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Schon jetzt hat Eintracht Frankfurt Grund zur Freude. Denn bereits drei Spieltage vor dem Ende der Saison haben die Hessen zwölf Punkte mehr auf der Habenseite als nach 34 Spieltagen der vergangenen Saison.

Selbst ein Platz im europäischen Geschäft ist theoretisch wie praktisch noch möglich für die Frankfurter. Vater des Erfolgs ist zweifelsohne Michael Skibbe. Mit markigen Sprüchen in seine erste Amtszeit am Main gestartet, konnten er und seine Mannschaft die hoch gesteckten Ziele erreichen und sorgen für eine neue Begeisterung in Frankfurt.

Im Interview mit bundesliga.de spricht Skibbe über die Leistungen seiner Mannschaft in den vergangenen Monaten und die Möglichkeiten für die verbleibenden drei Spiele. Als erstes will er in Mainz Punkte entführen.

bundesliga.de: Herr Skibbe, der Punktgewinn gegen Berlin war ein hartes Stück Arbeit. Warum tat sich Ihre Mannschaft so schwer gegen den Tabellenletzten?

Michael Skibbe: Die Hertha hat gut gespielt wie in ihren vorherigen Auswärtsauftritten auch. Wir wussten vorher, dass sie es uns nicht leicht machen würden.

bundesliga.de: Kurz vor der Pause verschoss Pirmin Schwegler einen Elfmeter und im Gegenzug erzielte Berlin das 2:1. Ein absoluter Nackenschlag. Wie haben Sie Ihr Team in der Halbzeit wieder motivieren können?

Skibbe: Meine Mannschaft hat in dieser Saison schon so viele Nackenschläge weggesteckt, da musste ich sie nicht weiter motivieren. Wir haben in der Tabelle keinen Druck mehr und sind unserem Saisonziel so nahe, dass wir mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein in die zweite Halbzeit gehen konnten. Dies gilt natürlich auch für die letzten drei Spieltage.

bundesliga.de: In den vergangenen Monaten überraschte Frankfurt immer wieder gegen die vermeintlich "Großen" mit Siegen über die Bayern, Leverkusen, Dortmund oder auch Bremen. Gegen die schwächeren Teams gab es immer wieder auch Probleme. Wie erklären Sie sich das?

Skibbe: Auch wenn es abgedroschen klingt: Jedes Spiel in der Bundesliga ist schwer, es gibt keine leichten Gegner. In einem Spiel kann jeder jeden schlagen. Dass haben wir genauso bewiesen in dieser Saison, wie andere Clubs. Ich erinnere nur an unseren Heimsieg gegen die Bayern oder die beiden gewonnenen Spiele gegen Werder Bremen.

bundesliga.de: Nun geht es nach Mainz zum besten Aufsteiger der Saison. Keine Mannschaft kassierte daheim so wenige Gegentore wie der FSV. Auf was muss sich Ihre Elf da besonders vorbereiten?

Skibbe: Wir konzentrieren uns alleine auf uns selbst und gehen Selbstbewusst in diese Partie. Wir haben in dieser Saison einige negative Auswärtsserien beendet - beispielsweise in Dortmund. Warum also sollten wir die Unentschieden-Serie der letzten Bundesliga-Jahre in Mainz nicht beenden und sie nicht ein weiteres Mal in dieser Saison besiegen. Wir wollen in der Endtabelle vor Mainz stehen - entsprechend werden am Samstag am Bruchweg auftreten.

bundesliga.de: Sie müssen ohne Spielmacher Caio in Mainz antreten. Können Sie schon mehr zur Schwere der Verletzung sagen? Wird er in dieser Saison noch einmal spielen können?

Skibbe: Caio hat sich leider einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen. Auch für das Spiel gegen Hoffenheim wird es eng. Da müssen wir abwarten.

bundesliga.de: Welchen Einfluss hat Caios Ausfall auf die Art und Weise, wie Sie Ihre Mannschaft beim FSV spielen lassen werden?

Skibbe: Wir mussten verletzungsbedingt oder aufgrund von Sperren schon oft in dieser Saison unsere Startformation ändern. Wie sich Caios Ausfall taktisch auswirken wird und wer für ihn in die Mannschaft rückt, sehen wir dann.

bundesliga.de: Die Eintracht hat fünf Punkte Rückstand auf Platz 6. Ist das Spiel in Mainz so eine Art "erstes Endspiel" im Kampf um eine mögliche Teilnahme am internationalen Wettbewerb?

Skibbe: Zwar geben wir die Hoffnung noch nicht gänzlich auf, aber realistisch gesehen werden die Träume von der Europa League wohl nicht wahr werden. Wir gehen ohne Druck in die letzten drei Spiele und werden sehen, wie viele Punkte wir am Ende haben sammeln können.

bundesliga.de: Frankfurt spielt die beste Saison seit 1993/94. Bekommen Sie als Trainer mit, dass im Umfeld des Vereins und bei den Fans eine neue Euphorie aufkommt?

Skibbe: Klar bekomme ich das mit. Und es ist schön, dass die Eintracht in aller Munde ist. Die Fans sind begeistert und haben uns die ganze Saison hinweg super unterstützt. An dieser Stelle möchte ich hierfür im Namen der Mannschaft auch mal Danke dafür sagen. Wir freuen uns, dass wir unseren Anhängern etwas zurückgeben konnten.

bundesliga.de: Schon jetzt hat Ihre Mannschaft zwölf Punkte mehr als am Ende der Vorsaison. Wie zufrieden sind Sie mit dem Erreichten und er Entwicklung der Mannschaft?

Skibbe: Sehr zufrieden. Wir haben uns spielerisch weiterentwickelt und allen Widrigkeiten zum Trotz unser Saisonziel so gut wie erreicht. Darauf lässt sich aufbauen und wir können mit sehr viel Selbstbewusstsein in die neue Saison gehen.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz