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Leipzig – Reihenweise fertigt RB Leipzig die Konkurrenz aus dem oberen Tabellendrittel ab.Angreifer Timo Werner könnte schon bald mit eine Einladung zur Nationalmannschaft belohnt werden.

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Es war das Topspiel des 18. Spieltags: Zweiter gegen Dritter, zu Hause ungeschlagene Leipziger gegen die in dieser Saison noch gänzlich unbezwungene TSG 1899 Hoffenheim. Und es war das Duell der deutschen Topstürmer. Im direkten Vergleich hatte der aktuelle U21-Nationalspieler Timo Werner gegenüber dem U21-Europameister von 2009, Sandro Wagner, eindeutig die Nase vorn.

Während der Leipziger in der 38. Spielminute das Tor zum zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte und damit sein Team auf die Siegerstraße brachte, hatte sein Hoffenheimer Pendant einen gebrauchten Tag erwischt. Null Torschüsse und eine rote Karte wegen groben Foulspiels – Sandro Wagners Anteil an der 1:2-Niederlage seines Teams war nicht wegzudiskutieren. "Ich kann dem Schiedsrichter da keinen Vorwurf machen", räumte Wagner mit Blick auf den Platzverweis ein. "Wichtig ist, dass Stefan Ilsanker sich nicht verletzt hat. Ich habe mich sofort und nach dem Spiel nochmal bei ihm entschuldigt", sagte der sichtlich zerknirschte 29-Jährige.

Timo Werner: "Spielfreude und Torriecher wiedergefunden"

Auch für sein Team tat es Wagner leid. Wobei schon vor der Dezimierung der Kraichgauer die Partie klar in den Händen der Sachsen lag. Allein Timo Werner hatte am Ende sechs Torschüsse abgegeben und es damit einmal öfter versucht als das gesamte Hoffenheimer Team. Hatte Werner vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw damit also die Frage beantwortet, wer derzeit bester deutscher Stürmer ist? "Für mich ist das immer noch Thomas Müller", antwortete der 20-Jährige keck. Klar, beim Weltmeister vom FC Bayern München weiß man, was er kann. Fakt ist aber auch, dass Werner nun bereits elf Saisontore auf dem Konto hat. Insgesamt erzielte der pfeilschnelle Angreifer bereits 23 Bundesligatore in 113 Partien – und das mit 20 Jahren!

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"Ich habe die letzten Spiele sehr gut getroffen. Hier in Leipzig habe ich meine Spielfreude und damit auch den Riecher vor dem Tor wiedergefunden", strahlte Werner. Trotzdem blieb der Stürmer bescheiden. Auf die Frage, ob er sich ein Tor vor den Augen des Bundestrainers gewünscht hatte, erwiderte er: "Nö. Was ich mir gewünscht habe, waren drei Punkte. Und die haben wir eingesammelt." In der Tat war das nicht so ganz selbstverständlich, immerhin waren die Gäste aus dem Kraichgau in dieser Saison noch ohne Niederlage gewesen. "Wir haben gezeigt, dass auch Hoffenheim schlagbar ist", freute sich Werner. "Wenn man da oben steht, läuft vieles wie von alleine – nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen Spielern", versuchte sich der Ex-Stuttgarter an einer Erklärung des Leipziger Höhenflugs.

RB Leipzig bester Aufsteiger aller Zeiten

In den vergangenen vier Spielen hat RBL mit Hertha BSC, Frankfurt und Hoffenheim drei Teams aus dem oberen Drittel geschlagen. Leipzig ist jetzt mit 42 Punkten und einer Tordifferenz von plus 20 der beste Aufsteiger aller Zeiten zu diesem Zeitpunkt. Die Sachsen toppten damit sogar den 1. FC Kaiserslautern (42 Zähler, +18 Tore), der 1997/98 als einziger Aufsteiger der Bundesliga-Historie Meister wurde. Ob RB Leipzig bis zum Schluss da oben stehen bleiben kann? "Das fragen wir uns selbst. Die Antwort ist ganz einfach: Wenn wir so weiterspielen wie bisher, dann können wir das", so Werner. Der Youngster weiß aber auch: "Es sind noch 16 Spiele, da kann noch viel passieren."

RBL-Coach Ralph Hasenhüttl sieht es etwas lockerer. Beim Blick auf die Tabelle scherzte der Österreicher angesichts der übertroffenen 40-Punkte-Marke, man habe nun zumindest den Klassenerhalt sicher. "Die drei Punkte und ein guter Rückrundenstart waren enorm wichtig für uns", wollte Hasenhüttl die komfortable Tabellenposition nicht zu hoch hängen. Wichtig war ihm "die Erkenntnis, dass wir uns in dieser Saison bis hierher enorm weiterentwickelt haben", so der Leipziger Trainer. Über neue Saisonziele brauche man sich jetzt aber noch nicht zu unterhalten.  Erstmal gab der 49-Jährige seinem Team einen Tag frei. "Das haben sie sich verdient, zumal wir das erste Mal einem Rückstand hinterherlaufen mussten." Und ab Montag gilt die volle Konzentration dem nächsten Topspiel: Am kommenden Samstag gastiert die Hasenhüttl-Elf bei Borussia Dortmund - und damit dem nächsten Gegner aus dem oberen Drittel.

Aus Leipzig berichtet Andre Anchuelo

Video: Die Topstürmer der Bundesliga: