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Leverkusen - Als alle Zuschauer bereits mit dem Elfmeterschießen rechneten, schlug seine Stunde. Ruben Jenssen knallte den Ball nach schöner Vorarbeit von Mo Idrissou sechs Minuten vor Ende der Verlängerung zum 1:0-Sieg des 1. FC Kaiserslautern in Leverkusen in die Maschen. Damit qualifizierte sich der Underdog für das Halbfinale des DFB-Pokals. Nach dem Geniestreich stellte sich der norwegische Nationalspieler zum Interview.

Frage: Herr Jenssen, Glückwunsch zum Siegtreffer beim überraschenden Pokalsieg des 1. FC Kaiserslautern in Leverkusen. Beschreiben Sie doch noch einmal den entscheidenden Moment?

Ruben Jenssen:Mo Idrissou hat mir den Ball super serviert. Ich hatte genug Zeit und habe mir nur gedacht: Bleib ruhig. Ich habe gesehen, dass sich der Torwart nach links bewegte und habe dann rechts reingeschossen. Hat gut geklappt.

Frage: Sie haben am letzten Spieltag gegen Greuther Fürth Ihr erstes Saisontor geschossen. Hat Ihnen dieser Treffer vom Samstag geholfen?

Jenssen: Ja, klar. Wenn man ein Tor macht, ist das immer gut für das Selbstvertrauen. Ich habe in der Vorbereitung viel gearbeitet, um mehr Tore zu machen. Wir wollen ja auch mehr Punkte holen.

Frage: Wie wohl haben Sie sich auf der eher ungewohnten Position als Linksaußen gefühlt? War es sehr ungewohnt für Sie?

Jenssen: Ja, ein bisschen. Meine beste Position ist sicherlich das zentrale Mittelfeld. Aber ich spiele immer da, wo der Coach mich hinstellt.

Frage: Wie war die Halbzeitansprache des Trainers?

Jenssen: Wir wussten, dass es für Leverkusen gerade Zuhause schwer wird, wenn es keine Torchancen kreieren kann. Dann fangen die Fans an zu pfeifen. Das war unsere Chance. Das hat der Trainer angesprochen.

Frage: Wenn man das Spiel von außen gesehen hat, drängte sich einem der Eindruck auf, dass der FCK lange gebraucht hat, um zu erkennen, dass an diesem Tag die Überraschung wirklich möglich war.

Jenssen: Ich habe einen Riesenrespekt vor Leverkusen. Das ist eine Topmannschaft, die zweitbeste in Deutschland. Sie spielt in der Champions League und gehört zu den besten in Europa. Wir konnten gegen sie nicht so spielen, wie gegen eine Mannschaft der 2. Bundesliga. Wir wussten, dass es schwer wird. Aber wir haben ein großes Selbstvertrauen in der Mannschaft und wussten, das alles möglich ist, weil wir viel Qualität haben.

Frage: Wie haben Sie den verschossenen Elfmeter von Mo Idrissou verkraftet?

Jenssen: Das ist immer schwer. Aber wir haben einfach weitergemacht. Das war gut.

Frage: Wie zufrieden sind Sie mit dem Auftakt ins Jahr 2014?

Jenssen: Der Auftakt war super. Erst der Sieg im schweren Spiel gegen Greuther Fürth, nun der Erfolg in Leverkusen. Mehr geht nicht.

Frage: Im Pokalspiel hat man nie einen Klassenunterschied zwischen den beiden Teams gesehen. Hat Sie das überrascht?

Jenssen: Nein. Ein guter Zweitligist kann an einem guten Tag auch erstklassig spielen. Das ist auch in Norwegen nicht anders.

 Frage: Wie schwer ist es nach so einem Highlight den Schalter auf das nächste Punktspiel in Aue umzulegen?

Jenssen: Das ist kein Problem. Der Sieg in Leverkusen ist super, aber nur ein Bonus für uns. Unser Alltag ist die 2. Bundesliga. Wichtiger sind jetzt die drei Punkte in Aue.

Frage: Was für eine Partie erwarten Sie in Aue am kommenden Montag?

Jenssen: Das wird ein ganz anderes Spiel. Aue kämpft gegen den Abstieg. Wir wissen, dass es schwer wird. Wir werden den Sieg kurz feiern, dann regenerieren und uns auf Aue vorbereiten.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski