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Bremen - Während Bremens Trainer Viktor Skripnik überglücklich ist und sich sogar den Sieg-Ball gesichert hat, ist Bruno Labbadia nach seinem Comeback auf der HSV-Trainerbank enttäuscht. Die Stimmen zum Spiel Werder Bremen - Hamburger SV.

Viktor Skripnik (Trainer Werder Bremen): "Wir haben den 500. Heimsieg in der Bundesliga geholt - das ist großartig. Es war kein besonders hocklassiges Spiel, aber die drei Punkte nehmen wir gerne mit. Der siebte Platz ist Wahnsinn."

Bruno Labbadia (Trainer Hamburger SV): "Das ist natürlich eine große Enttäuschung. Aber wir dürfen uns nicht lange damit aufhalten, müssen die Mannschaft aufrichten und ihr einen Weg aufzeigen, wie wir es noch schaffen können."

"Es gab keinen Preis für Schönspielerei"

Thomas Eichin (Sportdirektor SV Werder Bremen): "Es war ein zähes, sehr schwieriges Spiel. Aber die Mannschaft hat die gewünschte Reaktion gezeigt. Es gab heute keinen Preis für Schönspielerei, sondern nur für den Sieg. Jeder war voll fokussiert und vom Trainerteam sehr gut eingestellt. Wir haben verantwortungsbewusst agiert und nicht so fahrlässig, wie zuletzt in Stuttgart. Dafür wurde die Mannschaft belohnt. Ein großes Kompliment an alle."

Sebastian Prödl (Spieler SV Werder Bremen): "Beide Mannschaften standen vor dem Spiel unter Druck, der HSV musste unbedingt gewinnen und wir auch. Wir wussten, dass die Hamburger irgendwann aufmachen müssen und haben die Ruhe bewahrt und auf unsere Chance gewartet. Das war so vom Trainerteam gewünscht. Das ist so etwas wie die neugewonnene Routine."

Clemens Fritz (Spieler SV Werder Bremen): "Das heutige Spiel hat mich sehr an das Hinspiel erinnert, nur das die Rollen diesmal andersherum waren. In Hamburg standen wir sehr tief. Durch den Aufschwung in den letzten Monaten waren wir heute die Taktgeber. Der Trainer musste bei diesem Spiel niemanden mehr heiß machen, alle wollten unbedingt den Sieg holen. Die Stadt und die Fans haben den Derbysieg erwartet. Sehr schön, dass es mit den drei Punkten geklappt hat."

Koen Casteels (Spieler SV Werder Bremen): "Es war kein gutes, sondern ein langsames Spiel mit wenigen Chancen. Die Ideen waren auf beiden Seiten nicht da. Nach 80 Minuten war ich mir sicher es endet 0:0."

"Außer uns selbst und den Fans hilft uns niemand"

Valon Behrami (Spieler Hamburger SV): "Bis zur 83. Minute hatten wir alles im Griff. Dass wir dann mit einer guten Leistung verlieren, ist natürlich bitter. Dann aber auch noch durch so einen Elfmeter zu verlieren, ist doppelt bitter. Im Zweikampf gibt es zwar einen Kontakt zwischen uns, aber im Prinzip geht er von alleine zu Boden. Und eine Rote Karte war es auch nicht. Er stand mit dem Rücken zum Tor und drei Gegenspieler um ihn herum. Jetzt haben wir noch fünf Spiele, aber die Leistung, die wir bis zum Elfmeter gezeigt haben, macht mir Mut und Hoffnung, dass wir es schaffen werden. Ich glaube daran, dass wir am Ende die Klasse halten werden." 
 
Ivica Olic (Spieler Hamburger SV): "Wir hätten heute mehr verdient gehabt. Wir hatten gute Chancen und hätten in Führung gehen können, in den entscheidenden Momenten hatten wir allerdings Pech. In der ersten Halbzeit waren wir besser, in der zweiten hat dann Bremen den Druck erhöht und wir haben auf Konter gelauert. Aber in unserer jetzigen Situation entscheidet eben ein Fehler das ganze Spiel."
 
René Adler (Spieler Hamburger SV): "Die Niederlage tut unglaublich weh. Ein Punkt wäre mehr als verdient gewesen. Wir haben bis zum Elfmeter genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen und der Trainer vorgegeben hatte. Ob es jetzt tatsächlich ein Elfemter war, weiß ich nicht. Dazu müsste ich mir die Szene noch einmal anschauen, aber es war auf keinen Fall eine Rote Karte. In der Situation hat mir auch ein bisschen das Fingerspitzengefühl beim Schiedsrichter gefehlt. Aber es geht weiter, wir haben keine Zeit zum Jammern."

Heiko Westermann (Spieler Hamburger SV): "Natürlich kann man sich über den Elfmeter aufregen, das habe ich auch. Aber direkt davor wird einer unserer Spieler klar geblockt, doch das Spiel läuft weiter. Mit der Roten Karte ist es dann natürlich eine Vierfachbestrafung. Bis dahin haben wir ein kompaktes, ordentliches Spiel gezeigt. Wir hatten Möglichkeiten, den Lucky Punch zu setzen, diese aber nicht genutzt. Jetzt sind es noch fünf Spiele, das nächste gegen Augsburg, da müssen wir dreifach punkten. Auf Hilfe brauchen wir nicht warten. Außer uns selbst und den Fans, die heute wieder überragend waren, hilft uns niemand."