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Frankfurt - Sieben Spiele, zwölf Punkte, Platz 5 in der Bundesliga - die Bilanz von Eintracht Frankfurt ist positiv. Im Startcheck wirft bundesliga.de einen genauen Blick auf den bisherigen Saisonverlauf.

Anspruch und Wirklichkeit

Das war geplant:

Die Spielphilosophie von Thomas Schaaf ist klar: Pressing, schnelles Umschalten und direkte Pässe nach vorne sollen das Spiel der Eintracht unter dem neuen Trainer zielstrebiger und variabler machen. Zudem gilt es, die in weiten Teilen veränderte Mannschaft zu einer harmonierenden Einheit zu formen. 

So ist es gelaufen:

Überraschend gut. Zwölf Punkte aus sieben Spielen, zwölf Tore (die drittmeisten), drei Siege, drei Remis, nur eine Niederlage, Platz fünf - beeindruckende Zahlen, die sich die Eintracht durch mutigen Offensivfußball erarbeitet hat, auch wenn dabei noch einige Fehler im Spielaufbau zu beobachten waren. Dennoch, allein sieben der 12 Frankfurter Treffer gehen auf das Konto der beiden Stürmer Alexander Meier (4) und Haris Seferovic (3). Nach zuletzt zwei Siegen (2:1 in Hamburg, 3:2 gegen Köln) kann die Eintracht nun in der Länderspielpause in Ruhe arbeiten und sich auf die vermeintlich lösbaren Aufgaben gegen Paderborn und Stuttgart vorbereiten.

Die besten Saisonstarter:

Tops&Flops

Das war gut:

  • Gute Offensive: Nur zwei Mannschaften erzielten mehr Tore als Frankfurt (zwölf).
  • Frankfurt traf am häufigsten im Anschluss an eine Flanke (vier Mal).

Das war schlecht:

  • Frankfurt lief durchschnittlich nur 113,4 Kilometer pro Spiel - alle anderen Teams spulten mehr Kilometer ab.
  • Einzig gegen Bremen trafen Mittelfeldspieler öfter (acht Mal) als gegen Frankfurt (sieben Mal).

Wie haben die Transfers eingeschlagen?

Sehr gut

Trotz des personellen Umbruchs harmoniert das Team bereits erstaunlich gut. Die meisten Neuzugänge haben die Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Allen voran WM-Teilnehmer Haris Seferovic, der mit drei Toren und zwei Vorlagen voll eingeschlagen hat. Zudem haben sich Aleksandar Ignjovski,  Slobodan Medojevic und Makoto Hasebe als echte Verstärkungen erwiesen. Auch Timothy Chandler und Lucas Piazon kamen in dieser Saison bereits zu Startelf-Einsätzen. Einzig die schwere Verletzungen von Nelson Valdez (Kreuzbandriss) trübt das positive Gesamtbild.

Die beste Saisonleistung

Alexander Meier


Am 7. Spieltag gegen den 1. FC Köln läuft das Frankfurter Urgestein zur Höchstform auf. Meier schnürte seinen achten Doppelpack in der Bundesliga. Erstmals gelingt ihm dies per Kopf. Insgesamt gibt er sechs Torschüsse ab, kein Spieler auf dem Platz versucht es häufiger. Eine rundum gelungene Vorstellung.

Der jüngste Stammspieler

Lucas Piazon, 20. Januar 1994

Mit seinem Freistoßknaller beim Hamburger SV ist der brasilianische Offensivspieler mit einem Schuss ins Rampenlicht gerückt. Die Leihgabe vom FC Chelsea ist auf einem guten Weg, kann sich aber in vielen Bereichen noch steigern (zum Portrait). "Lucas merkt jetzt die Veränderung. Es ist ein Unterschied, in Holland zu spielen oder in der Bundesliga. Er muss sich anpassen", so Thomas Schaaf, der den jungen Brasilianer langsam aufbauen will. Seine Freistoßtechnik ist allerdings schon sehr ausgefeilt. Beim FC Chelsea hat ihn sein Landsmann David Luiz unter seine Fittiche genommen. Eine Beziehung, von der die Eintracht in Hamburg profitierte.

Dieses Lied singt die Stadt

"Erbarme, die Hesse komme!" (Rodgau Monotones)

Nach der durchwachsenen Vorsaison mit Platz 13 schickt sich die Eintracht an, wieder in höhere Tabellenregionen vorzustoßen. Obwohl es immer noch ungewohnt ist, ihn im roten Eintracht-Shirt zu sehen, scheint Werder-Bremen-Ikone Thomas Schaaf genau der richtige Mann für dieses Vorhaben zu sein. Doch bevor der Traum von einer erneuten Europapokal-Teilnahme nach 2013 Wirklichkeit werden könnte, steht noch eine Menge Arbeit an. „Wir wollen mal nicht gleich wieder durchdrehen“, mahnt Alex Meier vor einer zu hohen Erwartungshaltung.

Markus Hoffmann