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Hannover - Hannover 96 hat dem 1. FC Köln die erste Saisonniederlage zugefügt und ist in die Spitzengruppe der Bundesliga vorgeprescht. Die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut besiegte den Aufsteiger mit 1:0 (1:0) und knackte als erstes Team den rheinischen Abwehr-Beton.

Der 96-Treffer durch Joselu (6.) bedeutete für die Kölner im fünften Spiel das erste Gegentor der Saison - und das Ende einer historischen Serie. So hatte FC-Keeper Timo Horn seinen Kasten als erster Schlussmann in seinen ersten vier Spielen in der deutschen Eliteklasse sauber gehalten und mit 365 Minuten ohne Gegentor Bundesliga-Geschichte geschrieben. "Das Null-Gerede hat damit endlich ein Ende", sagte Horn.

Köln in der Offensive nicht zwingend genug

Die Niedersachsen demonstrierten gegen durchaus engagierte Gäste einmal mehr ihre beeindruckende Heimstärke. 96 gewann trotz einer durchwachsenen Leistung auch die dritte Partie vor eigenem Publikum und schraubte seine imposante Serie auf saisonübergreifend 16 Punkte aus 18 Spielen. "Mit der Art und Weise unseres Spiels sind wir nicht zufrieden, aber die Punkte bleiben hier."

Damit konnte sich Horn nicht anfreunden: "Unfassbar, dass wir mit leeren Händen nach Hause fahren. Mindestens ein Punkt wäre verdient gewesen, in der zweiten Halbzeit war es ein Spiel auf ein Tor."

Köln wurde bei der Rückkehr von Manager Jörg Schmadtke an seine alte Wirkungsstätte dagegen einmal mehr seine Schwäche in der Offensive zum Verhängnis. Das Team von Trainer Peter Stöger erspielte sich zwar einige Chancen, ließ vor dem Tor aber die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen.

Die 39.400 Zuschauer sahen in der Anfangsphase ein munteres Bundesliga-Spiel. Während Hannover von Beginn an aufs Tempo drückte, versteckten sich die Kölner keineswegs. Gleich nach vier Minuten wären die Gäste beinahe in Führung gegangen, als Slawomir Peszko eine scharfe Hereingabe von Marcel Risse knapp verpasste.

Es bleibt temporeich und intensiv

Die Hausherren, die vier Tage nach der 0:2-Pleite beim Aufsteiger SC Paderborn auf Wiedergutmachung aus waren, machten es im Gegenzug besser. Nach einer feinen Vorarbeit von Leon Andreasen wurde der Schuss des französischen Startelf-Debütanten Jimmy Briand noch geblockt, bevor Joselu überlegt aus der Drehung einschob. Wiederum nur 60 Sekunden später scheiterte Yuya Osako auf der Gegenseite aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Weltmeister Ron-Robert Zieler im 96-Tor.

In der Folge beruhigte sich das Geschehen, wobei Hannover die klareren Offensiv-Aktionen hatte. Linksverteidiger Miiko Albornoz (10.), Innenverteidiger Marcelo (20.) und Andreasen (42.) verfehlten mit ihren Fernschüssen allerdings das Ziel. Auf der Gegenseite parierte Zieler einen Versuch des starken Risse im Nachfassen (36.).

FC rennt an, 96 verteidigt

Im zweiten Abschnitt übernahmen die Kölner dann immer mehr das Kommando - Hannover lauerte auf Konter. Richtig gefährlich wurde es allerdings vor beiden Toren zunächst nicht. Die beste Aktion hatte noch der Kölner Linksverteidiger Jonas Hector, seine scharfe Flanke in den Fünf-Meter-Raum fand allerdings keinen Abnehmer (52.).

Im weiteren Verlauf verzogen wiederum Hector (69.) und Stürmer Simon Zoller (73.) aus aussichtsreicher Position. Hector zielte am Tor vorbei, Zoller schoss drüber.

SID

Spieler des Spiels:

Marcelo

Der Brasilianer gewann 75 Prozent seiner Zweikämpfe. Zudem war kein Hannoveraner häufiger am Ball als er (59 Mal). Vor allem in der 2. Halbzeit beeindruckte der 1, 91 Metern große Innenverteidiger mit sehr gutem Stellungsspiel. Die Kölner bissen sich förmlich an ihm die Zähne aus. Sobald die Kugel hoch in den Sechzehner gespielt wurde, stand Marcelo meistens goldrichtig und sorgt damit für große Stabilität in der Hannover-Abwehr.

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