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München - Der FC Chelsea hat das Fußball-Mutterland mit einer fulminanten Aufholjagd vor der größten Champions-League-Pleite seit 16 Jahren bewahrt und ist als einziger Vertreter Englands ins Viertelfinale eingezogen. Die Londoner feierten in einem dramatischen Achtelfinal-Rückspiel einen 4:1 (3: 1, 1:0)-Erfolg nach Verlängerung gegen den SSC Neapel, nachdem sie das Hinspiel mit 1:3 verloren hatten.

Souverän und mit einem starken Mesut Özil entledigte sich Real Madrid seiner Aufgabe. Spaniens Rekordmeister bezwang ZSKA Moskau nach dem 1:1 in Russland im zweiten Duell mit souverän mit 4:1 (1: 0). Im Viertelfinale (27./28. März und 3./4. April), das wie auch das Halbfinale am Freitag (ab 11.45 Uhr/Sky) im schweizerischen Nyon ausgelost wird, könnte es nunmehr sogar zum Duell mit Bayern München kommen.

Real mit den deutschen Nationalspielern Sami Khedira und Özil - sowie dem Ex-Dortmunder Nuri Sahin auf der Bank - agierte mit dem Rückenwind einer souveränen Tabellenführung in der Primera Division, obwohl die frech aufspielenden Russen mit Konterchancen für Gefahr sorgten und gleich zu Beginn bereits nach acht Minuten durch Seydou Doumbia das 1:0 auf dem Fuß hatten.

Chelsea rettet sich in der Verlängerung



Doch der Führungstreffer gelang vor 65.000 Zuschauern den "Königlichen" durch Gonzalo Higuain (26.). Die sehenswerte Vorarbeit leisteten Khedira und Özil in einer Co-Produktion, bevor der Brasilianer Kaka für den Torschützen auflegen konnte. Özil präsentierte sich in bestechender Form, nahzu jeder Angriff der Gastgeber lief über den Ex-Bremer.

Mit einem haltbaren Aufsetzer aus 36 Metern markierte Cristiano Ronaldo (54.) das 2:0 und brachte die Madrilenen frühzeitig auf die Siegerstraße, bevor der eingewechselte Karim Benzema (70.) nach Vorlage von Özil das vorentscheidende 3:0 erzielte und erneut Ronaldo mit seinem sechsten Tor im laufenden Wettbewerb (90.+4) den Schlusspunkt setzte. ZSKA gelang durch Zoran Tosic (77.) nur noch eine Ergebniskosmetik.

Beim "Krimi" in London sorgte Didier Drogba vor 40.000 Zuschauern an der Stamford Bridge mit seinem Treffer (28.) für neue Hoffnung. Die Mannschaft von Interimscoach Roberto Di Matteo, der den Platz des entlassenen Andre Villas-Boas eingenommen hat, überstand die ersten Minuten, als Neapel druckvoll und aggressiv auftrumpfte, mit viel Glück schadlos. Doch dann übernahm der Tabellen-Fünfte der Premier League das Regiment, wobei die Italiener mit schnellen Kontern stets gefährlich blieben.

John Terry (46.) stellte mit dem 2:0 unmittelbar nach der Pause die Weichen in Richtung Viertelfinale und brachte Neapel wieder in Zugzwang. Die Italiener reagierten prompt und schlugen mit dem Anschlusstreffer durch den Schweizer Gökhan Inler (55.) zurück. Ein klarer Handelfmeter von Frank Lampard (75.) sorgte schließlich für die Verlängerung, in der Branislav Ivanovic (105.) den vierten Treffer in einer Begegnung markierte, die Bundesliga-Referee Felix Brych (München) ohne Probleme leitete.