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München - Europas Fußballer des Jahres ist wieder da. Bei Bayern Münchens Franck Ribery, der seit dem Champions-League-Titel von Wembley fast nur Rückschläge hinnehmen musste, geht es endlich wieder aufwärts.

"Ihm geht es vom Rücken her gut. Vielleicht steigt er sogar sofort voll ein", sagt FCB-Sportdirektor Matthias Sammer. Für den 31-jährigen Ribery, der auf dem Trainingsplatz an der Säbener Straße spritzig und frisch wie zu besten Zeiten wirkt, endet die vermutlich schwerste Phase seiner Karriere.

Entscheidender Anteil am Triple

Nach dem Triumph von London, bei dem er das entscheidende Tor von Arjen Robben vorbereitete, war Ribery ganz oben. Der Franzose war der herausragende Spieler der historischen Triple-Bayern und für viele Experten trotz mehrerer kleinerer Verletzungen Ende 2013 der einzig logische Sieger der Weltfußballerwahl.

"Besser kann ich nicht spielen", hatte der Dribbler gesagt. Doch die großen Namen zählten am 13. Januar in Zürich erneut mehr als Riberys perfekte Saison. Hinter Cristiano Ronaldo und sogar hinter Lionel Messi, der mit Barcelona bestenfalls eine durchschnittliche Saison gespielt hatte, landete Ribery nur auf Rang 3.

Enttäuschung nach der Weltfußballerwahl sitzt tief

Ribery schwieg sich in seiner Enttäuschung aus, gab keine Interviews. Doch nicht nur psychisch war das schwer zu verkraften, auch sein Körper meldete sich. 13 Bayern-Spiele verpasste Ribery nach der Wahl aufgrund einer Gesäß-Operation und Formschwankungen. Mitte April kamen auch noch Rückenbeschwerden hinzu. Und schließlich trat das Undenkbare ein: Auch die WM fand ohne den wohl besten Spieler des letzten Jahres statt.

In Brasilien, wo er es der Welt erneut hätte beweisen können, spielten stattdessen Riberys Teamkollegen um den neuen Shootingstar Antoine Griezmann groß auf. Die Stimmen aus Frankreich, dass die Equipe Tricolore ohne den Bayern-Superstar ohnehin besser dran wäre, mehrten sich, während Ribery gar eine erneute Operation drohte.

Ribery schuftet im Urlaub

Vergessen. Frankreich scheiterte schließlich verdient - und gegen Deutschland hätte den Bleus ein Ribery sicher nicht geschadet. Der hingegen bereitete sich inzwischen akribisch auf die neue Spielzeit vor. Schon im Urlaub arbeitete er hart mit Rehatrainer Thomas Wilhelmi und Physiotherapeut Helmut Erhard. "Das war sehr gut organisiert. Wir hatten eine sehr gute Zeit, das war sehr wichtig für mich", so der Rechtsfuß, der sich in dem neu verpflichteten Bernat (Portrait) auch neuer Konkurrenz erwehren muss. Der Spanier kann sowohl Linksverteidiger als auch Linksaußen spielen. Sollte Ribery wieder seine Bestform erreichen, führt an ihm jedoch wohl kein Weg vorbei.

Außerdem könnte Ribery sogar mit Vorsprung starten: Während die anderen Nationalspieler ein ganzes Turnier in Südamerika in den Knochen haben, geht Ribery ausgeruht, perfekt vorbereitet und schmerzfrei in die neue Spielzeit. Oder wie er selbst sagt: "Wir sind bereit für eine schöne Saison."

Christoph Gschoßmann