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In einem waren sich trotz der 1:3-Heimniederlge gegen den FC Sevilla alle einig: Der VfB Stuttgart hatte endlich wieder einmal eine richtig gute Leistung abgeliefert, war engagiert und zeigte sogar mehrere gute, durchdachte Spielzüge.

Besonders in der ersten Spielhälfte - wohl der besten Halbzeit der Saison - hatten die Schwaben zahlreiche Chancen, um gegen die cleveren Andalusier in Führung zu gehen.

"Zu viele individuelle Fehler"

Die aber wurden vergeben, dafür gingen die Spanier durch das Tor von Sebastien Squillaci nach einem individuellen Fehler von Khalid Boulahrouz in Führung (23.). Genau diese Nachlässigkeiten waren es, die dem VfB den Sieg kosteten und zu später Stunde alle Beteiligten auf die Palme brachten.

"Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht und unsere Chancen leider nicht genutzt", meinte Nationalspieler Sami Khedira. Und Abwehrmann Boulahrouz ergänzte: "Gerade im Defensivbereich wird gegen so eine starke Mannschaft jeder kleine Fehler bestraft."

Genau das taten Jesus Navas (55.) und erneut Squillaci (72.) bei den weiteren Treffern der Spanier. Elsons Anschlusstreffer per Freistoß (75.) kam dann zu spät. In der Tat sind es beim VfB immer wieder die kleinen Nachlässigkeiten, die zu Niederlagen führen.

Suche nach den Ursachen

Doch wo sind die Gründe zu suchen? Daran rätseln die Verantwortlichen. VfB-Sportdirektor Horst Heldt sprach in einer ersten Analyse von "fehlender Qualität" und bemängelte Konzentrationsdefizite. Babbel machte den Antreiber und verdeutlichte gegenüber den Medienvertretern, dass er nun als leuchtendes Beispiel in Sachen Einsatz und Wille vorangehen wolle.

Klar ist in jedem Fall: Die Stuttgarter müssen schnellstens wieder in die Erfolgsspur zurückkehren, wollen sie nicht endgültig Teil des Abstiegskampfes in der Bundesliga werden. Dazu gehört, dass sie neben ihren eklatanten Abwehrschwächen auch ihre Abschlussproblematik vor dem gegnerischen Tor beheben. Neuzugang Pavel Pogrebnyak sucht derzeit noch seine Bestform.

Hleb überzeugt

Positiv stimmt, dass Stareinkauf Alexander Hleb ganz offensichtlich auf dem besten Weg zu alter Form ist. Stark im Dribbling und mit vielen guten Pässen in die Spitze wusste der Weißrusse auf der neuen Spielmacherposition zu gefallen und zeigte, dass er durchaus die erhoffte Verstärkung sein kann. Auch Zdrako Kuzmanovic zeigte auf der rechten Außenbahn eine ordentliche Vorstellung.

Nun richten sich alle Blicke des VfB Stuttgart in Richtung Hannover. Eine Niederlage bei 96 und das Chaos im Schwabenland wäre perfekt. Das weiß auch Teamchef Babbel.

Aus Stuttgart berichtet Jens Fischer


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