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München - Das Top-Duell des 13. Spieltags wirft seine Schatten schon voraus. Nach der Länderspielpause trifft der Rekordmeister auf den amtierenden Deutschen Meister, der Erste auf den Zweiten, der FC Bayern München auf Borussia Dortmund.

bundesliga.de stellt im Vorfeld die beiden Spitzenteams in allen Mannschaftsteilen gegenüber und vergleicht die Protagonisten anhand ihrer Leistungen in der laufenden Bundesliga-Saison. Der dritte Teil der Analyse beschäftigt sich mit den defensiven Mittelfeldspielern der Teams.

David Alaba

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Bastian Schweinsteiger (Schlüsselbeinbruch) und der Rotsperre von Anatoliy Tymoshchuk ruhen die Hoffnungen vor allem auf Alaba. Erst zwei Mal stand der Österreicher in der Startelf, wurde in acht weiteren Spielen eingewechselt. Seine Premiere im defensiven Mittelfeld des FCB verlief mit Licht und Schatten. Nach einer ordentlichen ersten Hälfte im Spiel in Augsburg (2:1) tauchte er in der zweiten Halbzeit ab. "Das war dann nicht mehr so gut", erkannte Alaba, doch Jupp Heynckes war zufrieden: "Er hat das wirklich ganz gut gemacht. Und bei allem darf man auch nicht vergessen, dass der Junge erst 19 Jahre alt ist", sagte der Trainer. Trotz seiner eigentlich offensiveren Grundposition ist gerade sein Spiel nach vorne noch verbesserungswürdig. In 32 Bundes- ligaspielen gab er noch keine Torvorlage. Immerhin feierte er in Hannover sein Bundesliga-Tordebüt.

Luiz Gustavo

Alabas Partner düfte im Normalfall Gustavo werden. Wie Alaba kommt der Brasilianer auf zehn Einsätze, stand dabei immerhin fünf Mal in der Anfangself. Die Statistiken sprechen ganz klar für die Qualität des 24-Jährigen: Mit nur sieben Prozent hat er (mit Badstuber und Tymoshchuk) die geringste Fehlpassquote der Bundesliga. Außerdem ist Gustavo ligaweit der zweikampfstärkste Mittelfeldspieler (65 Prozent gewonnnene Duelle). Alaba und Gustavo müssen die Schweinsteiger-Lücke gemeinsam füllen - und die ist riesengroß: Der verletzte Nationalspieler hat ligaweit die meisten Ballkontakte (im Schnitt 102 pro 90 Minuten), war an fünf Toren direkt beteiligt und bereitete so viele Großchancen vor wie kein anderer Bundesliga-Akteur. Gustavo hatte allerdings schon im Zweikampf mit Tymoshchuk meist das Nachsehen - acht Mal entschied sich Heynckes für den Ukrainer in der Startelf.

Sven Bender

Beim BVB hat man zwar keine Verletzungsprobleme, ist aber seit Saisonbeginn auf der Suche nach einem adäquaten Ersatz für Meister-Regisseur Nuri Sahin. Bender, vergangene Spielzeit noch Sahins Schatten und der Abräumertyp im defensiven Mittelfeld, legt seine Rolle nun einen Tick offensiver aus und wird auch im Spiel nach vorne immer wichtiger für den BVB. Bereits vier Vorlagen und ein Tor hat er auf dem Konto. Und in der Defensivarbeit kann Bender ohnehin kaum jemand das Wasser reichen. Er wird von Jahr zu Jahr zweikampfstärker (in dieser Saison 54 Prozent gewonnene Duelle) und gehört zu den laufstärksten Spielern der Bundesliga (im Schnitt 12,3 Kilometer pro 90 Minuten). Der Nationalspieler ist wichtig wie nie für den BVB und weiß um die starke Form des Meisters: "Wir zeigen seit Wochen, dass mit uns durchaus zu rechnen ist", erklärte er "Reviersport".

Moritz Leitner

Die Position neben dem gesetzten Nationalspieler ist nicht in Stein gemeißelt. Neuzugang Ilkay Gündogan musste den Stammplatz zunächst an Sebastian Kehl abgeben, gegen Wolfsburg begann jedoch Leitner und wenig spricht dagegen, dass der 18-Jährige diesen nach seiner starken Leistung beim 5:1 über die "Wölfe" nicht auch in München inne hat. Die Gala war gleichzeitig Leitners Startelfdebüt in der Bundesliga, für das er von allen Seiten viel Lob erntete. Ob er den BVB mit den Bayern auf Augenhöhe sieht, wollte Leitner im Interview mit bundesliga.de nicht sagen. "Aber Tatsache ist, dass die Bayern eine ganz starke Saison spielen und bisher zurecht an der Tabellenspitze stehen. Wir werden natürlich trotzdem versuchen, sie ein bisschen zu ärgern", sagte der Deutsch-Österreicher, der sich mittlerweile schon in den Dunstkreis der Nationalmannschaft gespielt hat. Pikant: Bender und Leitner wäre ein defensives Mittelfeld zweier Ex-"Löwen" ausgerechnet gegen Bayern.

Sebastian Kehl

Eine Option auf die Startelf ist Routinier Kehl aber auf jeden Fall, gerade in einem so bedeutenden Match. Der Ex-Nationalspieler überzeugt mit viel Ruhe am Ball, hat die niedrigste Fehlpassquote beim BVB (zehn Prozent). Am 10. Spieltag führte er die Dortmunder mit bärenstarker Leistung zum 5:0 über Köln, wobei er sogar selbst einen Treffer erzielte - sein erstes Tor seit März 2010 in der Bundesliga. Im Vergleich zu Leitner wäre der Kapitän aber die etwas defensivere Variante - immerhin agierte Youngster Leitner in der 2. Bundesliga noch als "Zehner", wobei er fünf Treffer in 25 Spielen vorbereitete.

Schon der Ausfall von Vizekapitän Schweinsteiger ist beim Rekordmeister kaum zu kompensieren. Da auch noch sein etatmäßiger Partner Tymoshchuk fehlt, muss man das defensive Mittelfeld, dass der FCB gegen den BVB ins Rennen schicken wird, schon fast als Notlösung bezeichnen. Beim Meister dagegen spielt Bender überragend und sowohl Leitner, als auch Kehl hinterließen einen mehr als ordentlichen Eindruck. Auf dieser Position liegen die Vorteile insgesamt auf Seiten der Borussia. Lesen Sie als nächstes: die offensiven Mittelfeldspieler.

Christoph Gschoßmann


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