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Es ist das Spiel der Spiele für Russland: Gegen Deutschland (ab 16:45 Uhr im Live-Ticker) muss die "Sbornaja" fast schon gewinnen, um sich noch direkt für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika qualifizieren zu können.

Dabei können sich die Russen der Unterstützung der Fans gewiss sein. Das Luschniki-Stadion in Moskau ist mit 75.000 Plätzen ausverkauft und hätte wohl mit drei oder vier Mal so vielen Menschen gefüllt werden können. Die Nachfrage war riesig.

Die Chancen stehen für die Hausherren auch nicht schlecht. Denn in den bisherigen 51 Heimspielen in der WM-Qualifikation hat Russland noch nie verloren - und das bei 42 Siegen!

Doch welche Mannschaft wird Trainer Guus Hiddink, der Multitasker und Messias, ins Rennen schicken? bundesliga.de stellt das russische Team vor.

Torwart

Das Urteil des ehemaligen Karlsruher Sergej Kirjakov über Igor Akinfeev ist zweifelsfrei: "Er ist einer der besten Torhüter in der Welt!" Der 23-jährige Akinfeev wird von vielen internationalen Topclubs umworben. Schon mit 17 Jahren wurde er Stammtorwart bei CSKA Moskau und feierte dort seit seinem Debüt drei Meisterschaften und ein mal den Gewinn des UEFA-Cups. Seine große Stärke ist sein ruhiges aber bestimmtes Auftreten, das sich positiv auf seine Vorderleute ausstrahlt. "Seine Kommandos sind klar und deutlich", so Kirjakov. Flanken fischt Akinfeev mit einer unglaublichen Sicherheit aus der Luft. Er kam bislang in allen acht Quali-Spielen über 90 Minuten zum Einsatz, spielte fünf Mal zu Null und kassierte nur vier Gegentore - zwei gegen Deutschland und je eins in den Partien gegen Wales.

Abwehr

Vor Akinfeev spielen in der Innenverteidigung seine beiden Mannschaftskollegen von ZSKA Moskau, Vasiliy Berezutskiy und Abwehrchef Sergey Ignashevich. Das eingespielte Duo ist enorm kopfballstark und so wird es für Miroslav Klose und Mario Gomez im Luftkampf nicht einfach. Ignashevich spielte als einziger Feldspieler alle 720-Quali-Minuten. Er hat mit 66 Prozent die beste Zweikampfstatistik bei den Hausherren. Auf der rechten Seite ist Aleksandr Anyukov von Zenit St. Peterburg gesetzt. "Er hat einen unglaublichen Offensivdrang und er schlägt unheimlich präzise Flanken", lobt Kirjakov. Auf der linken Seite könnte Yuriy Zhirkov, Ballacks Teamkollege bei Chelsea, wieder zum Einsatz kommen. Kein russischer Spieler schlug aus dem Spiel heraus mehr Flanken als Zhirkov.

Mittelfeld

Im Mittelfeld der Russen hat Sergej Semak von Champions-League-Teilnehmer Rubin Kasan das Sagen. Er verpasste auch noch kein Quali-Spiel. Mit seiner Erfahrung ist der älteste Spieler im russischen Kader Gold wert. Die Arbeitsbiene im Mittelfeld ist Igor Semshov. Ein technisch versierter Spieler, der in der Defensive und Offensive Qualitäten hat. Zudem ist er für seine feine Schusstechnik bekannt. Konstantin Zyryanov ist Hiddinks Allroundwaffe in der Offensive. Er kann dort eigentlich jede Position bekleiden und ist auch deshalb in allen acht Qualifikations-Spielen im Einsatz gewesen. Nach Arshavin ist er der beste Vorbereiter in der russischen Mannschaft. Diniyar Bilyaletdinov kommt in dieser Saison beim FC Everton noch nicht so zum Zuge. Der rechte Mittelfeldspieler durfte in der Premier League erst ein Mal von Beginn an ran.

Angriff

Der Star in der russischen Mannschaft ist Andrey Arshavin. Auf ihm ruhen die Hoffnungen der Fans. "Von seiner Leistung hängt viel ab. Er kann die Mannschaft mitreißen. Wenn er einen guten Tag erwischt, dann werden wir das Spiel auch gewinnen", sagt Kirjakov. Arshavin ist schnell, trickreich und torgefährlich. Fraglich ist, wer neben Arshavin stürmt. Roman Pavlyuchenko plagt sich noch mit Achillessehnenproblemen herum. Stuttgarts Pavel Pogrebnyak wäre ein Ersatz, weil Hidding gegen die großgewachsene DFB-Abwehr wohl auf einen kopfballstarken, wuchtigen Spieler setzt. Doch auch Aleksandr Kerzhakov von Dynamo Moskau ist eine Alternative. Der traf in 21 Ligaspielen immerhin schon zehn Mal.

Zusammengestellt von Michael Reis