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Mainz - Nach dem Aus in der Europa League und dem DFB-Pokal drohte dem 1. FSV Mainz 05 ein klassischer Fehlstart. Doch der neue Coach Kasper Hjulmand bekam die Kurve. Nach sieben Spielen stehen die Rheinhessen im oberen Mittelfeld, sind immer noch ungeschlagen - den Neuzugängen sei Dank. Im Startcheck wirft bundesliga.de einen genauen Blick auf den bisherigen Saisonverlauf.

Anspruch und Wirklichkeit

Das war geplant:

In Mainz gibt es fast jedes Jahr einen Umbruch, meistens ist dieser ab auf Zu- und Abgänge im Kader bezogen. Dieses Mal gab es den Wechsel an der Seitenlinie. Kasper Hjulmand übernahm das Traineramt von Thomas Tuchel. Der Däne legte von Anfang an mehr Wert auf Ballbesitz und Spielkontrolle als sein Vorgänger. Auch stand die taktische Flexibilität im Vordergrund der Vorbereitung.

So ist es gelaufen:

Anspruch und Wirklichkeit kommen sich immer näher, seit die Mannschaft kurz vor dem Transferschluss am 31. August mit fünf neuen Spielern verstärkt wurde. Vor dem 1. September schien der Trend abwärts zu gehen: Aus in Europa-League und DFB-Pokal schlugen schwer auf das Mainzer Gemüt. Nach dem 1. September und mit den Verstärkungen wachsen Hjulmand und die Spieler aber immer besser zusammen. Das Ergebnis in der Liga kann sich sehenlassen: Mainz 05 ist noch ungeschlagen und wieder auf dem Weg einen Umbruch zu meistern und sich in der Liga zu etablieren.

Die besten Saisonstarter:

Tops&Flops

Das war gut:

  • Kein anderes Team nutzte seine Großchancen so gut wie Mainz: Aus 80 Prozent der hundertprozentigen Möglichkeiten resultierte ein Tor.
  • Mainz gehört zu den laufstärksten Teams der Liga, nur drei Mannschaften liefen durchschnittlich mehr pro Spiel als Mainz (118,5 Kilometer).

Das war schlecht:

  • Der FSV lässt viel zu: Einzig gegen Bremen kamen die Gegner öfter zum Torschuss (112 Mal) als gegen Mainz (105 Mal).
  • Selbst kommen sie zu selten zum Abschluss: Einzig Köln gab weniger Torschüsse ab (64) als Mainz (66).

Wie haben die Transfers eingeschlagen?

Frischer Wind durch Neuzugänge:

Kurz Ende der Wechselperiode erhöhten die Neuzugänge den Konkurrenzkampf und die Qualität. Jonas Hofmann ist nicht mehr wegzudenken aus der ersten Elf und kompensiert die Weggänge von Eric Maxim Choupo-Moting und Nicolai Müller auf der Außenbahn. Der ehemalige spanische U 21-Nationalspieler Jairo deutete bei Kurzeinsätzen auf dieser Position sein Potenzial an, Rückkehrer Sami Allagui ist ein gestandener Erstligaprofi. Philipp Wollscheid hingegen hatte Pech, ihn warf ein Muskelfaserriss aus der Bahn. Pablo de Blasis ist ein guter Ergänzungsspieler.

Die beste Saisonleistung

Shinji Okazaki


Am 3. Spieltag gegen Hertha BSC beweist der Angreifer seine Klasse. Der Japaner erzielt seine Tore Nummer 27 und 28 und ist somit der alleinige japanische Rekordtorschütze in der Bundesliga. Wieder einmal beweist er seine Knipser-Fähigkeiten.

Der jüngste Stammspieler

Johannes Geis, 17. August 1993

Als Johannes Geis im Juli 2013 nach seinem Wechsel von der Spvgg Fürth vorgestellt wurde, drang gleich sein großes Selbstvertrauen durch. Er wolle Stammspieler werden und eine ähnliche Entwicklung nehmen wie andere junge Spieler in Mainz, die als Talente kamen und schnell etablierte Bundesligaspieler wurden. 16 Monate später ist Geis mit seiner Übersicht, seiner Passsicherheit, seinem strategischen Geschick und seiner Zweikampfstärke nicht mehr aus dem defensiven Mittelfeld der Mainzer (zum ausführlichen Portrait) wegzudenken. Er hat den Sprung in die U 21-Nationalmannschaft geschafft und steht auch bei Bundestrainer Joachim Löw auf dem Zettel der interessanten Spieler für die Zukunft.

Dieses Lied singt die Stadt

"Big in Japan" (Alphaville)

Der Song von  Alphaville klang 1984 schon wie Sehnsucht. Diese Sehnsucht nach Erfolg in Japan hat auch Mainz 05, das sich ja immer treu bleibt und trotzdem immer neu erfindet. Vor genau dieser Herausforderung steht der Klub mal wieder. Der Verdrängungswettbewerb wird größer, weil potente Vereine wie RB Leipzig und Ingolstadt nach oben streben. Und weil Shinji Okazaki ein großer Werbeträger in Japan ist, plant Manager Christian Heidel eine Werbeoffensive in Fernost. Derzeit sind die Spiele der Okazaki-Mainzer in Nippon laut Heidel die meistgesehenen TV-Spiele der Liag – nach denen der Bayern. Mainz 05 big in japan? Die Sehnsucht danach ist jedenfalls groß.

Tobias Schächter