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Lange Zeit sah es auch am 6. Spieltag so aus, als müssten die Mainzer weiter auf den erstenAuswärtssieg warten. Mit 1:2 lag der Aufsteiger zur Pause in Bochum zurück, VfL-Stürmer Diego Klimowicz hatte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das zweite Tor für die Heimmannschaft erzielt. Doch dann ließ sich der Trainer etwas einfallen...

Erstmals hatte Tuchel seine Mannen in Bochum in einer 3-4-3-Formation aufs Feld geschickt mit Bo Svensson als zusätzlichem Innenverteidiger neben dem etablierten Duo Niko Bungert und Nikolce Noveski. Bei gegnerischem Ballbesitz wurde aus der Dreier- eine Fünferkette, da sich auf links Zsolt Löw und auf rechts Florian Heller zurückfallen ließen.

Insgesamt erzielten die Gäste beim VfL in der Vorwärtsbewegung zu wenig Wirkung. "Wir wollten die Schnittstellen in der Kette enger halten, um auf lange Bälle vorbereitet zu sein. Das ist nur teilweise aufgegangen", erkannte Tuchel, der in der Halbzeitpause seine Mannschaft mit einer Kabinenpredigt wachrüttelte und aufforderte, mutiger nach vorne zu spielen. "Es wurde schon laut", gab Kapitän Tim Hoogland später zu.

Nach Wiederanpfiff tauchte Svensson vor der Viererkette auf, Löw und Heller gingen zurück in die Defensive. Vorne spielte Aristide Bancé als einzige Spitze mit dem 18-jährigen André Schürrle als hängendem Stürmer dahinter. So wurde aus dem 3-4-3 ein 4-4-1-1 - der Schlüssel zum Erfolg. Die Mainzer zeigten mehr Sicherheit im Kombinationsspiel und ermöglichten mit zwei feinen Spielzügen Youngster Schürrle seine ersten beiden Tore in der Bundesliga und sich selbst den ersten "Dreier" auf des Gegners Platz. Manager Christian Heidel war nach elf Punkten aus sechs Spielen beinahe sprachlos: "Mir fehlen langsam die Worte."