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Es war wahrhaft eine Galavorstellung: Bayerns Mittelfeldstar Franck Ribery sprühte beim 4:1-Sieg der Münchner gegen Energie Cottbus am 14. Spieltag vor Spielfreude. Fußball zum Zungeschnalzen - einfach phänomenal!

Unglaubliche 134 Ballkontakte, ein Traumtor, eine sehenswerte Torvorlage und Pässe wie an der Schnur gezogen: Das war allerhöchste Fußballkunst des Franzosen in Diensten des FC Bayern München!

"Er ist absolute Weltklasse"

Die Lobeshymnen auf den 25-Jährigen fanden nach der Begegnung kein Ende. "Er ist ein Ausnahmespieler, der tolle Akzente setzt", schwärmte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann. "Seit er wieder gesund ist, zeigt er jedes Mal seine Weltklasse", meinte Manager Uli Hoeneß.

Doch das größte Lob kam vom "Premiere"-Experten und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer: "Er ist absolute Weltklasse. Er ist komplett ausgebildet, er ist unglaublich schnell, er ist technisch stark und physisch in einer super Verfassung - er ist momentan der beste Spieler der Welt." Das dürfte selbst in Riberys Ohren wie Musik geklungen haben.

Interessanter Vergleich

Doch wie schlägt sich "Kaiser Franck" im Vergleich mit anderen Stars aus den europäischen Top-Ligen wie Frank Lampard (FC Chelsea), Steven Gerrard (FC Liverpool), Cristiano Ronaldo (Manchester United), Kaka, Ronaldinho (beide AC Mailand), Lionel Messi (FC Barcelona) oder Rafael van der Vaart (Real Madrid)? Die Antwort lautet: prächtig!

bundesliga.de tauchte tief in die Statistikdatenbank ab und fand interessante Fakten.

Ribery ist kalt wie eine Hundeschnauze. Bei der Schussgenauigkeit (77 Prozent) und der Chancenverwertung (46 Prozent) ist der Bayer im Vergleich mit den anderen Superstars einsame Klasse! Auf Platz 2 folgt der ehemalige Hamburger und jetzige Madrilene van der Vaart mit "nur" 29 Prozent vor Manchesters Superstar Ronaldo. Milans Ronaldinho, Weltfußballer der Jahre 2004 und 2005, bringt es in punkto Präzision "nur" auf 48 Prozent. Seine Chancenverwertung liegt bei 21 Prozent.

Mein Freund der Ball

Sechs Tore erzielte Ribery in seinen bisherigen neun Bundesliga-Einsätzen in der aktuellen Spielzeit. 729 Minuten stand er dabei auf dem Platz. Im Schnitt knipst der Münchner Publikumsliebling folglich alle 122 Minuten! Nur Ronaldo (104) und Messi (116) benötigen im Schnitt noch weniger Zeit für ein Tor.

Was die Statistik auch zeigt: Ribery ist der absolute Denker und Lenker im Mittelfeld der Bayern. Innerhalb von 90 Spielminuten kommt der Vizeweltmeister im Schnitt auf überragende 102 Ballkontakte! Das ist der Bestwert im Vergleich mit den anderen sieben Akteuren. Nur Chelseas Lampard kann ihm nahezu das Wasser reichen. Der Engländer bringt es auf 96 Ballkontakte pro 90 Minuten, gefolgt von Liverpools Gerrard mit 88.

Dahin wo's weh tut

Dabei scheut Bayerns Nummer 7 auch das Risiko und den Kontakt mit dem Gegner nicht. Im Schnitt ging der Franzose in 90 Minuten 5,6 Mal ins Dribbling - nur bei Messi ist dieser Wert höher, der den Gegenspieler im Schnitt 7,6 Mal pro 90 Minuten zum Tanz bittet.

Und wer Ribery mangelnden Einsatz in der Defensive vorwirft, der sollte jetzt genau hinschauen. Mit durchschnittlich 17,7 Zweikämpfen am Ball pro 90 Minuten ist das Bayern-Ass der fleißigste Zweikämpfer unter den Topspielern Europas!

Allerdings bekommt der 1,71 Meter große Hochgeschwindigkeitsdribbler auch am meisten auf die Socken. Unter diesen acht Top- Spielern wird er am häufigsten unfair vom Ball getrennt. Im Schnitt 4,7 Mal pro 90 Minuten wird er gefoult.

Gutes Auge

Ribery beweist zu guter Letzt auch ein gutes Auge für den Mitspieler. 22 Prozent seiner Flanken landen beim Teamkollegen. Das ist der drittbeste Wert unter diesen acht Spielern. Nur Lampard (33 Prozent) und Milans Kaka (24 Prozent) flanken noch etwas präziser.

Fazit: Matthias Sammer hatte mit seinem Ausspruch, Ribery sei derzeit der "beste Spieler der Welt", nicht Unrecht. Gleich in mehreren spielentscheidenden Kategorien ist der Bayern-Star die Nummer1!

Sven Becker