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Frankfurt - Elf Mal hat er schon in der Bundesliga getroffen, jetzt hat er den BVB mit seinem goldenen Tor gegen Eintracht Frankfurt ins Halbfinale des DFB-Pokals geführt - und das war für Pierre-Emerick Aubameyang ein Treffer mit Ansage, wie der Stürmer der Borussia nach der Partie lächelnd erzählte.

Während der Gabuner nach dem 1:0-Erfolg der Dortmunder in Frankfurt die Partie und sein Tor im Interview noch einmal Revue passieren ließ, setzte nur ein paar Meter weiter sein Trainer zu einer kleinen Lobeshymne auf Aubameyang an. "Vor dem Tor ist er eine Waffe“, stellte Jürgen Klopp in einer Mischung aus Freude und Wertschätzung für den pfeilschnellen Stürmer mit dem ausgeprägten Torinstinkt fest. Kleiner humoristischer Nachsatz: "Wenn er so verrückt wäre wie seine Klamotten oder seine Frisuren, dann wäre das schlimm. Aber so ist alles in Ordnung.“

Salto nach dem goldenen Tor

Umso mehr, da der 25-Jährige mit dem Faible für extravagante Haarschnitte, schnelle Autos und schrille Kleidung in letzter Zeit gerne mal zum Matchwinner für die Borussia avanciert. In Frankfurt lieferte er erst eine auch kämpferisch engagierte Partie ab, dann köpfte er den BVB in der 83. Minute nach einem hitzigen Spiel hinein ins Glück - Salto beim Torjubel inklusive.

Nach dem Spiel sprach ein ebenso erschöpfter wie glücklicher Pierre-Emerick Aubameyang über Tor-Prophezeiungen, Motivationshilfen und Nerven.

Frage: Pierre-Emerick Aubameyang, wie hat es sich angefühlt, als der Ball sieben Minuten vor dem Ende endlich im Frankfurter Netz zappelte?

Pierre-Emerick Aubameyang: Das Tor war für mich eine ganz besondere Emotion, ein tolles Gefühl. Sebastian Kehl hat mir vor dem Spiel gesagt, dass ich diese Partie mit einem Tor entscheiden werde. Dass ausgerechnet er dann nach der Ecke von Micki (Henrikh Mkhitaryan) den Kopfball verlängert und mir damit die Vorlage liefert - einfach perfekt! Das war ein ganz toller Moment!

Frage: Der Sieg für den BVB war letztlich verdient, aber auch hart erkämpft.

Aubameyang: Es war ein sehr intensives Spiel. Es gab auf beiden Seiten viele Zweikämpfe und die Partie war bis zur letzten Minute sehr umkämpft mit vielen Laufduellen. Es war ein typisches Pokalspiel mit allem, was dazu gehört. Zum Glück mit dem perfekten Ende für uns.

Frage: Wie viele Nerven hat die Partie eigentlich gekostet? Vor allem in der ersten Halbzeit hat der BVB wieder einige Chancen nicht genutzt.

Aubameyang: Es war eigentlich kein Problem für uns, wir sind ruhig geblieben. Das Spiel stand lange auf des Messers Schneide und der Trainer hat uns auch besonders mit auf den Weg gegeben, dass wir die Ruhe behalten und eben nicht nervös werden. Wir glauben an uns, das hat man unserem Spiel angesehen. Wir wussten, dass wir irgendwann den Treffer machen würden. Das war entscheidend!

Frage: Vor kurzem die beiden Treffer in Braunschweig, jetzt das Siegtor gegen Frankfurt: Gewöhnen Sie sich langsam an die Rolle des Matchwinners?

Aubameyang: Ach nein, das ist doch gar nicht so wichtig, wer das Tor macht. Fußball ist ein Mannschaftssport und wir stehen alle zusammen als Mannschaft auf dem Platz. Natürlich bin ich glücklich, wenn ich mit meinen Toren zu einem Sieg beitragen kann. Aber das Entscheidende ist doch, dass wir gewonnen haben und jetzt im Halbfinale stehen.

Frage: Der Großteil Ihrer Mitspieler weiß ja schon, wie sich ein Pokalfinale in Berlin anfühlt. Hat man Ihnen auch schon alles erzählt über den Triumph 2012?

Aubameyang: Oh ja, meine Mitspieler haben mir schon sehr viel davon erzählt. Ich weiß, um was es geht und welche Bedeutung dieses Finale in Berlin hat. Der Trainer hat uns vor dem Achtelfinale in Saarbrücken einen Film gezeigt vom Pokalsieg 2012. Das war sehr beeindruckend. Dieses Mal gab es keinen Film, aber die Bilder habe ich noch im Kopf. Ich bin daher sehr glücklich, dass wir in Franfurt gewonnen haben. Jetzt schaffen wir hoffentlich auch den letzten Schritt nach Berlin.

Aus Frankfurt berichtet Dietmar Nolte