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Köln - Mit sechs Gegentreffern stellt der 1. FC Köln die drittbeste Abwehr der Bundesliga. Eine beachtliche Leistung für einen Aufsteiger. Im Angriff drückt allerdings der Schuh. Im Startcheck wirft bundesliga.de einen genauen Blick auf den bisherigen Saisonverlauf.

Anspruch und Wirklichkeit

Das war geplant:

Sich variabel auf den Gegner einstellen. Mal kompakt  in einem 4-2-3-1, mal offensiver mit zwei Spitzen. Aus einem kompakten Defensivverbund bei Balleroberung schnell umschalten, mutig nach vorne spielen und zum Torabschluss kommen. 

So ist es gelaufen:

Durchwachsen. Auf der einen Seite ein sicheres Abwehrbollwerk, auf der anderen Seite mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive, wo der verletze Torjäger Patrick Helmes schmerzlich vermisst wird. Abgesehen von der Partie in Frankfurt verdeutlichen die Ergebnisse der ersten sechs Spieltage das Kölner Dilemma. In fünf Partien (drei Mal 0:0, zwei Niederlagen) blieb das Team von Trainer Peter Stöger ohne Torerfolg - Ausnahme: das 2:0 in Stuttgart. Die Angriffsbemühungen gehen insgesamt bislang deutlich zu Lasten der defensiven Absicherung. Eine offensivere Ausrichtung in Frankfurt führte zuletzt zu drei Gegentoren. Köln sucht noch nach der Balance.

Die besten Saisonstarter:

Tops&Flops

Das war gut:

  • Nur zwei Mannschaften kassierten weniger Gegentore als Köln (sechs).
  • Köln hat gemeinsam mit Augsburg die zweikampfstärkste Defensive (57 Prozent).

Das war schlecht:

  • Nur der Hamburger SV erzielte weniger Tore (zwei) als Köln (vier).
  • Und wieder Platz 17: Nur der HSV hat eine schlechtere Trefferquote als Köln: Durchschnittlich landete nur jeder 16. Torschuss im Tor.

Wie haben die Transfers eingeschlagen?

Mittelprächtig:

Während Kevin Vogt (2 Assists) und Yuya Osako (1 Tor) die Offensive der Domstädter grundsätzlich beleben, hat "Königstransfer" Simon Zoller noch Anpassungsschwierigkeiten. Der Stürmer, der in der vergangenen Saison für den 1. FC Kaiserlautern in der 2. Liga 13 Mal erfolgreich war, ist bislang noch ohne Torbeteiligung. Pawel Olkowski (sechs Einsätze) bot sowohl als Rechtsverteidiger, als auch auf der rechten Außenbahn solide Leistungen. Slawomir Peszko, Tomas Kalas und Dusan Svento traten bisher kaum bzw. gar nicht in Erscheinung.

Die beste Saisonleistung

Jonas Hector


Am 4. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach zeigt der Linksverteidiger eine herausragende Leistung im Rheinischen Derby. Hector ist Kölns zweikampstärkster Spieler (74 Prozent gewonnen). So nimmt er Gladbachs Offensivspieler Andre Hahn fast komplett aus dem Spiel. Der Fohlen-Flügelflitzer gewinnt im Umkehrschluss nur 18 Prozent seiner Zweikämpfe.

Der jüngste Stammspieler

Timo Horn, 12. Mai 1993

Der Kölner Schlussmann brauchte nicht lange, um sich in die Geschichtsbücher einzutragen. Als erster Torhüter blieb der 21-Jährige in seinen ersten vier Bundesliga-Partien ohne Gegentor. Seit der Saison 2012/13 ist der gebürtige Kölner die unangefochtene Nummer eins im Tor des 1. FC Köln. Bereits ein Jahr zuvor war er in den Profikader aufgerückt, als dritte Kraft hinter Michael Rensing und Miro Varvodic. Nach dem Abstieg beförderte ihn Trainer Holger Stanislawski zum Stammkeeper. Kölns großer Rückhalt avancierte zum Gesicht des „Effzeh“-Aufstiegs. Auch in der Bundesliga von Anpassungs- schwierigkeiten keine Spur. Horn, der das moderne Torwartspiel verkörpert, meistert bislang souverän die neuen Herausforderungen (zum Portrait).

Dieses Lied singt die Stadt

"Mer stonn zo dir, FC Kölle" (De Höhner)

Nach zwei Jahren in der 2. Bundesliga hat sich die Sehnsucht der Fans erfüllt. Endlich wieder Bundesliga-Fußball in Köln-Müngersdorf. Mit entsprechender Inbrunst wird vor jedem Heimspiel die FC-Hymne stimmungs- und eindrucksvoll zelebriert. Auch wenn Trainer Peter Stöger zu Bedenken gibt, dass "wir uns daran gewöhnen müssen, Spiele zu verlieren", wird dies der Stimmung in der Domstadt (vorerst) keinen Abbruch tun. Zu groß ist derzeit die Euphorie um den "Effzeh". Im Text der Höhner heißt es: "Un mer jonn mit dir, wenn et sin muss durch et Füer". Übersetzt: Und wir gehen mit dir, wenn es sein muss durchs Feuer. Einstimmung auf eine heiße Saison im Kampf um den Klassenerhalt. 

Markus Hoffmann