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Hamburg - Reinhängen beim Kicken statt nächtliches Abhängen auf der Straße gilt auch im Hamburger Stadtteil Altona/Osdorf. Dort lockt seit einigen Wochen der MitternachtsSport Jugendliche in die Sporthalle des ReBBZ Altona West und schafft damit Bewegungs- und Begegnungsmöglichkeiten in einem sogenannten sozial benachteiligten Quartier der Hansestadt. Der Kick zur späten Stunde findet freitags von 19:00 bis 1:00 Uhr statt und wird von der gemeinnützigen Einrichtung Nestwerk e.V. umgesetzt.

Der offizielle Anstoß erfolgte nun am Ort des Geschehens, gemeinsam mit Projektteilnehmern und Förderern. Neben der Bundesliga-Stiftung, die seit 2013 mit der ebenfalls engagierten Alexander Otto Sportstiftung im Rahmen des MitternachtsSports kooperiert, setzt sich das Bezirksamt Altona für das ausgezeichnete Präventionsprojekt ein. Als Clubpartner konnte der Bundesligist Hamburger SV gewonnen werden.

Professionelle pädagogische Begleitung

"Das Angebot richtet sich an Jugendliche in Wohngebieten, denen es an Treffpunkten fehlt. Der Sport dient der Stärkung des Verantwortungs- und Selbstwertgefühls, dem Akzeptieren von Regeln und der Achtung des Anderen", formulierte Rando Aust, Vorstandsvorsitzender der Alexander Otto Sportstiftung, die Zielsetzung.

Bereits seit 2011 den MitternachtsSport in Berlin fördernd stellte Stefan Kiefer, Vorstandsvorsitzender der Bundesliga-Stiftung, die Bedeutung von Beziehungsarbeit heraus: "Die Teilnehmer mit unterschiedlichster Herkunft haben beim MitternachtsSport nicht nur gemeinsamen Spaß, sie erhalten auch die Chance in einem vertrauten Umfeld voneinander zu lernen und miteinander umzugehen. Besonders wichtig ist hierbei die professionelle pädagogische Begleitung!"

Patrick Owomoyela engagiert sich als Pate

Mit Ismail Öner, Geschäftsführer des Berliner MitternachtsSport e.V., erzählte solch ein Profi-Pädagoge aus der Praxis, worauf es bei der Arbeit mit den Jugendlichen ankommt. "Die Herzfrequenz muss stimmen - nur so entsteht Vertrauen und die Bereitschaft, sich zu öffnen. Der Fußball dient quasi als Türöffner, um junge Menschen Halt und Orientierung zu geben."

Die kurzweilige Projekteröffnung mit TV-Sportmoderator Lou Richter rundeten HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer sowie Ex-Profi und Projektpate Patrick Owomoyela ab. Die beiden ehemaligen Nationalspieler berichteten sehr persönlich von ihrem Zugang zum Fußball und ihrer Entwicklung, die sie dem Mannschaftssport zu verdanken haben. Mit dieser extra Portion Motivation startete dann das Wesentliche - ein Filzball, zwei Teams und zwei zu Toren umfunktionierte Matten. Los ging’s...