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In der Bundesliga mit dauerhafter Ladehemmung, in der Nationalmannschaft mit eingebauter Torgarantie: Miroslav Klose ist derzeit nicht nur für den deutschen "Fußball-Kaiser" Franz Beckenbauer ein "Rätsel".

Mit seinem "goldenen Treffer" zum 1:0 (1: 0)-Sieg der DFB-Auswahl gegen Russland schoss der gebürtige Pole den Vize-Europameister nicht nur auf direktem Weg zur WM-Endrunde in Südafrika, sondern schickte auch Liebesgrüße aus Moskau an seinen Vereinscoach Louis van Gaal, bei dem er einen schweren Stand hat.

In der Bundesliga noch ohne Tor

"Ich hoffe, dass bei mir nun auch in der Bundesliga wieder der Knoten platzt", sagte der Matchwinner von Moskau, der für seinen Club Bayern München in dieser Saison noch gar nicht getroffen hat. Dagegen läuft es in der Nationalelf für den 31-Jährigen wie am Schnürchen.

Mit sieben Treffern ist Klose der erfolgreichste deutsche Stürmer in der noch bis Mittwoch laufenden WM-Qualifikation, mit seinem 48. Länderspieltor hängte er in der ewigen Torjägerliste zudem seine ehemaligen Trainer Rudi Völler und Jürgen Klinsmann ab und setzte sich alleine auf Rang 3.

Vor Klose stehen nur noch Gerd Müller, der legendäre Bomber der Nation, mit 68 Treffern und Joachim Streich, der für die frühere DDR-Auswahl 55 Mal erfolgreich war.

Salto für ein wichtiges Tor

"Diese Statistiken sind schön, aber viel wichtiger ist, dass wir durch mein Tor die WM-Qualifikation geschafft haben", sagte Klose bescheiden. Seinen "im Training einstudierten" Treffer in der 35. Minute, nach herrlicher Vorarbeit von Mesut Özil und Lukas Podolski, hatte der WM-Torschützenkönig von 2006 nach langer Zeit mal wieder mit seinem berühmten Salto gefeiert.

"Ich wusste direkt, dass das ein wichtiges Tor ist. Mir war klar, dass es in diesem Spiel nicht viele Tore gibt. Und auch bei einem 1:1 wäre das Tor wichtig gewesen", erklärte der Mann des Abends seinen lange vermissten Torjubel.

"Man hat gesehen, wie wichtig Miro für die Mannschaft ist. Es ist gut, dass Joachim Löw trotz der Kritik von außen an ihm festgehalten hat", bemerkte Kapitän Michael Ballack, der bereits vor dem Spiel des Jahres eine Lanze für den zurzeit glücklosen Stürmer gebrochen hatte.

Keine Probleme mit dem Untergrund

"Diese Diskussionen habe ich ausgeblendet, ich habe mich nur auf die Nationalelf konzentriert", versicherte Klose, der auf dem Plastikgrün des Luschniki-Stadions mit einem neuen Spezialschuh seines Ausrüsters guten Stand hatte.

"Ich habe gar nicht daran gedacht, dass wir auf Kunstrasen spielen. Beim Abschlusstraining hatte ich bei dem Dauerregen noch ein schlechtes Gefühl. Beim Spiel hat aber alles wunderbar geklappt, auch wenn das Tor nicht einfach war", berichtete Klose, der nach dem Abpfiff unter dem Jubel seiner Kollegen in der Kabine seinen Treffer im TV noch einmal bewundern konnte.

Anschließend berichtete er aber erst einmal per Handy seiner Ehefrau Sylwia und den Zwillinge Luan und Noah von einem traumhaften Abend in der russischen Hauptstadt.