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München - Das 0:2 zum Abschluss der Champions League war bei den Bayern schnell vergessen. Nach dem Abpfiff in Manchester richteten sich die Gedanken fast umgehend in Richtung Stuttgart, wo der Rekordmeister am Sonntag (ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) in der Bundesliga zum Südgipfel antreten muss.

Und die Erwartungshaltung beim Tabellenführer ist hoch. "Wir haben uns in der Vorwoche gegen Bremen eindrucksvoll zurückgemeldet. Deshalb ist unser Selbstbewusstsein trotz der Niederlage in Manchester groß und wir gehen extrem positiv in das Spiel beim VfB", meinte Innenverteidiger Daniel van Buyten im bundesliga.de-Interview.

Grippewelle wohl ausgestanden

Van Buyten gehörte zu den Stammspielern, die in Manchester aufgrund einer Grippe- und Erkältungswelle geschont wurden. Wie van Buyten saßen auch Thomas Müller und Mario Gomez angeschlagen nur auf der Bank, Toni Kroos und Arjen Robben traten die Reise in den Norden Englands gar nicht erst an.

Doch das Lazarett hat sich wieder geleert. Am Donnerstag stieg mit Robben auch der letzte rekonvaleszente Spieler wieder ins Mannschaftstraining ein, so dass in Stuttgart lediglich Bastian Schweinsteiger nach seinem Schlüsselbeinbruch fehlen wird.

Sportdirektor Christian Nerlinger machte der Mannschaft deutlich, wie die Marschroute für die letzten drei Spiele in Stuttgart, gegen Köln und im DFB-Pokal gegen Bochum auszusehen hat.

Nerlinger fordert drei Siege

"Wir haben als Tabellenführer nur einen hauchdünnen Vorsprung. Den wollen wir halten und festigen. Damit wir hoch zufrieden in die Winterpause gehen können, müssen wir die nächsten drei Spiele gewinnen", forderte Nerlinger.

Ähnliche Ziele wie der FC Bayern hat der VfB Stuttgart. "Wir wollen die Bayern ärgern und ein gutes Spiel liefern. Aus den verbleibenden zwei Partien wollen wir sechs Punkte holen", sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia. Denn mit einem "Dreier" würden die Hausherren Anschluss an die Europapokalplätze halten.

Ein großes Problem hat Labbadia aber auf der rechten Seite der Viererkette. Da Khalid Boulahrouz mit einem Sehnenriss im Hüftbeuger für den Rest der Hinrunde ausfällt und auch sein Ersatz , Ex-Bayer Stefano Celozzi, verletzt fehlt, wird wohl Arthur Boka wie schon in Köln den Platz einnehmen und sich mit Ribery "herumschlagen". Ansonsten hat Labbadia alle Spieler an Bord.

Zahlen sprechen gegen Stuttgart

Die Vorzeichen stehen - zumindest auf dem Papier - dennoch eher schlecht. Denn der VfB hat bei sechs Niederlagen nur eines der vergangenen neun Pflichtspiele gegen Bayern gewonnen - das war am 27. März 2010 mit dem 2:1 in München.

Noch gut in Erinnerungen sind den Beteiligten die beiden Auftritte der Bayern kurz vor dem Weihnachtsfest des Vorjahres. Damals gewann der Rekordmeister erst in der Liga spektakulär mit 5:3 beim VfB, um nur drei Tage später im DFB-Pokal ein 6:3 in Stuttgart folgen zu lassen.

"Für die Fans wäre so ein Spiel natürlich wünschenswert", erklärte Bayerns van Buyten. "Aber ob es dieses Mal so wird? Auf jeden Fall ist Stuttgart auch eine Mannschaft, die den Weg zum Tor sucht. Vor heimischem Publikum will sich der VfB sicherlich auch von der allerbesten Seite zeigen. Die Stuttgarter werden uns das Leben nicht leicht machen."

Michael Reis