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Im vergangenen Jahr war Michael Henke noch einer der Meistermacher an vorderster Front. Nun arbeitet der langjährige Assistenz-Trainer von Ottmar Hitzfeld im Hintergrund für den FC Bayern. Er scoutet und analysiert für Coach Jürgen Klinsmann die Gegner.

bundesliga.de sprach mit dem Bayern-Experten über das außergewöhnliche Spiel gegen Hoffenheim.

bundesliga.de: Sie können sehr zufrieden sein: Es war ein Sieg in letzter Minute gegen einen eigentlich ebenbürtigen Gegner...

Michael Henke: Das sind die schönsten Siege - wenn man ein Spiel, das sehr eng war, in der Nachspielzeit noch gewinnt. Solche Siege sind wichtig, gerade gegen Konkurrenten, die auch um die Spitze kämpfen.

bundesliga.de: Die Siege gegen Leverkusen und Hoffenheim haben den FC Bayern fast an die Tabellenspitze gespült. Welche Bedeutung haben die beiden Erfolge für Sie?

Henke: Wir haben zu Beginn der Saison einige Punkte liegen gelassen. Deshalb war es jetzt wichtig, dass wir kontinuierlich gepunktet haben - egal, gegen wen. Dass es nun zum Schluss die direkten Konkurrenten sind, ist ein bisschen Zufall. Aber so sind wir natürlich auch schnell an die Mannschaften rangekommen, die vor einigen Wochen noch mit Abstand vor uns standen. Und für das Selbstvertrauen ist es natürlich auch gut, wenn man Mannschaften schlägt, die hoch gehandelt werden.

bundesliga.de: Haben Sie Hoffenheim so stark erwartet?

Henke: Ja, ganz klar. Die stehen nicht durch Zufall da oben. Ich habe sie auch letztes Wochenende noch mal live gegen Bielefeld gesehen. Sie haben wirklich Qualität, auch wenn es etwas überraschend ist, dass ein Aufsteiger aus der 2. Bundesliga auf Tabellenplatz 1 steht. Das ist keine Mannschaft, die Angst hat vor den großen Bayern hat, sondern einfach ihren unbekümmerten Stil runterspielt. Sie hatten ja nichts zu verlieren. Es war ein Spiel auf Augenhöhe.

bundesliga.de: Was trauen Sie den Hoffenheimern in der Rückrunde noch zu?

Henke: Man hat ja gesehen, dass sie Qualität haben und auch auswärts beim Bayern München frech, selbstbewusst und mit Können spielen. Das ist mit Sicherheit eine Mannschaft, die am Ende auch mit oben dabei ist. Ob auf Platz 2, 3 oder 4, kann ich nicht sagen. Aber das traue ich ihnen auf jeden Fall zu.

bundesliga.de: Wo liegen die Unterschiede im Spielstil des FC Bayern des vergangenen Jahres und in der aktuellen Saison?

bundesliga.de: Man sollte sich mit dem Hier und Jetzt beschäftigen und keine Vergleiche mit der letzten Saison anstellen. Und im Hier und Jetzt spielen wir momentan sehr gut, sind in der Defensive sicher und haben unsere Torgefahr wiedererlangt.

bundesliga.de: Was sagen Sie zu Luca Tonis Leistung?

Henke: Für Luca Toni spricht, dass er bis zum Schluss kämpft und - obwohl er so viele gute Torchancen ausgelassen hat - dann doch letztlich das entscheidende Tor macht.

bundesliga.de: Wie wichtig ist es für Sie nun als Halbzeitmeister in die Winterpause zu gehen?

Henke: Als Bayern München musst Du immer das Ziel haben, als Tabellenführer in die Spiele zu gehen. Von daher muss die Tabellenspitze hundertprozentig das Ziel für das letzte Hinrundenspiel sein.

Das Gespräch führte Michael Gerhäußer