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Im Abstiegskampf zählt neben Kampfgeist und Laufbereitschaft vor allem eines: Ruhe. Die wird in der Regel den erfahrenen Spielern zugeschrieben. Trainer Zvonimir Soldo appellierte daher vor dem Spiel des 1. FC Kölns gegen 1899 Hoffenheim an seine etablierten Stammkräfte.

Bis vor dem Spiel hatte der spätere Kölner Erfolgsgarant vier Bundesligaspiele absolviert. Die Rede ist von Adam Matuschyk, 21 Jahre jung. Das Kölner Eigengewächs ist seit 2003 beim FC, durchlief dort alle Jugendabteilungen und gehört seit dieser Saison dem Profikader an. Mit gleich zwei sehenswerten Distanztreffern führte er die Kölner fast im Alleingang zum wichtigen 2:0-Sieg über Hoffenheim.

Lob von allen Seiten

"Ich bin einfach nur überglücklich", sagte er nach den ersten beiden Bundesliga-Toren seiner noch jungen Karriere: "Das ist wie im Traum." Lukas Podolski, wie Matuschyk im polnischen Gleiwitz geboren, gratulierte dem Youngster nach dem Spiel zu dessen starker Leistung: "Das freut mich besonders, Adam ist wie ich in Polen geboren. Er hat sehr viel Potential, das hat man heute ja gesehen."

Michael Meier konnte sich den Lobeshymnen nur anschließen: "Adam hat bereits in den bisherigen Spielen bewiesen, dass er ein guter Fußballer ist. Jetzt hat er noch einen draufgesetzt." Für den Manager des 1. FC Kölns ist der Erfolg des in Köln ausgebildeten Polen aber auch ein Beweis für die Nachwuchsarbeit des Clubs: "Unsere Jugendabteilung braucht sich wirklich nicht zu verstecken."

Starke Statistik bei Matuschyk

Die statistischen Daten unterstreichen die hervorragende Leistung Matuschyks. In seinen bisherigen fünf Bundesligaspielen brachte er es auf einen Assist und zwei Tore. Vor allem die Ruhe und Präzision beim Abschluss zeichnete ihn gegen Hoffenheim aus.

Für die beiden Treffer in der zweiten Hälfte des Spiels benötigte er genau zwei Versuche. Nervosität, wie sie junge Spieler bei ihren ersten Einsätzen oftmals behindert, scheint für Matuschyk ein Fremdwort zu sein. "Ich versuche, immer ruhig zu bleiben. Klar war ich in den ersten Spielen aufgeregt, aber das legt sich schon wieder." Auch Trainer Soldo hob die Abgeklärtheit Matuschyks hervor: "Er spielt schon fast wie ein erfahrener Bundesliga-Profi."

Wie wichtig die zwei Tore und die daraus resultierenden Punkte für den FC am Ende der Saison noch werden, bleibt abzuwarten. Zwar haben sich die "Geißböcke" vorerst aus dem Abstiegskampf verabschiedet, aber auch ein Neuling wie Matuschyk weiß, dass man sich auf den bisherigen Erfolgen nicht ausruhen darf: "Der Sieg war wichtig für uns, aber noch sind wir nicht durch. Jetzt müssen wir gegen Bochum aber nachlegen."

Perspektive in Polens Nationalelf?

Die Chancen, dass Matuschyk am Freitagabend wieder mit von der Partie sein wird, stehen gut. Ebenso wie die auf einen Einsatz in der ersten Mannschaft Polens.

Nationaltrainer Franciszek Smuda hatte sich bereits nach den ersten Bundesliga-Auftritten des polnischen Junioren-Nationalspielers begeistert gezeigt und ein Debüt in der A-Nationalmannschaft in Aussicht gestellt. Die zwei Tore dürften ihn wohl kaum von dem Vorhaben abgebracht haben.

Daniel Dillmann


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