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Erst zwei schwere Verletzungen, dann ein spätes Gegentor: Das 1:1 gegen Hoffenheim hat Spuren hinterlassen beim BVB, gesteht Tamas Hajnal bei bundesliga.de ein.

Niedergeschlagen wie die gesamte Mannschaft präsentiert sich der ungarische Spielmacher nach dem Remis. Doch aufgeben will sich der BVB auf keinen Fall.

Im Gegenteil: Hajnal macht auch deutlich, dass er weiterhin fest an die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb glaubt. Im Interview mit bundesliga.de spricht der 29-Jährige über bittere Momente, Selbstbewusstsein und das nächste Spiel beim 1. FC Nürnberg.

bundesliga.de: Tamas Hajnal, war das Remis gegen Hoffenheim eher eine gefühlte Niederlage?

Tamas Hajnal: So wie der Ausgleich kurz vor dem Spielende gefallen ist, kann man das sagen. So ein Punktverlust tut richtig weh! Ich habe mich bei der Mannschaft für meinen Fehler entschuldigt. Mein Ballverlust hat letztlich zu dem Treffer für Hoffenheim geführt. So etwas darf einfach nicht passieren. Ich hätte den Ball einfach wegschlagen müssen. Das hat uns zwei sehr wichtige Punkte gekostet.

bundesliga.de: In dieser Partie lief weniges wirklich rund für den BVB.

Hajnal: Das stimmt, in diesem Spiel ist wirklich vieles zusammengekommen. Erst die beiden schweren Verletzungen von Nuri Sahin und Mo Zidan, dann umstrittene Entscheidungen wie unser Tor, das nicht gegeben wurde. Und dann auch noch der späte Ausgleich, an dem wir selbst nicht schuldlos waren - das ist im ersten Moment alles nicht so einfach. Das tut weh!

bundesliga.de: Wie schwer treffen den BVB die Verletzungen gerade jetzt im Finale dieser Saison?

Hajnal: Das ist wirklich bitter! Gleich zwei so wichtige Spieler in einem Spiel zu verlieren, ist hart. Wir müssen jetzt als Mannschaft noch enger zusammenrücken. Wir hatten in der ganzen Saison immer wieder Verletzungsprobleme, gerade auch im Mittelfeld. Bislang haben wir das aber immer gut gelöst. Das müssen wir jetzt noch einmal für drei Spiele schaffen - und das werden wir auch!

bundesliga.de: Wohin geht der Blick in der Tabelle? Muss man sich auch angesichts der Verletzungssorgen wieder mehr auf die Verfolger konzentrieren als auf Platz 3?

Hajnal: Der Blick muss weder nach oben noch nach unten gehen, sondern nach Nürnberg. Das ist am Samstag unser nächstes Spiel - und das müssen wir unbedingt gewinnen. Wir müssen den Rückschlag gegen Hoffenheim jetzt erst einmal verarbeiten, das Spiel dann abhaken und uns ganz auf Nürnberg konzentrieren.

bundesliga.de: Zählt dort für den BVB nur ein Sieg?

Hajnal: Das wird ein sehr, sehr schwieriges Spiel. Für beide Mannschaften steht viel auf dem Spiel und Nürnberg benötigt im Abstiegskampf jeden Punkt. Aber unser Ziel muss es sein, dort zu gewinnen. Wir werden voll auf Sieg spielen und wollen endlich wieder drei Punkte holen. Alles andere hilft uns jetzt nicht mehr weiter.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie die Konkurrenz im Kampf um Europa League und Champions League ein? Von wem droht die größte Gefahr?

Hajnal: Alle Mannschaften, die jetzt in der Tabelle so eng beieinander liegen, verfügen über eine sehr gute Qualität - ob Leverkusen und Bremen oder auch Stuttgart und Hamburg. Es werden noch drei harte Spiele werden. Aber wir wollen uns dort oben gegen diese Mannschaften behaupten. Wir haben immer noch eine große Chance, in der nächsten Saison international zu spielen. Dafür müssen wir alles geben.

bundesliga.de: Der BVB hätte zwei Mal auf Rang 3 springen können und hat es zwei Mal verpasst. Ist die junge Mannschaft dem Druck im Endspurt vielleicht nicht gewachsen?

Hajnal: Ich denke, wir sind stark genug und sollten auch genügend Selbstbewusstsein haben. Wir dürfen uns nur nicht zu sehr mit der Tabellensituation beschäftigen. Wir müssen vielmehr versuchen, das auszublenden und uns ganz auf das nächste Spiel konzentrieren. Wir wissen, dass wir die Qualität haben, um in Nürnberg zu gewinnen. Das müssen wir am Samstag auf dem Platz umsetzen und für ein entsprechendes Ergebnis sorgen.

bundesliga.de: Wie oft haben Sie in letzter Zeit an die vergangene Saison gedacht, als der BVB am letzten Spieltag die Qualifikation für den Europapokal verpasst hat?

Hajnal: Daran habe ich selbst ehrlich gesagt noch gar nicht gedacht. Im Gegenteil: Ich habe ganz fest unser Ziel vor Augen, dass wir es in diesem Jahr schaffen und uns für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren. Umso mehr schmerzt es, dass wir gegen Hoffenheim so kurz vor Spielende noch zwei Punkte weggegeben haben. Aber das bringt uns nicht von unserem Ziel ab. Wir müssen das jetzt verarbeiten. Und bis Samstag werden wir wieder voll in Ordnung sein!

Das Gespräch führte Dietmar Nolte