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Hamburg - Robert Lewandowskis Worte klangen wie eine Drohung. "Ich weiß, dass ich meine Topform noch nicht erreicht habe", sagte der neue Torjäger des FC Bayern München, nachdem er seinem Job mal wieder mit beeindruckender Selbstverständlichkeit nachgekommen war. Der Toptransfer des Rekordmeisters trifft bereits knapp vier Wochen vor Saisonbeginn wie er will. Die Bundesliga zittert.

Technisch geschmeidig, eiskalt vor dem gegnerischen Tor und schon nach wenigen Einheiten bestens in die Kombinationsmaschinerie des Teams von Pep Guardiola eingebunden: Lewandowskis erste Vorstellungen im Trikot des Meisters sorgen für unbehagliches Staunen bei der Konkurrenz. "Wenn ich mir einen Spieler aussuchen könnte, dann wäre es Lewandowski", scherzte Geschäftsführer Klaus Allofs nach dem 0:3 (0:3) seines VfL Wolfsburgs gegen den FCB im Finale des Telekom Cups in Hamburg (Spielbericht).

Zwei Treffer hatte der Neuzugang von Borussia Dortmund beigesteuert und ein glänzendes Verständnis mit Franck Ribery angedeutet. "Für das Selbstvertrauen eines Stürmers ist es immer super, wenn er Tore macht", sagte der Franzose: "Jeder weiß, dass es nicht einfach ist, wenn man als neuer Spieler zu den Bayern kommt."

Doch den gebürtigen Warschauer scheint die hohe Erwartungshaltung des Clubs, der Medien und der Fans keinesfalls zu lähmen. Im Gegenteil: Der 25-Jährige wirkt wild entschlossen, sein so mühelos wirkendes Spiel weiter zu verbessern. "Ich habe zwei Tore geschossen, aber ich weiß auch, dass noch nicht alles perfekt ist", sagte Lewandowski, der schon am Samstag im Halbfinale des Vorbereitungsturniers gegen Borussia Mönchengladbach (5:4 i.E.) das Publikum mit einem Lupfer-Tor verzaubert hatte.  

"Er hat einfach alles"

Doch das kann nur der Anfang gewesen sein. Früh hatte sich Lewandowski auf einen Wechsel nach München festgelegt, weil er vor allem eines im Sinn hat: Titel, Titel, Titel. "Mein Gefühl war, dass dieser Verein, diese Mannschaft für mich am besten ist, dass mich der FC Bayern besser machen kann", sagte er bei seiner Vorstellung an der Säbener Straße und bewies, dass er die Bayern-Mentalität schon an Tag eins verinnerlicht hatte: "Am besten alle Titel gewinnen", lautet das Credo des Torschützenkönigs der abgelaufenen Bundesliga-Saison.

Coach Guardiola und Sport-Vorstand Matthias Sammer reiben sich schon jetzt die Hände, dass sie den kantigen Mario Mandzukic durch den geschmeidigen, kombinationsstärkeren Lewandowski ersetzt haben. Er ist "aus dem Holz, aus dem Champions geschnitzt sind", sagte Sammer. "Er hat einfach alles. Gratulation an die Bayern, dass sie so einen Spieler geholt haben", jubelte Guardiola.

Nur die Konkurrenz aus der Bundesliga mag sich irgendwie nicht so richtig darüber freuen. Zu furchteinflößend waren die ersten Auftritte der neuen Münchner Sturmspitze.