ANZEIGE

Gelsenkirchen - Oberflächlich betrachtet hat der FC Schalke 04 mit der Verpflichtung von Eric Maxim Choupo-Moting einen unmittelbaren Nachfolger für den zu 1899 Hoffenheim gewechselten Adam Szalai gefunden. Doch der Nationalspieler Kameruns soll bei den Knappen viel mehr sein als ein neuer Ersatzmann für Top-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar.

Wenn Horst Heldt über die Fähigkeiten seines Neuzugangs spricht, dann ist ihm ein Aspekt ganz besonders wichtig. "Er ist ein Spieler, der variabel einsetzbar ist", sagt der Schalker Manager. "Mit seiner Größe ist Eric ein Stürmer, der als klassischer Neuner zentral aufgeboten werden kann. Er hat seine Stärken aber auch auf der Außenbahn oder als hängende Spitze."

Keller kann sein System variieren

Es ist diese Flexibilität, die Choupo-Moting in der neuen Saison für Trainer Jens Keller und Schalke 04 besonders wertvoll machen kann. Der 25-Jährige verschafft seinem neuen Coach mehr Möglichkeiten bei der Zusammenstellung einer schlagkräftigen Offensive. Dabei ist der gebürtige Hamburger, der in der abgelaufenen Saison in 32 Bundesligaspielen für den 1. FSV Mainz 05 zehn Tore erzielt und drei weitere Treffer vorbereitet hat, zunächst einmal ein echter Konkurrent für Huntelaar, der durch den neuen Mitspieler permanent angespornt sein sollte.

Die ersten Aussagen der Schalker Verantwortlichen deuten indes darauf hin, dass der 1,90 Meter große Offensivspieler nicht anstelle, sondern an der Seite des niederländischen Nationalspielers auflaufen soll. "Wir planen mit ihm in erster Linie auf einer zentralen Position im Offensivbereich", erklärt Heldt. Fakt ist, dass Keller dank Choupo-Moting künftig bei Bedarf sein 4-2-3-1-System auch in ein 4-4-2 oder 4-1-3-2 ändern könnte. Mit Szalai und Huntelaar, die sehr ähnliche Spielertypen verkörpern, war das kaum möglich.

Stärken auf der Außenbahn

Zunächst einmal könnte der in der Nachwuchsabteilung des Hamburger SV ausgebildete Choupo-Moting jedoch weder Konkurrent noch Partner von Huntelaar sein. Stattdessen ist der Vater eines neun Monate alten Sohnes angesichts der Knieverletzung von Jefferson Farfan, der sich am Montag einer Operation unterziehen muss und auf unbestimmte Zeit ausfällt, eine wichtige Option als Aushilfe auf der Außenbahn. 

Dass er auch dort mit seiner Ballsicherheit, viel Tempo und einem guten Abschluss eine Bereicherung sein kann, bewies er nicht zuletzt Anfang Juni beim Länderspiel gegen Deutschland, als er sich über die linke Seite durchsetzte und mit einem präzisen Schuss den 2:2-Endstand erzielte.

Bis Keller im Training herausfinden kann, welche der möglichen Rolle am besten zu Choupo-Moting passt, wird es allerdings noch ein wenig dauern. Der Stürmer befindet sich nach seinen Einsätzen für Kamerun bei der Weltmeisterschaft in Brasilien noch im Urlaub. "Geplant ist, dass Eric ebenso wie einige der anderen WM-Fahrer am 16. Juli auf Schalke ins Training einsteigt", berichtet Heldt (Schalkes Sommerfahrplan).

Stefan Schinken