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Als während der Pressekonferenz plötzlich das Telefon von Famagustas Trainer Temur Ketsbaia klingelte, schaute er erst kurz auf das Display, bevor er beschloss den Anruf zu ignorieren. Es hätte ja auch der zyprische Präsident sein können.

Denn gerade hatte Ketsbaia noch einmal die riesige Bedeutung der Partie gegen Werder Bremen (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) für den ganzen Staat erläutert. "Die Begegnung ist nicht nur wichtig für Anorthosis, sondern für ganz Zypern. Viele reden von einem Endspiel, aber wir haben nichts zu verlieren. Wir haben schon viel mehr erreicht als uns zugetraut wurde."

Nummer 2 vor Einsatz

Entsprechend der Bedeutung, die Ketsbaia dem Spiel gibt, hält es der Club auch mit der Geheimhaltung der Personalien. Über diese wollte der Trainer überhaupt nicht sprechen.

Selbst der zweite Torhüter Zoltan Nagy, der den Coach zur Pressekonferenz begleitete, was man als Hinweis auf seinen Einsatz deuten könnte, antwortete auf eine entsprechende Frage nur: "Ob ich spiele, weiß nur der Trainer, da müssen sie ihn fragen." Der hielt sich auch da bedeckt: "Das werden wir erst morgen wissen."

Ketsbaia wundert nichts

Weniger zurückhaltend waren die Gastgeber bei der Präsentation ihres Selbstvertrauens. Zwar lobten sie die "Grün-Weißen" diplomatisch als "großer Club, den man nicht unterschätzen darf", doch dann sagte Ketsbaia mit seinem Lausbubenlächeln: "Der bessere soll morgen gewinnen und wir hoffen, dass das unsere Mannschaft sein wird."

Das Selbstvertrauen zählt Ketsbaia dabei zu den Stärken seines Teams. "Der Schlüssel zu unserem Erfolg ist der Glaube an die eigene Stärke, meine Spieler sehen jedem Gegner direkt in die Augen und kämpfen anschließend mit großer Leidenschaft."

Dass sein Team so eine tragende Rolle in dieser Gruppe spielt ist für den Trainer keine Überraschung. "Andere haben sich darüber vielleicht gewundert, ich aber nicht. Wir haben genau für diese Auftritte hart gearbeitet und erleben jetzt das, was wir uns gewünscht haben."

Auch in Nikosia ausverkauftes Haus?

Gewünscht hatte sich der Club jedoch auch, die Gästeteams im eigenen Stadion in Larnaca zu empfangen, doch das erlaubte die UEFA nicht. "Leider genügt unser Stadion nicht den Anforderungen, aber wir hätten hier gerne gespielt, weil die Sitze näher am Spielfeld sind und eine ganz besondere Wärme zwischen Mannschaft und Fans entsteht."

Aber auch im großen GSP-Stadion in Nikosia, wo die Champions League Spiele stattfinden, springt der Funke zu den Zuschauern über. "Wir bauen sehr auf die Unterstützung unserer Anhänger und die werden wir auch bekommen. Von den 23.000 Plätzen sind bereits 21.000 verkauft", weiß Ketsbaia. Dass die 2.000 restlichen Karten morgen noch verkauft werden, davon ist er überzeugt.