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Derbyzeit ist Ausnahmezeit - gerade und vor allem im Revier. Wenn am Samstag Borussia Dortmund auf den FC Schalke 04 trifft (Sa., ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio), dann sind die Straßen in Lüdenscheid-Nord und Herne-West (den Ortsnamen des Erzrivalen auch nur in den Mund in zu nehmen gilt als unverzeihliche Sünde) wie leergefegt. Das prestigeträchtige Duell zieht die Massen in den Bann.

Vor dem Reviergipfel sprach bundesliga.de mit Dortmunds Rückkehrer Alexander Frei und Schalkes Derby-erprobtem Gerald Asamoah über die Brisanz und die Bedeutung der Partie.

bundesliga.de: Herr Frei, drei Monate nach Ihrer schweren Verletzung bei der EURO kehren Sie nun ausgerechnet im Spitzen-Spiel gegen Schalke ins Team zurück. Mit welchen Emotionen gehen Sie in die Partie?

Alexander Frei: Ich empfinde große Freude, dass ich wieder dabei bin. Ich will meiner Mannschaft in diesem wichtigen Spiel helfen.

bundesliga.de: Wie zufrieden sind Sie mit dem Heilungsverlauf, wie fit fühlen Sie sich?

Frei: Ich bin noch nicht wieder in der Verfassung wie in den letzten Spielen der vergangenen Saison beim BVB und wie zu Beginn der EURO. Aber ich bin auf jeden Fall topfit für die 90 Minuten gegen Schalke.

bundesliga.de: Herr Asamoah, im letzten Jahr trafen Sie in beiden Derbys und avancierten im Signal Iduna Park zum Matchwinner. Glauben Sie, dass Sie in dieser Saison an diese Leistung anknüpfen können?

Gerald Asamoah: Ich will natürlich immer spielen und es wäre schön, wenn ich wieder beginnen und eine solche Leistung bringen könnte. Aber wichtiger ist mir, dass wir das Derby gewinnen.

bundesliga.de: Welche Bedeutung hat für Sie persönlich das Duell mit dem Revierrivalen?

Asamoah: Ich habe seit 1999 viele Derbys gespielt und die meisten davon gewonnen. Ich bin jetzt neun Jahre hier, und das Derbyfieber wird immer stärker. Im ersten Jahr weiß man noch nicht so viel damit anzufangen, aber je länger man auf Schalke ist, desto mehr bekommt man mit, wie wichtig das Spiel für den Verein und ganz besonders für die Fans ist.

bundesliga.de: Und wie ist das für Sie, Herr Frei?

Frei: Es ist ein ganz spezielles Spiel, dessen Atmosphäre ich ja schon erleben durfte. Solche Derbys wie Borussia Dortmund gegen Schalke vergisst man als Spieler sein ganzes Leben nicht.

bundesliga.de: Schalke führt die Tabelle nach drei Spieltagen an, Borussia lauert punktgleich auf Platz 3. Geht es im Derby dieses Jahr auch um die Frage, wer sich als Bayern-Jäger Nummer eins bezeichnen darf?

Asamoah: Das glaube ich nicht. Nach dem Derby sind noch 30 Spieltage zu absolvieren. Und momentan sind die Bayern auch nicht an der Tabellenspitze.

Frei: Nein, Bayern-Jäger ist, wer nach 33 Spieltagen einen Punkt hinter einem Spitzenreiter Bayern München liegen würde.

bundesliga.de: Dennoch, Sie sind beide mit Ihren neuen Trainern sehr gut in die Saison gestartet. Wo sehen Sie die Stärken, wo die Schwächen des Gegners?

Frei: Die Schalker sind aktueller Tabellenführer der Bundesliga. Das sagt alles.

Asamoah: Ich beschäftige mich nicht so sehr mit Dortmund. Wir müssen auf unseren Stärken schauen und versuchen, unser Spiel zu machen. Allerdings hatten die Dortmunder - genau wie wir - einen guten Start und wir dürfen sie auf keinen Fall unterschätzen.

bundesliga.de: Die Atmosphäre vor dem Derby ist in diese Saison wesentlich ruhiger als in vergangenen Jahren. Gab es grundlegende Veränderungen im Verhältnis der Vereine zueinander?

Frei: Nein, die Rivalität ist immer gleich groß. Wenn es wirklich etwas ruhiger sein sollte, liegt es vielleicht daran, dass wir erst den 4. Spieltag haben. Auf jeden Fall steigt am Samstag bei uns wieder eines der schönsten Derbys, die es in Europa gibt.

Asamoah: So ruhig ist es auch nicht. Die Fans sind seit Wochen heiß auf das Spiel und das eine oder andere war ja auch schon in den Medien zu lesen. Ich bin überzeugt, dass am Samstag wieder eine ganz heiße Atmosphäre herrschen wird.

Die Fragen stellten Norbert Obkircher und Denis Huber