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Augsburg - Der FC Augsburg ist durchaus ordentlich in die Saison gestartet. Nach dem Pokal-Aus und zwei Niederlagen in den ersten zwei Bundesliga-Spielen haben die Fuggerstädter die Kurve bekommen und grüßen aus dem gesicherten Mittelfeld. Zufrieden ist man damit aber noch nicht. Im Startcheck wirft bundesliga.de einen genauen Blick auf den bisherigen Saisonverlauf.

Anspruch und Wirklichkeit

Das war geplant:

Wie schon in den vergangenen Jahren sollte das Kollektiv der Augsburger Trumpf sein. Trotz der Abgänge von Kevin Vogt und Matthias Ostrzolek wollte Coach Markus Weinzierl an seinen bevorzugten Spielsystemen (4-2-3-1 oder 4-1-4-1) festhalten. Abgestellt werden sollte vor allem die Standard-Schwäche.

So ist es gelaufen:

Die Balance zwischen Offensive und Defensive ist weiterhin ausbaufähig, die Standard-Schwäche nicht abgestellt. Vier Gegentore kassierte der FCA nach ruhenden Bällen, selbst erzielte man nur zwei Treffer. Insgesamt fehlt es vor dem gegnerischen Kasten an Durchschlagskraft. Einzig beim 4:2-Sieg gegen Werder Bremen überzeugte die Offensivabteilung vollends. Immerhin präsentiert sich die Truppe als gewachsene und eingeschworene Einheit.

Die besten Saisonstarter:

Tops&Flops

Das war gut:

  • Augsburg gewann 57 Prozent der Defensiv-Zweikämpfe - Ligaspitze.
  • Das Umschaltspiel funktioniert: Nur Gladbach gab mehr Kontertorschüsse ab (15) als Augsburg (zwölf).

Das war schlecht:

  • Nur Frankfurt lief durchschnittlich weniger pro Spiel (113,4 Kilometer) als Augsburg (113,8 Kilometer).
  • Nur Wolfsburgs Stürmer kamen seltener zum Abschluss (zehn Mal) als die von Augsburg (13 Mal).

Wie haben die Transfers eingeschlagen?

Baba sofort eine Bank:

Abdul Rahman Baba kam aus der 2. Bundesliga nach Augsburg und ist aus dem Team bereits jetzt nicht mehr wegzudenken. Der 20-jährige Ghanaer absolvierte alle sieben Spiele über die volle Distanz und bereitete als Linksverteidiger zwei Treffer vor. Ebenfalls einen brauchbaren Start legte Tim Matavz hin, der sich im ersten Spiel in die Torschützenliste eintragen konnte. Seitdem reicht es beim Slowenen jedoch nur für die Jokerrolle. Dieses Schicksal teilt er mit dem ehemaligen Ingolstädter Caiuby, dem auf der linken Seite noch die Bindung zum Spiel fehlt. Markus Feulner, Nikola Djurdjic sowie der Ex-Mainzer Shawn Parker sind bislang nur Mitläufer.

Die beste Saisonleistung

Raul Bobadilla


Am 3. Spieltag gegen Eintracht Frankfurt bringt sein Treffer dem FCA die ersten Punkte der Saison. Bobadilla ist an acht der 17 Augsburger Torschüsse beteiligt (vier Schüsse, vier Vorlagen). Eine starke Bilanz, schließlich wird er schon nach 75 Minuten ausgewechselt.

Der jüngste Stammspieler

Abdul Rahman Baba, 2. Juli 1994

Er kam, sah und sicherte sich einen Stammplatz. Obwohl Baba die Bundesliga bereits aus der Fürther Abstiegssaison 2012/13 kennt, war dies nicht unbedingt zu erwarten. Die Zahlen sprechen jedoch eine klare Sprache. Vor allem defensiv lässt sich der 20-Jährige nur selten abkochen. In der Offensive hingegen hat er noch Luft nach oben. Die sportliche Führung der Augsburger prophezeit ihm in jedem Fall eine erfolgreiche Zukunft. Und auch Ghanas Nationaltrainer Kwesi Appiah setzt auf das Defensivtalent.

Bislang kannte die Karriere des talentierten Verteidigers nur eine Richtung: steil nach oben. Auch deshalb die Entscheidung für den Wechsel nach Augsburg. "Viele Spieler kommen als unbeschriebenes Blatt und haben hier die Möglichkeit, ein besserer Spieler zu werden. Diese Chance will ich auch nutzen und mich in der Bundesliga durchsetzen", erklärte er vor seinem ersten Spiel. Das hat er (zum Porträt).

Dieses Lied singt die Stadt

"In The Middle" (Jimmy Eat World)

Hey, don't write yourself off yet
It's only in your head you feel left out or looked down on
Just try your best
Try everything you can
And don't you worry what they tell themselves when you're away

It just takes some time
Little girl, you're in the middle of the ride
Everything, everything will be just fine
Everything, everything will be alright, alright

Drei Siege, vier Niederlagen, acht Tore, neun Gegentore, Tabellenplatz 10 - viel mehr Mitte geht für den FCA nach sieben Spieltagen kaum. Die jüngsten Auftritte der Augsburger geben jedoch Grund zur Hoffnung auf bessere Tabellenplätze. Die Mannschaft kennt sich und setzt die Anforderungen des Trainers immer besser um. Also Augsburg, nicht verzagen, everything will be allright...

Thomas Ziemann