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Bremen - Ernüchterung an der Weser: Nach dem 7. Spieltag ist der SV Werder Bremen, der auf eine ruhige Saison im Mittelfeld der Tabelle gehofft hatte, Schlusslicht der Bundesliga. Im Startcheck wirft bundesliga.de einen genauen Blick auf die bisherigen Auftritte der Hanseaten.

Anspruch und Wirklichkeit

Das war geplant:

"Wir wollen schnell sein in unseren Aktionen, schnell umschalten", hatte Sebastian Prödl gefordert. Trainer Robin Dutt verlangte von seinen Spielern, dass sie im bevorzugten 4-4-2-System "agieren und nicht reagieren" sollen.

So ist es gelaufen:

Wunsch und Wirklichkeit haben bei Werder bislang nur bedingt etwas miteinander zu tun. Zwar versucht Bremen das Spiel zu machen, aufgrund von Fehlern im Aufbauspiel ist es aber meistens der Gegner, der schnell umschaltet und die Bremer in der Vorwärtsbewegung klassisch auskontert - in sechs der sieben Saisonspielen lagen die Bremer zurück (Ergebnisse). Damit kommen die Hanseaten zwangsläufig doch wieder in die Situation, vornehmlich auf das Spiel des Gegners reagieren zu müssen.

Die besten Saisonstarter:

Tops&Flops

Das war gut:

  • Einzig die Verteidiger von Wolfsburg erzielten mehr Tore (fünf) als die Abwehrspieler von Bremen (drei).

  • Bremen traf am häufigsten im Anschluss an eine Flanke (vier Mal). Durchschnittlich führte jede 18. Flanke zu einem Treffer - das ist die beste Quote der Liga.

Das war schlecht:

  • Bremen hat die höchste Fehlpassquote der Liga. 35,5 Prozent aller Pässe landeten beim Gegner.

  • Bremen ist die Mannschaft mit den meisten Gegentoren (16).

Wie haben die Transfers eingeschlagen?

Mittelprächtig:

Es bleibt dabei: Das glückliche Händchen auf dem Transfermarkt, um das die Bremer Verantwortlichen in der Vergangenheit so sehr beneidet wurden, greift nicht mehr richtig zu. Stabilität und Kreativität sollten die Neuen bringen, funktioniert hat das bislang nicht. Zwar sind Fin Bartels und Alejandro Galvez Stammspieler, als herausragend können ihre bisherigen Leistungen aber nicht bezeichnet werden. Der mit viel Vorschusslorbeeren verpflichtete Mittelfeldtechniker Izet Hajrovic kommt auch noch nicht zur Entfaltung und war zuletzt gegen Freiburg erstmals über 90 Minuten nur Bankdrücker.

Die beste Saisonleistung

Alejandro Galvez


Am 2. Spieltag gegen die TSG 1899 Hoffenheim zeigte der noch sehr wechselhaft agierende Spanier, das er für Bremen eine echte Bereicherung sein kann. Der 25-Jährige war oft am Ball (76 Mal) und setzte als defensiver Mittelfeldspieler auch in der Offensive Akzente (drei Torschüsse, ein Tor).

Der jüngste Stammspieler

Davie Selke, 20. Januar 1995

Mit sechs Toren hatte Davie Selke im Sommer maßgeblichen Anteil am EM-Titel der U19-Nationalmannschaft. Sein Berater konnte sich vor Anfragen anderer Clubs kaum retten. Doch Selke machte früh klar, dass er "zu 100 Prozent" bei Werder weitermachen wolle. Und so kam es. Im September verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis 2018 und gab in der Bundesliga Gas. Er kam 2014/15 in allen Pflichtspielen zum Einsatz, traf in der Liga und auch im DFB-Pokal. Die Entwicklungskurve zeigt nach oben. Nun ist der 19-Jährige schon der Hoffnungsträger an der Weser.

Dieses Lied singt die Stadt

"Try" (von Pink)

Die Bremer warten in dieser Saison noch immer auf den ersten Saisonsieg. In den meisten Spielen waren sie nah dran, verbrannten sich am Ende mit ihrer offensiven Spielweise aber häufig die Finger und blieben ohne Dreier. Doch an der Weser wird kein Trübsal geblasen. Die Grün-Weißen lassen sich nicht unterkriegen und versuchen weiter, ihre Spielphilosophie durchzudrücken.

Michael Reis