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Kapitän Cris ist angeschlagen und die Ausgangslage nach der 0:1-Pleite im Hinspiel denkbar ungünstig - doch Olympique Lyon glaubt weiter an den großen Coup.

"Wir wollen das Ticket fürs Finale - und wir holen es uns hier am Dienstag im eigenen Stadion", sagt Coach Claude Puel vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker).

"Werden unsere Fehler korrigieren"

Der siebenmalige französische Meister baut dabei vor allem auf drei Faktoren: Auf seine Heimstärke im Stade Gerland, auf die mit sechs Tagen Pause gelungene Vorbereitung und darauf, dass ihm nicht noch einmal eine so schwache Leistung wie in der vergangenen Woche in München unterlaufen wird.

"Wir müssen mit anderer Einstellung und Mentalität ins Spiel gehen. In München haben wir viel zu defensiv gespielt, das müssen wir ändern. Aber wir werden unsere Fehler korrigieren", sagt der Star des Teams, Stürmer Lisandro Lopez. Der Argentinier hat sich nach dem Tritt von Bayerns Franck Ribery im Hinspiel "noch nicht vollständig erholt", wie er meint. Er kann aber spielen.

Toulalan fehlt gesperrt

Der Ex-Leverkusener Cris dagegen ist laut Trainer Puel "fraglich". Er hat Verletzungen an Knie und Hüfte, will sich aber durchbeißen. Cris' Partner in der Innenverteidigung, Jean-Alain Boumsong, ist anders als im Hinspiel sicher dabei. Passen müssen Abwehrspieler Mathieu Bodmer und Jeremy Toulalan nach der Gelb-Roten Karte von München. "Dass 'Toule' fehlt, ist für uns sehr schlecht", sagt Lisandro Lopez.

Dennoch hat Olympique große Hoffnung, dass es mit der ersten Finalteilnahme in Europa doch noch klappt. "Wir wollen Geschichte schreiben", äußert Rechtsverteidiger Anthony Reveillere, und Trainer Puel ergänzt: "Mir gefällt die Ausgangslage nach dem 0:1 im Hinspiel. Unter Druck sind wir immer am besten. Wir müssen einfach nur unser normales Niveau erreichen, dann haben wir sehr gute Chancen." Der angeblich größte Trumpf Lyons: "Die Bayern werden hier unsere Fans kennenlernen - mit all dem Druck, den sie machen können."

OL hofft auf Unterstützung der Fans

43.051 Zuschauer erwarten die Bayern im Gerland, rund 40.000 davon werden ihre Lyonnais nach vorne brüllen. "Das ist das größte Spiel in der Geschichte des Clubs - und es ist noch nicht vorbei. Die Fans werden mit 200 Prozent hinter der Mannschaft stehen, und dann kann es Lyon noch schaffen", sagt Ex-Nationalspieler Bernard Lacombe, der dem Club als Berater zur Seite steht.

Auch Lopez sprach von einem "historischen Moment für den Verein und alle Spieler". Wegen der Bedeutung hatte Lyon auch erwirkt, dass sein für den vergangenen Samstag angesetztes Ligaspiel gegen Monaco auf den 12. Mai verlegt wurde.

"Wir wissen, wie es geht"

"Wir haben uns gut erholt", sagt Reveillere über die unverhoffte Pause. Die soll helfen, die Serie von drei Heimsiegen in der Königsklasse auf vier auszubauen. Die letzte Heimpleite in der Champions League gab es übrigens vor acht Spielen: Beim 2:3 am 10. Dezember 2008 - gegen den FC Bayern.

Doch das soll am Dienstag keine Rolle spielen. "Die Bayern haben einen leichten Vorteil wegen des Hinspiel-Ergebnisses. Aber wir haben noch eine gute Chance. Und wir wissen, wie es geht", sagt Reveillere.