater oder die Bayern davon wussten. Nur wenige Menschen weihte Hitzlsperger damals ein.

"Hitz The Hammer"

In England angekommen wurden die Nachwuchstalente in eine Lagerhalle geführt. Gegen die Betonwand sollten sie schießen. Was ungewöhnlich klingt, brachte Hitzlsperger einen Vertrag ein - und seinen Spitznamen.

Der Übungsleiter war entzückt über die Schusstechnik und die Schusshärte des Deutschen, der in seiner Kindheit oft mit seinen Brüdern Bälle gegen die Wände des Kuhstalls geschossen hatte. "Dein Schuss ist ein echter Hammer", hieß es. Thomas "The Hammer" Hitzlsperger war im Profigeschäft angekommen.

Endlich der Durchbruch

Daheim kam die Nachricht nicht gut an. Vor allem nicht in München. Uli Hoeneß war wenig erfreut über den Alleingang seines Talents. Doch Hitzlsperger spricht heute davon, dass diese Entscheidung die bislang wichtigste in seinem Leben gewesen sei. Sie habe ihn gelehrt, selbständig zu handeln und zu entscheiden.

Bei Aston Villa zahlte er lange Lehrgeld, ehe der Durchbruch kam. Schon in seiner zweiten Premier-League-Partie wurde Hitzlsperger zum "Man of the match" gewählt. Dann ging alles ganz schnell: Stammspieler, Publikumsliebling, Nationalspieler.

Neue Heimat Stuttgart

Im Sommer 2005 kehrte er nach Deutschland zurück und unterschrieb beim VfB Stuttgart. Endlich konnte sich auch die Bundesliga an dem vielseitigen und immer mannschaftsdienlichen Spieler erfreuen, dessen Schuss die Torhüter zur Verzweiflung bringt.

Zwei Jahre nach seiner Rückkehr in die Heimat gewann Hitzlsperger die Deutsche Meisterschaft mit den Schwaben. Auch in der Nationalmannschaft gehört er zum festen Stamm der Elf von Jogi Löw. Keine Frage: England mag ein Umweg gewesen sein. Doch heißt es nicht, der Weg ist das Ziel…

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