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Stuttgart/Köln - Der 1. FC Köln hat unruhige Tage hinter sich. Nach dem Wirbel auf der Mitgliederversammlung bemüht sich Trainer Frank Schaefer, den Fokus wieder auf den Rasen zu lenken, denn am Sonntag steht für das Schlusslicht die richtungweisende Partie beim VfB Stuttgart an (So., ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

"Für uns war es eine turbulente Woche. Für den Verein, aber auch für die Mannschaft und uns als Trainerteam", sagt Schaefer: "Es ist sehr wichtig und gut für uns, dass das nächste Spiel ansteht und dass es weiter geht.

Schaefer packt das Team bei der Ehre

Die Mannschaft sei am Mittwoch beeindruckt gewesen von den Abläufen der Mitgliederversammlung und auch von dem, was gesagt wurde. "Dort ist nochmals jedem einzelnen Spieler bewusst geworden, in welchen Dimensionen er sich bewegt, wenn er für den 1. FC Köln spielt und was es bedeutet, in dieser Situation alles dafür zu tun, um den Club da herauszuholen", so Schaefer.

Gegen den VfB will der Übungsleiter wie erwartet voll auf Defensive setzen: "18 von 25 Toren haben sie im eigenen Stadion erzielt, deshalb wird vor allem unser Defensivverhalten sehr entscheidend sein. Die Mannschaft muss, basierend auf einer außergewöhnlichen Teamleistung, viel Laufbereitschaft und Disziplin an den Tag legen."

Wieder im Kader stehen wird gegen den VfB Christopher Schorch, ob es für Petit reicht, entscheidet sich kurzfristig. Einen entscheidenden personellen Wechsel ließ der FC-Trainer auf der Torwart-Position verlauten. Faryd Mondragon wird in Stuttgart zwischen den Pfosten stehen. Miro Varvodic bescheinigte Schaefer in seinen Partien insgesamt eine gute Leistung und begründete den Wechsel folgendermaßen: "Ich halte es für extrem wichtig, dass die Mannschaft auf dem Platz mehr Führung bekommt. Faryd hat oft genug bewiesen, dass er Führung übernimmt. Er organisiert und spricht sehr viel."

Vorne treffsicher, hinten anfällig

Das wird auch nötig sein gegen die torgefährlichen Schwaben. Schließlich stellt der VfB vor dem 13. Spieltag mit 25 Treffern nach Borussia Dortmund (29) die treffsicherste Offensive der Liga. Trotz des ernüchternden 3:3 nach 3:0-Führung beim FCK am vergangenen Wochenende hat sich das Team gefangen.

VfB-Cheftrainer Jens Keller stimmt nicht zuletzt die personelle Situation positiv: "Im Gegensatz zu den letzten Wochen stehen mir für die Partie gegen den FC wieder mehr Alternativen zur Verfügung, sodass ich über mehr Möglichkeiten für die Startaufstellung verfüge."

Martin Harnik habe am Freitag wieder mit der Mannschaft trainiert, bei ihm sehe es gut aus für Sonntag, so Keller. Zudem kehren Zdravko Kuzmanovic und Stefano Celozzi nach Verletzungen zurück. Lediglich Serdar Tasci und Khalid Boulahrouz fallen definitiv aus.

"...schließlich spielen wir zuhause"

Auf Seiten des Gegners erwartet der 39-Jährige eine hoch motivierte Truppe, die "sich den Allerwertesten aufreißen wird. Der FC ist in einer ganz schwierigen Situation. Die Spieler stehen aber voll hinter ihrem Trainer und werden alles geben. Nichtsdestotrotz sind sie Tabellenletzter. Wir werden dagegenhalten und wollen die drei Punkte in Stuttgart behalten. Schließlich spielen wir zuhause. Die letzten drei Partien haben wir hier gewonnen, daran wollen wir anknüpfen", so Keller.

Für den VfB wäre es der erste Bundesliga-Heimsieg gegen die "Geißböcke" seit über 14 Jahren. Damit es dazu kommt, muss sich insbesondere die Defensive steigern. In neun der zwölf Bundesligaspiele dieser Saison kassierte Stuttgart mindestens zwei Gegentore. "Aufgrund unserer Tabellensituation", sagt Keller, "stehen die Spieler nach wie vor unter einem wahnsinnigen Druck. Wir sind das aber von den letzten Wochen gewohnt und werden dementsprechend motiviert ins Spiel gehen." Ansonsten drohen wohl auch den Schwaben unruhige Tage.