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Skurrile Situationen, bemerkenswerte Augenblicke und persönliche Schicksale im deutschen Profi-Fußball 2008.

Das waren die Top-Ereignisse im Monat MÄRZ:

Die Bundesliga bleibt auf Erfolgskurs. Das zeigten die Zahlen des Bundesliga Reports 2008, den die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH im März in Frankfurt vorstellte. In der Saison 2006/2007 hatten die 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga einen Rekordertrag von 1,75 Mrd. Euro und damit ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Das "Unternehmen Profifußball" bietet zudem 34.805 Menschen in Deutschland Arbeit (plus 2 Prozent). Die tragende Säule des wirtschaftlichen Erfolges der Bundesliga bleibt auch weiterhin der Fan: Mit 16,3 Mio. Stadionbesuchern erzielte die Liga ihren sechsten Zuschauerrekord in Folge. Der Anteil der weiblichen Fans in den Stadien stieg dabei von 21 auf 23 Prozent.

Mit der Causa Klinsmann hatten sich die Verantwortlichen an der Säbener Straße einen konstruktiven Querdenker ins Haus geholt. Trainer und EIN Co-Trainer, das war einmal. Aktuell stehen dem 44-Jährigen nicht weniger als neun Assistenten zur Verfügung. Einer davon wurde im März als ebenso prominenter wie überraschender Neuzugang vermeldet. Jürgen Klinsmann holte Christian Nerlinger als Teamchef zurück an die Isar. Die Feinheiten des Spiels hatte er einst beim FC Bayern und in Dortmund erlernt, später, bei den Glasgow Rangers, kam das Rustikale hinzu. Glänzend aufpolieren und hobeln bis die Späne fliegen, Nerlinger kennt beides. Somit passt er für Bayern-Manager Uli Hoeneß "perfekt ins Gesamtkonzept".

Detlef Dammeier kannte das kribbelnde Gefühl in der Magengegend, das sich einstellt, wenn der Aufzug aus dem "Oberhaus" erst ins "Untergeschoss" der 2. Bundesliga rauscht und später wieder hinauf in die Erstklassigkeit. Dammeier war mit Bielefeld selbst zwei Mal auf- und ein Mal abgestiegen. Letzteres sollte er vermeiden, als er im März bei der Arminia die Nachfolge von Reinhard Saftig als Geschäftsführer Sport antrat und nach der Middendorp-Trennung das Interims-Traineramt an Michael Frontzeck übergab. "Er kennt die Strukturen des Vereins und weiß, wo er ansetzen muss", sagte damals Präsident Hans-Hermann Schwick. "Ich hoffe, dass er seine Stärken im Abstiegskampf einbringen kann." Konnte er. Der DSC blieb drin.

In der Diskussion, ob ein Torwart im laufenden EM-Jahr von einer Londoner Bank aus direkt ins Tor der deutschen Nationalmannschaft wechseln dürfe, führte Jens Lehmann gute Argumente an. Beim 4:0 im Freundschaftskick gegen die Schweiz freute man sich natürlich über die Tore von Lukas Podolski, Miroslav Klose und den Doppelpack von Mario Gomez. Die Aufmerksamkeit verlagerte sich nach Abpfiff aber schnell von vorne nach hinten. Denn ganz hinten hielt Lehmann wieder einmal dicht. In Basel konnte der Nationalkeeper seine beeindruckende Rekordserie auf 621 Minuten ohne Gegentor im Adler-Dress ausbauen. Die bisherige Messlatte von Hans Jakob lag bei 481 Minuten. Es benötigte 70 Jahre und einen Lehmann, um sie zu überspringen.