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Hannover - Durchwachsen ist Hannover 96 in die Saison gestartet. Das Team von Trainer Tayfun Korkut rangiert daher momentan auf Tabellenplatz 8. Zu Hause sind die Niedersachsen noch ohne Punktverlust, in der Auswärtstabelle steht Hannover dagegen ohne Sieg auf dem letzten Platz. Im Startcheck wirft bundesliga.de einen genauen Blick auf den bisherigen Saisonverlauf.

Anspruch und Wirklichkeit

Das war geplant:

Konter, Ballbesitz, und temporeiches Umschaltspiel. Tayfun Korkuts geplante Spielphilosophie war es, nicht ausrechenbar zu sein, das schnelle Umschalten nach Balleroberung umzusetzen und ein blitzschnelles Spiel nach vorne einzuleiten. Es war das große Ziel des Trainers diese Momente des Spiels zu verinnerlichen und zu verknüpfen.

So ist es gelaufen:

Zu Hause ist Hannover 96 wie eine Macht, auswärts dagegen harmlos. Mit vielen guten Ansätzen und neuen Spielertypen sind die Niedersachsen flexibler im System geworden. Ihnen fehlt allerdings die Kontinuität. Mit Teamgeist und dem angestrebten schnellen Konterspiel drehte Hannover einen innerhalb von drei Minuten einen 0:1 Rückstand gegen Schalke 04. Den Rückenwind des 2:1-Erfolgs nahm das Team von Tayfun Korkut mit in die Partie gegen den 1. FSV Mainz 05 und den Hamburger SV. Mit einer starken Defensive gegen die Mainzer und der frechen Effektivität im Abschluss gegen den HSV, blieben die Roten bis zum dritten Spieltag ungeschlagen. Aufgrund fehlender Stabilität folgten abgesehen von dem Sieg über den 1. FC Köln drei Niederlagen (gegen den SC Paderborn, den VfB Stuttgart und Bayern München), in denen die Hannoveraner etwas aus der Spur gerieten.

Die besten Saisonstarter:

Tops&Flops

Das war gut:

  • Hannover 96 gewann 66,7 Prozent der Defensiv-Kopfballduelle - das ist Ligaspitze.
  • Das gegnerische Mittelfeld richtet wenig aus. Einzig Bayern ließ weniger Gegentore durch Mittelfeldspieler zu (null) als Hannover 96 (eins).

Das war schlecht:

  • Nur zwei Mannschaften haben weniger Tore erzielt als Hannover 96 (fünf).
  • Hannover 96 ist die Mannschaft mit den wenigsten Großchancen, nur vier Mal erspielte man sich eine hundertprozentige Möglichkeit.

Wie haben die Transfers eingeschlagen?

Nocht nicht in Top-Form:

So einen großen personellen Umbruch wie zu Beginn der Saison gab es bei Hannover 96 noch nie. Zehn neue Spieler wurden verpflichtet. Allen voran: Joselu, der als Hoffnungsträger im Sturm alle Partien von Beginn an spielte und dabei zwei Tore erzielte. Die durchwachsene Punkteausbeute spiegelt sich auch in den Leistungen der Spieler wieder. Hiroshi Kiyotake kam zwar ebenfalls in jeder Partie von Beginn an zum Einsatz, zeigt sich allerdings noch mit Anfangsschwierigkeiten. Auch Miko Albornoz und Ceyhun Gülselam (beide 6 Einsätze) zählen zum neuen Stammpersonal, haben was die Stabilität in der Abwehr angeht, allerdings auch noch Luft nach oben.

Die beste Saisonleistung

Edgar Prib


Am 1. Spieltag gegen den FC Schalke 04 ist Prib an fünf der acht Hannoveraner Torschüsse beteiligt. Das 1:1 schießt er selbst und das 2:1 bereitet er vor. Auch sonst ist Prib sehr präsent, führt die meisten Zweikämpfe (44), läuft am meisten (11,7 Kilometer) und legt die meisten Sprints hin (41).

Der jüngste Stammspieler

Leonardo Bittencourt, 19. Dezember 1993

So jung und trotzdem eine feste Größe in der Bundesliga. Das Fußballspielen hat Leonardo Bittencourt bei Energie Cottbus gelernt. Über Borussia Dortmund ging es zu seinem jetzigen Verein Hannover 96. Leonardo Bittencourt spielt seit dem Jahr 2013 für die Niedersachsen und ist bei Hannover 96 angekommen. Bereits mit 20 Jahren hat sich der gebürtige Leipziger als Stammkraft in der Bundesliga etabliert. Seine Stärken sind die Technik mit dem Ball und die Passgenauigkeit, wodurch er immer wieder Gefährlichkeit vor dem gegnerischen Tor erzeugen kann (zum Portrait).

Dieses Lied singt die Stadt

"Wir sind die Niedersachsen" (Hermann Grote)

"Wir sind die Niedersachsen,
sturmfest und erdverwachsen"

So lautet der Beginn des Refrains eines Liedes, das jeder Niedersachse kennt. Sturmfest und erdverwachsen sind die Hannoveraner allerdings bisher auch nur innerhalb von Niedersachsen:

Im eigenen Stadion gab das Team von Trainer Tayfun Korkut bisher keine Punkte ab (3 Siege). Alle bisher erzielten Tore gelangen in der Heimat. "Sturmfest" waren die Hannoveraner also bisher nur in der HDI-Arena. Sobald die Roten ihr Bundesland Niedersachsen allerdings verlassen, klappt es nicht mehr mit den Siegen (3 Niederlagen, ein Unentschieden). Sieben der acht Gegentore kassierte Hannover außerhalb des "erdverwachsenen" Niedersachsen.

Patrick Eckholt