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Dortmund - Mit einer Glanzvorstellung und dem besten Saisonstart seiner Bundesliga-Geschichte hat sich Tabellenführer Borussia Dortmund auf den Champions-League-Auftakt eingestimmt.

Vier Tage vor dem ersten Gruppenspiel am Mittwoch beim SSC Neapel gewann der deutsche Vizemeister hochverdient mit 6:2 (2:1) gegen den Hamburger SV auch das fünfte Saisonspiel. Für die Hanseaten blieb nach bislang nur vier Punkten der erhoffte Befreiungsschlag aus.

"Es war einfach geil, es hat Spaß gemacht, zuzuschauen. Hintenraus und immer mal wieder im Spiel ist mir schon das Herz aufgegangen. Und alles außer den Gegentoren und den Standards haben wir auch gut verteidigt", sagte BVB-Coach Jürgen Klopp und lobte vor allem eine Vorlage von Reus auf Lewandowski: "Wenn du so ein Ding durchlässt, kommst du in den Himmel."

Dortmund legt los wie die Feuerwehr

Pierre-Emerick Aubameyang (19. und 65.) mit seinem vierten und fünften Saisontor sowie Henrikh Mkhitaryan (22.) mit dem dritten Saisontreffer legten den Grundstein zum Sieg. Darüber hinaus machten Robert Lewandowski (73. und 81.) und Marco Reus (74.) die angekündigte Revanche für die beiden bitteren Niederlagen in der letzten Spielzeit (2:3 auswärts und 1:4 im Heimspiel) gegen die Hanseaten perfekt. Für den HSV trafen Zhi Gin Lam (26.), der sein erstes Bundesliga-Tor erzielte, und Heiko Westermann (49.) zum zwischenzeitlichen 2:2.

Die Borussen gingen nach den Demütigungen der Vorsaison in der ausverkauften Arena von der ersten Minute an hochmotiviert und aggressiv zu Werke und hatten bereits in der 4. Minute durch Mkhitaryan ihre erste große Chance.

Hamburgs Coach Thorsten Fink sah zunächst eine weitere Parade von Nationaltorhüter Rene Adler nach einem Schuss von Lewandowski (10.) und einen Kopfball von Mats Hummels an die Latte (13.). Wenig später bestätigte Aubameyang Torjäger-Qualitäten und schoss aus spitzem Winkel zum 1:0 ein. Drei Minuten später bediente Robert Lewandowski den Armenier Henrikh Mkhitaryan per Hackentrick, bevor dieser Adler keine Chance ließ.

Hamburg kommt zurück und wird dann abgeschossen

Wie aus heiterem Himmel sorgte in dieser Phase der sträflich freistehende Lam mit einem platzierten Schuss aus 20 Metern für den Anschlusstreffer. Es war der erfolgreiche Abschluss einer der spärlichen Angriffsversuche der Hanseaten.

"Das Einzige mit dem wir tausendprozentig nicht zufrieden sein können, ist das Ergebnis. Wir hätten höher führen müssen, der HSV hat nur einmal auf das Tor geschossen", resümierte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke bei "Sky" in der Halbzeitpause.

Wenig später erlebte er auf der Tribüne eine ungeordnete Abwehr nach einem Freistoß von Rafael van der Vaart, was Westermann nach einem Stellungsfehler von Neven Subotic per Kopf zum überraschenden Ausgleich nutzte. Danach verloren die Borussen kurzfristig den Faden, kamen aber dennoch zu weiteren hochkarätigen Chancen, scheiterten jedoch zunächst am überragenden Adler.

Machtlos war der HSV-Keeper jedoch beim vorentscheidenden 3:2 von Aubameyang. Danach trumpfte der BVB auf und nutzte seine Möglichkeiten konsequent, der HSV zerfiel wieder einmal in seine Einzelteile.

Spieler des Spiels: Pierre-Emerick Aubameyang

Pierre-Emerick Aubameyang erzielte zwei Treffer selbst, es waren seine ersten in Dortmund. Außerdem legte er für Robert Lewandowski (zum 4:2) und Marco Reus (zum 5:2) auch noch zwei Treffer auf, war also an vier der sechs Tore der Dortmunder direkt beteiligt. Der BVB-Flitzer legte zudem nicht nur den schnellsten Sprint der Partie (35,1 Kilomter pro Stunde) hin, sondern auch die meisten Tempoläufe (51 Sprints, ligaweiter Saisonrekord).