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Er brachte den Karlsruher SC aus dem Nichts auf die Siegerstraße, doch richtige Freude wollte bei Massimilian Porcello nicht aufkommen. Allenfalls professionelle Zufriedenheit.

"Dass ich nicht gejubelt habe, ist eine Respektssache", sagte der Mittelfeldspieler, der mit seinem Tor in der 16. Minute das 2:1 (1: 0) des KSC bei Arminia Bielefeld zum Auftakt des 7. Spieltages der Fußball-Bundesliga eingeleitet hat.

"Ich bin hier praktisch aufgewachsen, nachdem ich als junges Talent in den Verein gekommen bin und habe hier noch viele Freunde."

"Wir haben den Faden verloren"

Sofern diese unter den Zuschauern auf der Alm saßen, mussten sie miterleben, wie Bielefeld für einen zu Beginn engagierten Auftritt nicht belohnt wurde.

"Zunächst haben wir Druck aufgebaut, doch nach dem 0:1 haben wir den Faden verloren. Wenn bei uns ein Rädchen nicht ins andere greift, kommt so ein Spiel dabei heraus", sagte Arminen-Trainer Michael Frontzeck sichtlich geknickt.

Kauf nimmt es gelassen

"Wir haben schon oft Rückschläge erlebt und es gab schlimmere Niederlagen für uns", sagte Kapitän Rüdiger Kauf. "Für uns ist jedes Spiel nicht leicht."

Während Bielefeld nun einen sorgenvollen Blick nach unten werfen muss, da durch die Heimniederlage die direkten Konkurrenten vorbeiziehen konnten, hat sich Karlsruhe mit neun Punkten ins Mittelfeld vorgearbeitet und kann im Nachholspiel bei Eintracht Frankfurt (22. Oktober) nachlegen.

"Meilenstein zum Sieg"

"Wir dürfen uns von den drei Punkten nicht einlullen lassen und müssen höllisch aufpassen und hochkonzentriert bleiben", warnte KSC-Trainer Edmund Becker, dessen Team nach der Länderspielpause Bayern München empfängt.

Für die Vorentscheidung auf dem Weg zum ersten Sieg auf der Alm seit März 1997 und dem zweiten überhaupt sorgte Sebastian Freis (52.), nachdem Karlsruhe mit viel Schwung aus der Pause gekommen war.

"Das war dann der Meilenstein zum Sieg. Wobei wir auch das 3:0 hätten nachlegen und uns das 1:2 sparen können", sagte Becker, der nach dem Anschlusstreffer von Nico Herzig (86.) noch etwas zittern musste. "Wenn dann der Ausglich fällt, ist es eine gefühlte Niederlage."

Joker gezogen

Dass die Karlsruher nach anfänglichen Schwierigkeiten noch eine souveräne Vorstellung ablieferten, lag auch an der Abwehr um den zweikampfstarken Maik Franz.

Im Mittelfeld fällt die Zusammenstellung schon schwieriger. "Das sind Kleinigkeiten, die den Ausschlag geben." Doch wenn ein Spieler wie Porcello "seine Chance nutzt, kann ich ihn ja schlecht rausnehmen".

Der 28 Jahre alte Torschütze zog stattdessen seinen Joker. "Einmal pro Saison dürfen wir entscheiden, nach einem Auswärtsspiel nicht mit zurückzufahren", erklärte Porcello.