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25. Februar 2007. Dieses Datum trägt René Adler tagtäglich bei sich. Er hat es sich in eine Silberkette eingravieren lassen, die ihm seine Mutter wenige Wochen zuvor zum Geburtstag geschenkt hatte. Sie hatte ihn darum gebeten, das Datum seines Bundesliga-Debüts auf dem Halsschmuck verewigen zu lassen.

Adler könnte seinen Eltern mit Sicherheit keinen Wunsch abschlagen. Schließlich haben sie ihn seit frühester Kindheit in seinem Traum, einmal Fußballprofi zu werden, unterstützt. Zum dritten Geburtstag bekam er die ersten Fußballschuhe geschenkt. Die waren noch zu groß und so stopfte seine Mutter Watte hinein.

Drei Jahre später gab es die ersten Handschuhe. Auch wenn es die kleinste Größe war, so waren auch die noch viel zu groß für den kleinen René.

Der große Däne als Vorbild

Und doch stand schon da fest, was er eines Tages werden möchte. Im Nachwuchsbereich des VfB Leipzig machte Adler seine ersten Gehversuche. Auf den Rängen des Zentralstadions fieberte er zugleich mit den "Großen" mit und erlebte Anfang der 90er Jahre den Aufstieg der Mannschaft in die Bundesliga mit.

Sein großes Vorbild spielte allerdings nicht in seiner Heimatstadt: Peter Schmeichel. Adler studierte dessen Spiele vorm Fernseher, eiferte dessen Spielweise nach und plakatierte die Wände in seinem Kinderzimmer mit dem Konterfei des legendären dänischen Torhüters.

Ein zweites Heim in Leverkusen

Ein Lehrgang der deutschen Nationalmannschaft sollte schließlich ein einschneidendes Erlebnis im Leben des René Adler werden. Dort wurde nämlich Rüdiger Vollborn, Torwarttrainer von Bayer Leverkusen auf ihn aufmerksam. Und so wechselte der junge Keeper im Alter von 15 Jahren an den Rhein.

Auch weit weg von der Heimat findet Adler ein zu Hause. Er lebt bei Vollborn und dessen Familie im ausgebauten Dachgeschoss. Der Torwarttrainer der Werkself wurde Mentor und zusätzliche Vaterfigur in einem.

Die Reifeprüfung

Nichts schien Adler aufhalten zu können - bis zum Mai 2006. Da nämlich zog er sich einen Haarriss in der Rippe zu. "Es war die Frage, ob ich überhaupt noch einmal würde spielen können", erinnert sich der Keeper. Doch Adler biss die Zähne zusammen und kämpfte sich wieder ins Team zurück.

Sein Bundesliga-Debüt feierte er schließlich aufgrund einer Rot-Sperre der etatmäßigen Nummer 1 Hans-Jörg Butt an jenem 25. Februar 2007 in der ausverkauften Veltins-Arena auf Schalke. Adler parierte einen Schuss nach dem anderen und hielt den 1:0-Sieg Bayers fest. Danach stand fest: Der Adler war zwischen den Pfosten des Leverkusener Tors gelandet. Die Werkself hatte eine neue Nummer 1.

Anderthalb Jahre später machte Adler dann auch sein erstes Länderspiel - ausgerechnet im wichtigen WM-Qualifikationsspiel gegen Russland. Der 2:1-Erfolg war ein Meilenstein auf dem Weg zur WM in Südafrika - für Adler und die DFB-Elf.

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