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Sinsheim - Die Borussia steuert nach einer erneut überragenden Leistung gegen die TSG Hoffenheim voll auf die direkte Qualifikation für die Champions-League zu. Schon sieben Spiele sind die "Fohlen" nun ungeschlagen - und wie schon beim Auswärtssieg in München zeigten sie auch beim ersten Sieg der Vereinsgeschichte in Hoffenheim die hohe Kunst des Fußballspielens.

Um diese Qualität auch in den nächsten Jahren halten zu können, verpflichtete Manager Max Eberl unter der Woche Hannovers Kapitän Lars Stindl für die neue Runde. Und auch die Vertragsverlängerung von Patrick Herrmann bis Ende Juni 2019 setzt klare Zeichen. Herrmann dankte es dem Club gleich mit einer herausragenden Leistung. Der 24 Jahre junge Flügelflitzer erzielte zwei Tore selbst und war an den anderen beiden als Vor- oder Wegbereiter beteiligt. Nach dem Abpfiff sprach der Saarländer über seine Vertragsverlängerung und die Ziele mit der Borussia.

Frage: Das war ja überragender Fußball, den die Borussia gespielt hat, oder?

Herrmann: Ja, das stimmt, der Ball ist gut gelaufen. Hoffenheim hat die Taktik verfolgt, uns früh zu pressen. Das haben wir aber hervorragend gelöst und extrem gut hintenheraus gespielt. Dann sind natürlich Räume da und wir können vorne Gas geben.

Frage: Eure Tore sind fast alle über die Linke Seite herausgespielt worden, war das so abgesprochen?

Herrmann: Links oder rechts durchstecken und dann vorne rum passen - so versuchen wir immer zu spielen. Das gelingt uns sehr gut in vielen Spielen und das ist uns heute auch sehr gut gelungen. Es ist immer gefährlich, wenn der Ball zwischen der Viererkette und dem Torhüter durchgespielt wird. Da kann man dann immer reinrutschen, so wie ich beim 2:1.

"Ich fühle mich wohl in Gladbach"

Frage: Sie haben den Vertrag unter der Woche verlängert, heute zwei Tore geschossen und waren an den anderen beiden beteiligt...

Herrmann: ...ja, es könnte nicht viel besser laufen. Ich fühle mich wohl in Gladbach, das habe ich schon öfter gesagt. Es ist jetzt auch gut, dass ich verlängert habe. Ich habe den Kopf frei für die nächsten Jahre, dann kann man auch Leistung bringen. Das tut nicht nur mir gut, sondern der ganzen Mannschaft wie man heute gesehen hat.

Frage: Die Lust auf die Champions-League ist jetzt natürlich noch einmal gewachsen, oder?

Herrmann: Wir haben es selbst in der Hand, das zu schaffen. Es sieht sehr gut aus bisher. Wir dürfen uns aber nicht darauf ausruhen, was wir bereits geschafft haben. Wenn uns das gelingt, dann könnte es in diesem Jahr auch was werden.

Frage: Jetzt steht erstmal das DFB-Viertelfinale bei Drittligist Arminia Bielefeld an.

Herrmann: Das ist natürlich auch brutal. Wir waren ja schon einmal gegen Bayern im Halbfinale, da sind wir knapp rausgeflogen. Aber da wollen wir wieder hin: Ein Halbfinale zu spielen, ist eine riesige Sache, wir haben am Mittwoch die Chance wieder ins Halbfinale einzuziehen, und diese wollen wir nutzen.

Frage: Besteht nach den Siegen in München und Hoffenheim die Gefahr, dass Ihr Bielefeld unterschätzt?

Herrmann: Die Gefahr besteht immer. Aber Bielefeld ist ja nicht umsonst so weit gekommen im DFB-Pokal. Wir müssen die Favoritenrolle annehmen, klar im Kopf sein und Gas geben. Es ist aber immer schwer, gegen unterklassige Gegner. Wer jedes Jahr das Pokalfinale schaut, der sagt sich, da will ich auch mal hin. Und dazu muss man einfach klar im Kopf sein und Gas geben.

Aus Hoffenheim berichtet Tobias Schächter