Zusammenfassung

  • Peter Bosz sucht seine Aufstellung für die Saison 2017/18

  • Der neue Trainer wird einige Parallelen zu seinem alten Spielsystem bei Ajax ziehen

  • Es könnte Überraschungen geben

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Köln - Unter der aufmerksamen Beobachtung von Trainer Peter Bosz ist Borussia Dortmund auf der Bundesliga World Tour derzeit in Japan unterwegs. Nachdem die Ära Thomas Tuchel beendet ist, könnte es keinen besseren Zeitpunkt geben, um einen genauen Blick auf die mögliche Aufstellung der Schwarzgelben in der neuen Saison zu werfen.

Fangen wir an mit den Spielern, die in der vergangenen Saison die Hauptrolle gespielt haben - diejenigen, die dafür gesorgt haben, dass Dortmund nun über zwei Jahre im Signal Iduna Park ungeschlagen ist und anschließend mit einem 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt im Mai den DFB-Pokal gewonnen hat.

Zu Beginn der Saison musste Dortmund den Verlust von Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan hinnehmen. Aber das bedeutete auch eine Chance für die jungen Nachwuchsspieler und Neuzugänge, sich zu behaupten. Christian Pulisic und Ousmane Dembele waren vielleicht die beiden, die dies am meisten für sich genutzt haben. Pulisic hat die Saison zum Beispiel als jüngster Torschütze der USA in einer WM-Qualifikation beendet, derweil kommt er für den BVB in allen Wettbewerben auf fünf Tore und neun Vorlagen.

Das Ausnahmetalent der US-Nationalmannschaft hat schon herausgeragt, aber der Aufstieg von Dembele war dermaßen gigantisch, dass er selbst den amerikanischen Star in den Schatten gestellt hat. Der französische Flügelspieler hat in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League zusammen zehn Tore geschossen und 20 Assists gegeben. Pierre-Emerick Aubameyang ist mit 31 Treffern Torschützenkönig in der Liga geworden; Dembele hat fast 40 Prozent dieser Tore aufgelegt.

Video: Aubameyangs Super-Saison

Seitdem hat Dortmund wieder eingekauft, Mahmoud Dahoud, Ömer Toprak, Maximilian Philipp und Dan-Axel Zagadou kommen von Borussia Mönchengladbach, Bayer 04 Leverkusen, SC Freiburg und Paris Saint-Germain. Währenddessen ist Matthias Ginter - der in 19 seiner 29 Einsätze als Teil der Dreierkette gespielt hat - entgegengesetzt zu Dahoud gewechselt, um ein Loch in der Gladbacher Defensive zu stopfen.

Ehe es zurück zum Dortmunder Transferkarussell geht, ist es ganz hilfreich, einen Blick auf Boszs Spielweise bei Ajax im letzten Jahr zu werfen. Der 53-Jährige hat den niederländischen Rekordmeister fast zum 34. Titel in der Eredivisie geführt, ehe das Europa-League-Finale gegen Mkhitaryans derzeitigen Arbeitgeber Manchester United verloren ging. Während Tuchel zwischen einer Dreier- und Viererkette in Dortmund variierte, hat Bosz jedes einzelne Spiel in beiden Wettbewerben ausnahmslos mit einem 4-1-4-1-System bestritten.

Bosz ist durchaus auch gewillt, junge Talente einzusetzen. Nicht weniger als sechs Spieler von Ajax's durchschnittlicher Startaufstellung 2016/17 war zu Beginn der Saison noch berechtigt, für die U21 zu spielen. Das könnte dazu beigetragen haben, Dortmunds Interesse zu wecken. Der Club hat eine große Anzahl talentierter Nachwuchsspieler im Kader.

In Nick Viergever und insbesondere Davinson Sanchez hatte Ajax zwei schnelle Innenverteidiger im Team. Diese konnten Situationen bei einem Gegenstoß klären, ehe ein gegnerischer Angreifer einen hohen und weiten Ball über die Abwehr erlaufen hat. Das erlaubte Ajax, mit der Defensive sehr hoch zu stehen. Aus dem Trio Marc Bartra, Toprak und Sokratis kann Bosz nur zwei Spieler aufstellen. Und auch wenn Bartra ohne Zweifel von allen der Beste am Ball ist, übertreffen ihn die anderen beiden, wenn es darum geht, Bälle zurück zu erobern...

Weiter vorne wird sich Marco Reus auf der linken Außenbahn einreihen, wenn er fit ist. Der Cover-Star von FIFA 17 hat in der letzten Saison erstmals in weniger als 20 Bundesliga-Partien gespielt, dennoch war er alle 108 Minuten an einem Tor beteiligt. Pulisic, der bei den USA bereits vermehrt auf der Zehn gespielt hat, könnte ins Zentrum rücken, mit Shinji Kagawa und dem nach seiner Stoffwechselerkrankung zurückkehrenden Mario Götze als Back-up. Ganz egal, wer den letzten Pass spielt, Aubameyang wird derjenige sein, für den er gedacht ist.

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