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Nürnberg - Raphael Schäfer schwitzt fleißig im Kraftraum, um bald wieder für den 1.FC Nürnberg zwischen den Pfosten zu stehen. Am Dienstag stand er erstmals nach seiner Verletzung wieder auf dem Trainingsplatz.

"Mir fehlt es besonders, die Jungs mal wieder richtig anzuschnauzen, wenn etwas nicht funktioniert", schmunzelt der verletzte Keeper Raphael Schäfer augenzwinkernd. "Am Schwierigsten ist es, beim Spiel nicht helfen zu können und draußen zu sitzen."

Nach seiner Operation an Schien- und Wadenbein sind die Schrauben inzwischen wieder entfernt worden. Eine zweite, kleinere OP, die "Rapha" locker weggesteckt hat: "Jetzt geht es möglichst darum, vom Fitness-Stand möglichst wenig abzubauen und so schnell wie möglich das Training wieder aufzuholen, das ich verpasst habe." Insgesamt sechs Wochen lang musste der Keeper einen Gips tragen und gibt zu: "Wenn man so lange Zeit einen Gips tragen muss und mit dem Bein nicht auftreten kann, ist zu merken, dass sich die Muskulatur zurückbildet."

Erstes Training nach der Verletzung

Also schwitzt der Keeper täglich ein paar Stunden im Kraftraum, strampelt auf dem Fahrrad, stemmt schwere Gewichte, macht Situps und Liegestützen: "Ich steigere momentan peu à peu, von Tag zu Tag. Belaste das Bein immer ein bisschen mehr." Zwischendurch klatscht "Rapha" kurz mit Marek Mintal ab, der ebenfalls in Nürnberg seine Reha absolviert. Auch Per Nilsson quält sich im gleichen Raum mit Gewichten an einem Fitnessgerät.

Am Dienstag, 11. Oktober 2011, ging Raphael Schäfer bereits zum ersten Mal wieder mit Torwarttrainer Adam Matysek auf den Fußballplatz trainieren: "Wer ihn kennt, weiß es: Raphael ist hart im Nehmen", kommentierte Trainer Dieter Hecking den Plan seines ehrgeizigen Schützlings. Und der hat folgendes vor: "Auf dem Platz wollen wir einige Sachen ausprobieren und sehen, wie mein Bein reagiert. Danach wird es eine "typische" Sache sein, in der man von Tag zu Tag, von Woche zu Woche neu bewertet und entscheidet."

Comeback gegen Freiburg?

Sein Comeback kann dem Keeper nicht schnell genug kommen: "Bis jetzt ist der Plan, dass ich Ende Oktober wieder ins Mannschaftstraining einsteigen werde." Die Rückkehr also zum Spiel gegen Freiburg? "Wenn ich in der Woche vor dem Spiel wieder mit der Mannschaft trainieren kann, ist das ein durchaus realistisches Ziel." Bis dahin legt der Mannschaftskapitän seine Reha-Termine so, dass er seine Mannschaftskameraden in der Kabine möglichst häufig sieht: "Bei den Spielen bin ich dabei, in der Kabine sehe ich die Jungs regelmäßig und kann mit ihnen reden."

Bis zum Spiel gegen Freiburg ist aber noch Zeit: "Ich finde, Zugucken ist am schwersten", berichtet "Rapha", der im Stadion bei den vergangenen Heimspielen neben der Trainerbank Platz nimmt: "Da möchte man am liebsten mit auf dem Platz stehen und helfen." Vor lauter Emotionen vergaß er da auch schon sein schmerzendes Bein: Beim Jubeln und beim Ärgern bei der Partie gegen Mainz sprang der 32-Jährige auf beiden Beinen herum, und zwar ohne Krücken: "Wenn man von außen wenig Einfluss nehmen kann, ist das nicht einfach. Man will helfen, kann es aber nicht. Klare Sache: Ich will einfach bald wieder auf dem Platz stehen." Was nicht mehr lange dauern wird. Denn für die Umsetzung seiner Ziele macht Raphael Schäfer keine Kompromisse.