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München - Torgefährlichere Abwehrspieler, besser kontern, die Elfmeter verwandeln. Die Bundesligisten haben zu Beginn der Vorbereitung auf die Rückrunde noch großes Verbesserungspotenzial. bundesliga.de erklärt, wo es in der Hinrunde haperte.

Im sechsten Teil der Serie beschäftigt sich bundesliga.de mit den Problemstellen des FC Bayern, von Bayer Leverkusen und Dortmund.

FC Bayern München - Platz 1, 42 Punkte

Die Münchner sind nach der überragenden Hinrunde eigentlich über jeden Zweifel erhaben, trotzdem gibt es noch winzige Optimierungsmöglichkeiten. Die einzige Hinrunden-Niederlage kassierten die Bayern gegen Leverkusen und gaben in der Allianz Arena insgesamt drei Mal Punkte ab (Remis gegen Gladbach und Dortmund). Mit 44 Treffern erzielte der Tabellenführer zwar mit Abstand die meisten, ließ jedoch 20 Großchancen aus - so viele wie kein anderes Team. Die Verteilung der Bayern-Tore ist sehr mittelfeld- und angriffslastig. Mit Dante (Foto) und David Alaba trafen nur zwei Abwehrspieler. Verbesserungswürdig erscheint die Durchschlagskraft nach Eckbällen. Aus 122 Versuchen (Liga-Höchstwert) resultierten lediglich zwei Treffer. Gleich zehn andere Bundesliga-Clubs stehen in dieser Statistik vor den Bayern.

Bayer Leverkusen, Platz 2, 33 Punkte

Leverkusens Höhenflug kam etwas unerwartet, ist aber keineswegs unverdient. Immerhin schaffte das Team des Trainerduos Lewandowski/Hyypiä, was keiner anderen Mannschaft in der Hinrunde gelang: Die Rheinländer besiegten die Bayern. Dennoch hat die "Werkself" Luft nach oben. 14 Mal ging Bayer in Führung, gab im Anschluss aber noch vier Mal Punkte ab. Auswärts hat der Tabellenzweite vor allem defensiv Probleme. Keeper Bernd Leno (Foto) blieb deshalb in der Fremde nie ohne Gegentor. Standardsituationen waren in der Hinrunde auch keine große Stärke der Leverkusener, die nur zwölf Prozent der Treffer nach ruhendem Ball erzielten. Bezeichnend: Bayer wartet immer noch auf das erste Elfmeter- oder Freistoßtor.

Borussia Dortmund, Platz 3, 30 Punkte

Das Erfolgsgeheimnis des amtierenden Doublegewinners war in den vergangenen Jahren stets das perfekte Umschaltspiel. Doch genau das gelingt dem BVB in dieser Saison nicht mehr. Nach Kontern feuerte die Dortmunder Offensive nur zwölf Torschüsse ab - so wenige wie kein anderes Team der Liga. Die Gegner haben sich scheinbar besser darauf eingestellt. Doch nicht nur die Offensive bereit Trainer Jürgen Klopp (Foto) Sorge, auch die Defensive wirkt nicht so souverän wie in den Vorjahren. In der Hinrunde kassierte die Borussia 20 Gegentreffer, so viele wie noch nie unter Klopp. Besonders bei hohen Bällen ist der Tabellendritte anfällig, ließ sieben Kopfballgegentreffer zu. Nach eigener Führung fehlte der Klopp-Elf oft die letzte Cleverness - ganze vier Mal verspielte sie ein 1:0.

Christoph Gailer