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Gelsenkirchen - Mit dem 1:0-Sieg über Steaua Bukarest hat sich Schalke 04 als Gruppensieger für die nächste Runde der Europa League qualifiziert. Torhüter Lars Unnerstall spricht bei bundesliga.de über den Schlüssel zum Erfolg.

bundesliga.de: Lars Unnerstall, Schalke steht einen Spieltag vor Ende der Gruppenphase in der Europa League als Gruppensieger fest. Hätten Sie gedacht, dass so früh schon alles entschieden ist?

Lars Unnerstall: Wir wussten, dass wir mit einem Sieg gegen Bukarest sicher in der Zwischenrunde stehen. Und an diesen Sieg habe ich im Vorfeld fest geglaubt - auch wenn er letztlich nicht ganz so souverän ausgefallen ist, wie ich es eigentlich erwartet habe. Aber wir haben gewonnen, und das ist es, was zählt. Dass damit zugleich schon Platz 1 in der Gruppe gesichert ist, ist natürlich umso schöner. Mit der Niederlage von Haifa war nicht unbedingt zu rechnen.

bundesliga.de: Schalke hatte zunächst ein klares Übergewicht, hatte schon früh zwölf Ecken und ist verdient in Führung gegangen. Waren Sie umso irritierter, als Bukarest beim einzigen Angriff auch gleich den Ausgleich erzielt hat?

Unnerstall: Auf jeden Fall! Eine halbe Stunde hat man gar nichts zu tun. Dann kommt ein Ball aufs Tor und der ist auch noch drin. Ich konnte auch nichts machen und das hat mich dann richtig geärgert. Als Torwart willst du immer zu Null spielen. Und wenn dann ein Gegentor auch noch aus dem Nichts fällt, ist es umso ärgerlicher.

bundesliga.de: Nach dem Gegentreffer war zunächst ein Bruch im Schalker Spiel. Was war los?

Unnerstall: Wir hatten nach dem Tor in der letzten Viertelstunde vor der Pause überhaupt keinen Zugriff mehr im Mittelfeld. Bukarest konnte die Bälle ungehemmt in die Spitze spielen und hat sich in dieser Phase auch die zweiten Bälle gesichert. Das müssen wir unterbinden, da müssen wir anders dagegen halten.

bundesliga.de: Nach der Pause hatte Schalke die Partie wieder im Griff.

Unnerstall: Wir haben uns in der Halbzeit gesagt, dass wir die letzten 15 Minuten vergessen sollten. Und dass wir einfach da wieder weitermachen sollten, wo wir nach 30 Minuten aufgehört hatten. Das haben wir dann auch umgesetzt. Wir haben wieder gut nach vorne gespielt und am Ende aus meiner Sicht auch verdient gewonnen.

bundesliga.de: Wie weit hat bei diesem Sieg gegen Bukarest die Derby-Niederlage gegen den BVB am vergangenen Wochenende noch eine Rolle gespielt? War das noch im Hinterkopf?

Unnerstall: Dass wir in Dortmund so schlecht gespielt haben, war nicht mehr direkt in den Köpfen. Aber natürlich wollten wir Wiedergutmachung leisten für die Niederlage. Wir wollten auf jeden Fall eine ordentliche Vorstellung abliefern und unseren Fans zeigen, dass wir es können. Und dass die Niederlage und die Leistung gegen Dortmund nur ein Ausrutscher war.

bundesliga.de: Was waren aus Ihrer Sicht die entscheidenden Unterschiede zum Derby, die dieses Mal den Sieg gesichert haben?

Unnerstall: Wir haben gegen Bukarest das abgerufen, was wir uns auch vorgenommen hatten. Wir haben im Mittelfeld die Bälle gewonnen, wir haben schnell nach vorne gespielt und nicht immer erst zurück. Auch der erste Pass ging diesmal direkt in die Tiefe, so dass es für den Gegner oft gefährlich wurde. Das hat uns in Dortmund gefehlt.

bundesliga.de: Das letzte Gruppenspiel in Haifa hat für Schalke nur noch statistischen Wert. Sind Sie angesichts des engen Terminsplans froh, dass man es in einer Partie mal etwas ruhiger angehen kann?

Unnerstall: Wir haben jetzt noch fünf Spiele in drei Wochen. Das wird anstrengend genug. Natürlich ist man bei dieser Konstellation froh, dass man sich schon für die nächste Runde qualifiziert hat und die Punkte in Haifa nicht mehr unbedingt zugewinnen braucht. Aber Sportler wollen immer gewinnen - und das wollen wir in Israel auch!

bundesliga.de: Zuvor geht es am Sonntag in der Bundesliga zunächst weiter mit einem Heimspiel gegen den FC Augsburg.

Unnerstall: Augsburg hat gerade auch ein Spiel gewonnen und wird mit neuem Selbstvertrauen nach Schalke reisen. Sie werden sicher eher defensiv agieren, abwarten und dann auf Konter lauern. Unsere Aufgabe wird es sein, geduldig zu spielen, das Spiel immer wieder zu verlagern und die Lücken zu suchen und zu finden. Wir dürfen nur nicht unruhig oder hektisch werden, dann bin ich ganz optimistisch.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte