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Berlin - Nach der deutlichen 0:6-Heimniederlage von Hertha BSC gegen den glänzend aufgelegten FC Bayern München sind die Berliner auf den 17. Tabellenplatz abgerutscht. Trainer Otto Rehhagel nimmt zur deutlichen Abfuhr Stellung und blickt bereits nach vorne.

Frage: Herr Rehhagel, was waren die Gründe für die Niederlage?

Otto Rehhagel: Mir war im Vorfeld klar, dass es für uns eine sehr sehr schwierige Aufgabe wird. Ich habe die Mannschaft so gestellt, dass wir aus der Defensive spielen, um lange dem ersten Tor zu entgehen. Dann wollten wir unsere Fehlerquote auf ein Minimum reduzieren, aber das ist uns nicht gelungen. Ich hatte vorher vor den beiden Außen Robben und Ribery gewarnt. Wir wollten die Passgeber auf Robben und Ribery zustellen - das ist uns nicht gelungen. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Die Bayern haben eine außergewöhnliche individuelle Klasse. Da hatten wir heute einfach keine Chance. Wir haben aber auch mit den unnötigen Elfmetern mit dazu beigetragen.

Frage: Was macht sie zuversichtlich, dass Sie nochmal einen Stimmungsumschwung bewirken können?

Rehhagel: Sonntag und Montag müssen die Spieler die Niederlage verarbeiten. Es nützt nichts, das Spiel ist vorbei. Wir haben bitter verloren, müssen aber am nächsten Wochenende wieder in Mainz antreten. Wir sind ja noch nicht abgestiegen. Wir haben noch alle Chancen und die müssen wir bis zur letzten Sekunde nutzen.

Frage: Sie haben eine Woche an der Taktik getüftelt. Am Ende ist dabei herausgekommen, dass Fanol Perdedaj als Rechtsverteidiger gespielt hat. Was hat den Ausschlag gegeben und warum hat es nicht geklappt, wie Sie sich das vorgestellt haben?

Rehhagel: Wir haben ja dann umgestellt und Alfredo Morales gestellt, aber der hat auch Elfmeter verursacht. Es ist eben schwer gegen Ribery zu spielen. Da braucht man auch mal Glück und immer doppeln. Aber das war in den Situation nicht immer der Fall.

Frage: Sie haben im Vorfeld betont, dass man sich nicht 'abschlachten' lassen darf. Wieso sah es dennoch zeitweise nach einer Vorführung aus?

Rehhagel: Wir sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen und wenn wir dann mal reingegangen sind, gab's Elfmeter. Da bekommen die Jungs natürlich auch ein bisschen Angst in den Zweikämpfen.

Frage: Sie haben beim Antritt gesagt, Sie haben nichts zu verlieren. Sind Sie immer noch dieser Überzeugung?

Rehhagel: Ich bin der Überzeugung, dass wir das noch schaffen können. Rechnerisch ist ja noch alles möglich. Solange alles möglich ist, muss gefightet werden.

Frage: Haben Sie Hertha BSC überschätzt?

Rehhagel: Nein, ich wusste ja, worauf ich mich eingelassen habe. Wir müssen in die Kreditabteilung, Uli Hoeneß geht ans Festgeldkonto. Das haben wir im Spiel gesehen.

Frage: Fehlt es der Mannschaft besonders eklatant an einem Spieler, an dem sich das Team auch einmal in schwierigen Situation aufrichten kann?

Rehhagel: Wir haben die Spieler, die wir haben. Das nutzt alles nichts. Jetzt heißt es, das nächste Spiel in Mainz angehen. So schwer es auch fällt.