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Rom - Angeführt von einem überragenden Arjen Robben hat sich der FC Bayern München schon einen Tag vor dem Segen des Papstes überirdisch präsentiert. Die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola erteilte in der Champions League dem italienischen Vizemeister AS Rom beim historischen 7:1 (5:0)-Triumph eine Lehrstunde und ist nach ihrem höchsten Auswärtssieg in der Geschichte der Königsklasse nur noch einen Erfolg vom Einzug ins Achtelfinale entfernt.

Angesichts der beeindruckenden Machtdemonstration spendete sogar Perfektionist Guardiola seinem Team während des Spiels mehrfach Szenenapplaus. Arjen Robben (9./30.), Mario Götze (23.), Robert Lewandowski (25.), Thomas Müller (36./Handelfmeter), Franck Ribéry (78.) und Xherdan Shaqiri (80.) veredelten mit ihren Treffern die bemerkenswerte Vorstellung. Das erste Pflichtspielgegentor nach 813 Minuten durch Gervinho (66.) konnte die Freude nicht trüben.

"Die erste Halbzeit war exzellent von uns. Wir wurden sehr gut eingestellt vom Trainer, er hat uns die Schwachstellen beim Gegner gezeigt", sagte Weltmeister Müller bei Sky.

Audienz beim Papst mit Sieg im Gepäck

Eine Privataudienz im Vatikan bei Papst Franziskus am Mittwoch beendet die perfekte Münchner Reise in die Ewige Stadt, bevor am Sonntag das Bundesliga-Topspiel bei Verfolger Borussia Mönchengladbach ansteht. In der Champions League kann das Zwischenziel Achtelfinale und der Gruppensieg nach der optimalen Ausbeute von neun Punkten bereits am 5. November mit einem weiteren Erfolg gegen Rom perfekt gemacht werden.

"Es gibt keine gute Taktik ohne gute Spieler. Dieser Verein hat tolle Leute und tolle Spieler, es geht nur darum, das Beste aus ihnen herauszuholen. Es war eine sehr gute erste Halbzeit, die letzten zehn Minuten waren fantastisch. Wir waren aggressiv, haben gute Entscheidungen getroffen. Wir freuen uns auf den Vatikan-Besuch", so Pep Guardiola nach der Partie.

Robben erwischt die Römer eiskalt

Den Beweis trat der Double-Gewinner vor 62.292 Zuschauern von Beginn an äußerst eindrucksvoll an. Robben traf in für ihn typischer Manier sehenswert ins lange Eck, nachdem ihm Gegenspieler Ashley Cole sehr viel Platz gelassen hatte. Nach der schnellen Führung wirkten die Gäste für einen kurzen Moment unkonzentriert, doch Nationaltorhüter Manuel Neuer verhinderte gegen Gervinho den Ausgleich (10.).

In der Folge übernahmen die Münchner aber das Kommando und spielten mit dem überforderten Gegner Katz und Maus. Xabi Alonso und Philipp Lahm kurbelten im Mittelfeld einen Angriff nach dem anderen an, Robben, Götze, Müller und Lewandowski wirbelten vorne die überforderte Römer Abwehr immer wieder durcheinander.

FCB zaubert und vollendet gnadenlos

Nachdem Lewandowski noch an AS-Torhüter Morgan De Sanctis (14.) gescheitert war, traf Götze nach schönem Hackentrick von Müller von der Strafraumgrenze per Flachschuss zum 2:0. Danach war die Gegenwehr der hoffnungslos unterlegenen Gastgeber gebrochen. Die Bayern zauberten und trafen nach Belieben. Lewandowski köpfte eine Flanke von Juan Bernat ein, ehe der polnische Nationalspieler Robben vor dem 4:0 freispielte. Müller setzte mit seinem Elfmeter den Schlusspunkt in einer denkwürdigen ersten Halbzeit, die Erinnerungen an das historische WM-Halbfinale Deutschland gegen Brasilien (7:1) weckte.

Von Francesco Totti (38) war derweil überhaupt nichts zu sehen. Der älteste Torschütze in der Geschichte der Champions League blieb zur Pause entnervt in der Kabine.

Benatia an alter Wirkungsstätte

Guardiola bot Mehdi Benatia an seiner alten Wirkungsstätte von Beginn an rechts in der Dreierkette auf. Der marokkanische Nationalspieler wurde nach seinem Wechsel im Sommer bei jeder Ballberührung gnadenlos ausgepfiffen, zeigte sich davon aber unbeeindruckt und passte sich dem hohen Niveau seiner Mitspieler nahtlos an.

In der zweiten Halbzeit schalteten die Münchner, auch von der teils harten Gangart der Italiener beeindruckt, zunächst einige Gänge zurück. Gervinho traf aber nur den Pfosten, Sekunden später rettete Neuer gegen den eingewechselten Alessandro Florenzi (54.). Nach einer Stunde reagierte Neuer gegen Gervinho glänzend, ehe der AS-Angreifer per Kopf traf. Die eingewechselten Ribéry und Shaqiri stellten dann den höchsten Auswärtssieg der Bayern in der Königsklasse (bisher 5:0) sicher.

SID

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