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München - Arjen Robben lächelt wieder, die gute Laune ist zurück beim Star des FC Bayern. Bei den Bayern-Festspielen der vergangenen zehn Tage gab der Niederländer den Intendanten. Sieben der 20 Tore in den letzten drei Spielen erzielte der Mittelfeldspieler selbst, vier weitere Treffer legte er auf. Führt er die Münchner im Pokal-Halbfinale gegen Gladbach am Mittwochabend zur nächsten Gala (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker)?

Der Niederländer ist skeptisch. "Es werden sicher nicht wieder sechs oder sieben Tore werden", meint Robben: "Wir waren zuletzt sehr gut drauf, aber darin liegt auch die Gefahr." Die drei souveränen Auftritte trüben seinen Blick nicht. Zu präsent sind die schlechten Erinnerungen an den kommenden Gegner. Zwei Mal bezwangen die Gladbacher den Rekordmeister in der laufenden Saison in der Bundesliga - jeweils zum Auftakt der Hin- und Rückrunde.

Robbens Leistungsexplosion zieht Bayern aus dem Tief



Dass den Gladbachern ein drittes Husarenstück gelingt, daran glaubt Robben nicht: "Wir haben nun eine andere Form", meint der 27-Jährige. Es mache wieder richtig Spaß, "nach einer schwierigen Zeit für uns". Robben sprach bewusst in Wir-Form, wohlwissend, dass seine persönliche Situation sinnbildlich für die schwache Phase des Rekordmeisters stand.

Drei Spiele hintereinander schmorte der Flügelflitzer im Februar auf der Bank. "Nicht die schönste Zeit", meint Robben rückblickend. Die Leistungsexplosion des Oranje-Stars in den vergangenen zwei Wochen sorgte für Ruhe beim FC Bayern. Und sie erstickte die Diskussion um Robbens Rolle im Team: An guten Tagen hob er das Spiel seiner Mitspieler auf eine andere Ebene, schwächelte er, dann tat sich vielfach auch der FC Bayern schwer.

Findet er wieder seine Weltklasse-Form, könnte er gerade in der "Königsklasse" den Unterschied machen. "Von Messi abgesehen ist Robben im Umgang mit dem Ball der Beste", schrieb die spanische Sportzeitung "AS" nach Robbens glänzendem Auftritt gegen Basel. Der Niederländer hat mit seinen Leistungen zuletzt gute Argumente gesammelt für die laufenden Gespräche über seine Vertragsverlängerung in München.

Bis 2013 läuft sein Kontrakt noch. Es gebe bei diesem Thema keine Eile, meint er und kündigt lieber einen weiteren Formanstieg an: "Ich bin noch nicht bei hundert Prozent, auch wenn das einige nach den letzten Spielen behaupten." Seine Prognose: "Es kann noch richtig schön werden am Ende."

Schweinsteiger fehlt, Olic zurück im Kader



Vor einem möglichen Happy End warten nun erst einmal die hartnäckigen Gladbacher. Es überrasche ihn nicht, dass das Team von Trainer Lucien Favre noch immer so weit oben stehe, sagt Robben. "Hinten stabil, gute Organisation, guter Trainer und vorne individuelle Qualität - eine richtig gute Kontermannschaft", lobt Robben.

Beim FC Bayern steht Bastian Schweinsteiger aufgrund einer Reizung im Fuß nicht im Kader und wird sein Aufbautraining fortsetzen. Ivica Olic hingegen hat seine Rückenprobleme überwunden und kehrt ins Aufgebot zurück.

Elfmeterschießen hat Jupp Heynckes am Dienstag übrigens nicht mehr üben lassen. Arjen Robben sieht darin kein Problem - er probte ja genügend am vergangenen Wochenende .

Von der Säbener Straße berichtet Andreas Messmer