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Leverkusen - Groß vorstellen musste sich der neue Trainer nicht. Die meisten Spieler kannten den 42-Jährigen, und auch den wenigen Zuschauern, die sich Montagnachmittag beim Training von Bayer Leverkusen eingefunden hatten, war das Gesicht des Interimstrainers vertraut.

Lewandowski ersetzt bis zum Saisonende den am Samstag beurlaubten Teamchef Sami Hyypiä.

Trainer-Duo mit Gegensätzen

Mit dem Finnen hatte Lewandowksi bereits von April 2012 bis Ende vergangener Saison ein Trainerteam gebildet und Bayer zuletzt sogar in die Champions League geführt, ehe er sich trotz Vertrages bis 2015 wieder in den Nachwuchsbereich zurückzog.  

Lediglich als der neue Co-Trainer Peter Hyballa (38) den Rasen betrat, rätselten die Fans, wer das denn wohl sei. Der ehemalige Coach von Alemannia Aachen - in der Branche als Heißmacher und Top-Motivator bekannt - soll im Bundesliga-Schlussspurt gemeinsam mit dem eher ruhigen Lewandowski das Ruder rumreißen und die erneute Qualifikation für die Königsklasse perfekt machen.

"Uns hat Emotionalität gefehlt"

"Ich habe jemanden gesucht, der auch positive Emotionalität miteinbringt und kommunikativ ist. Das hat uns zuletzt etwas gefehlt. Peter bringt das alles mit", erklärte Lewandowski, warum seine Wahl auf den früheren Juniorencoach von Borussia Dortmund und des VfL Wolfsburg fiel. In der prekären Lage von Bayer, das nach einer hervorragenden Hinrunde mit Platz 2 mittlerweile auf den 5. Rang abgestürzt ist, müsse man in der Kürze der Zeit schnell einige Dinge ändern.

"Wir wollen an ein paar Stellschrauben drehen, damit wir möglichst schnell Fortschritte erzielen. Einfach weiter so, das geht nicht", sagte Lewandowski, der am Wochenende die letzten Auftritte (u.a. die Niederlage in Hamburg) der Bayer-Elf gründlich analysiert und einige Schlüsse daraus gezogen hat. 

"Wir müssen unsere taktische Flexibilität erhöhen, wieder aktiver verteidigen und insgesamt an unserer Grundordnung feilen", sagte Lewandowski, der am Sonntagnachmittag gegen Hertha BSC erstmals wieder als Chef auf der Bank sitzen wird. Trotz der jüngsten Kritik an der Mannschaft, der sich zuletzt auch Bayer-Geschäftsführer Michael Schade angeschlossen hatte, glaubt Lewandowksi an den Charakter seiner Spieler und die Wende zum Guten.

Zusammenarbeit nicht von Dauer

Die Zeit ist knapp, dennoch hätten laut Lewandowski alle Profis die Möglichkeit, sich zu empfehlen. "Jeder hat die Chance, sich zu zeigen. Wir wollen alle erreichen und mitnehmen", so Lewandowksi, der aber vor den ausstehenden fünf Saisonspielen auch klarstellte : "Wir haben nicht viel Zeit, alle sind gefordert."

Dass er nach der Spielzeit wieder in den Nachwuchsbereich zurückkehrt, ist unabhängig vom Saisonausgang beschlossene Sache. Die Ein-Monats-Mission des Sascha Lewandowski hat begonnen.