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Stolze 38 Mal qualifizierten sie sich bereits für den Europapokal und haben dank ihrer Erfolge einen Platz in der Erfolgs-Historie der europäischen Wettbewerbe sicher. Mit Steaua Bukarest hat der FC Bayern München zum Champions-League-Auftakt nicht gerade ein unbeschriebenes Blatt im europäischen Vereinsfußball zum Gegner.

Die größten Erfolge in der Vereinsgeschichte des 23-fachen rumänischen Meisters auf internationaler Ebene liegen allerdings gut zwei Jahrzehnte zurück. 1986 traf Bayerns heutiger Gruppengegner in Sevilla im Finale des Landesmeisterpokals - dem Vorgänger der Champions League - auf den spanischen Renommierclub FC Barcelona.

Ein Spieler der Rumänen glänzte in diesem Endspiel mit einer absoluten "Galaform" und sollte später als "Elfmeterkiller von Sevilla" in die Geschichte eingehen. Steauas Schlussmann Helmuth Ducadam parierte gegen die Katalanen vier (!) Elfmeter und stellte damit einen neuen Rekord im internationalen Fußball auf. Bukarest siegte mit 2:0 und setzte sich als erster osteuropäischer Verein Europas "Krone" auf.

Beängstigende Dominanz

Überhaupt waren die 80er Jahre die erfolgreichste Zeit von Steaua Bukarest. Man gewann neun nationale Titel und schaffte es zwei Jahre nach dem sensationelle Erfolg über Barcelona erneut ins Finale des Landesmeistercups. Zwar verlor der Club das Endspiel gegen den überlegenen AC Mailand klar mit 0:4, aber die überzeugenden Auftritte der Mannschaft in den vergangenen Jahren hatten vor allem auf nationaler Ebene zu einer beängstigenden Dominanz und höchstem Respekt bei ihren Gegnern geführt.

Diese Dominanz spiegelte sich in den späten 80ern in der bemerkenswerten Serie von 103 Ligaspielen in Folge ohne Niederlage deutlich wieder und stellte einen neuen europäischen Rekord dar.

Neue Führung

Das Streben nach neuen Bestmarken wurde beim rumänischen Rekordmeister ab dem Jahr 2000 neuerlich intensiviert. Der Immobilien-Mogul und Multimillionär George Becali - er gilt als einer der reichsten, aber auch umstrittensten Männer Rumäniens - übernahm die Führung des Clubs und will mittels seiner Finanzspritzen an vergangene Erfolge anknüpfen. Mit seinen "Zuschüssen" sorgt er dafür, dass Steaua seine besten Spieler trotz verlockender Angebote zum Bleiben motivieren kann.

Diese finden sich vornehmlich in der Offensive des Champions-League-Teilnehmers wieder. "Auf die Stürmer, ob Dayro Moreno, Arthuro, oder auch Stancu, sollten die Bayern ein Auge werfen. Besonders über die linke Seite ist das Team in der Lage, viel Druck nach vorne zu entfachen", weiß der ehemalige rumänische Bundesligaspieler Ion Vladoiu (1. FC Köln) im "kicker" über den Verein zu berichten, der in der Champions-League-Qualifikation den türkischen Meister Galatasaray ausschalten konnte.

Reinster "Hexenkessel"

Ein weiteres Pfund, mit dem die Rumänen wuchern können, ist ihre Heimspielstätte. Das "Ghencea-Stadion" fasst zwar "nur" 28.000 Zuschauer, ist aber der "reinste Hexenkessel". Das weite Rund ist nach englischem Vorbild, wie ein reines Fußballstadion aufgebaut und die Stimmung lebt von der Nähe der Fans zum Spielfeld. "Solange du noch nicht in Ghencea gespielt hast, bist du kein richtiger Fußballspieler", heißt es von Akteuren, die die fantastische Stimmung selbst erlebt haben.

Die Spielphilosophie von Trainer Marius Lacatus - selbst Spieler bei Steaua und Elfmetertorschütze im 86er Finale - ist offensiv ausgerichtet. Fast die logische Konsequenz, bedenkt man wie euphorisch die Fans ihre Elf bei den Heimspielen nach vorne peitschen. Auf den FC Bayern wartet am Mittwochabend eine echte Herausforderung bei der Rückkehr in die "Königsklasse".

Florian Bruchhäuser