ANZEIGE

München - Nach acht Spieltagen sollte die Tabelle der Bundesliga so langsam Formen annehmen, aber insbesondere in der oberen Tabellenhälfte drängeln sich die Clubs. Gleich acht Teams rangieren innerhalb eines Punkteabstands von nur drei Zählern.

Derweil müssen die Teams im Tabellenkeller aufpassen, dass sie nicht den Anschluss verlieren. Da kommt die Länderspielpause ganz gut, um neue Kraft zu tanken. Allerdings ist die Tabelle nicht das einzige Indiz dafür, bei welchen Clubs es gerade läuft oder auch nicht. bundesliga.de hat einen Blick in die Datenbank geworfen und erklärt, welche Teams derzeit sehr gute Leistungen abrufen und wer noch Luft nach oben hat. Teil 3 nennt die Clubs, die noch viel Luft nach oben haben.

VfL Wolfsburg:

Der VfL Wolfsburg führt das Sextett an, das nach acht Spieltagen immer noch eine einstellige Punktezahl auf dem Konto hat. Dabei gelang den "Wölfen" zum Auftakt ein Start nach Maß, setzten sie sich doch mit einem 3:0-Auswärtserfolg beim 1. FC Köln gleich an die Tabellenspitze. Der Höhenflug hielt jedoch nicht lange an. Zwar gewannen die Niedersachsen zuletzt ihre beiden Heimspiele gegen Schalke und Kaiserslautern, doch auf fremden Plätzen setzte es vier Pleiten in Folge.

Bei den Wolfsburgen fehlen einfach noch die Automatismen. Der Kader wurde durch die Last-Minute-Transfers von Kyrgiakos, Chris, Cale, Jönsson sowie Hleb erst spät fertiggestellt. VfL-Trainer und Geschäftsführer Felix Magath ist daher noch am experimentieren. Von allen Trainern setzte er mit 25 Akteuren die meisten Spieler ein. Und das macht sich bemerkbar. So kassierte sein Team neun der insgesamt 15 Gegentore in den ersten 45 Minuten. Positiv: Die Wolfsburger sind fit. Drei ihrer neun Tore erzielten sie in der Schlussviertelstunde.

1. FSV Mainz 05:

Der Start mit Siegen über Leverkusen und Freiburg und Rang 1 nach dem zweiten Spieltag weckte bei den Mainzer-Anhängern Erinnerungen an die Vorsaison, als die Rheinhessen sogar die ersten sieben Partien für sich entscheiden konnten. Doch die sind längst wieder verfolgen. Seit sechs Partien ist die Tuchel-Elf sieglos.

Die Lücke, die die Leistungsträger Christian Fuchs, Lewis Holtby und Andre Schürrle im Sommer hinterließen, konnte bislang noch nicht geschlossen werden. Im Spiel fehlt zumeist noch die Ordnung, die die Mainzer in der Vorsaison noch so ausgezeichnet hatte. So stellt die Tuchel-Elf mit 18 Gegentoren, die drittschlechteste Defensive der Bundesliga. Zudem scheinen die Neuzugänge mit dem intensiven Mainzer Spiel noch nicht zurechtzukommen, kassierten die "05er" doch bereits sechs Gegentore in der Schlussviertelstunde, das sind bundesligaweit die meisten. Auch eine 1:0-Führung scheint ihnen keine Sicherheit zu geben. Sechs Mal gingen sie in Front, heraus sprangen aber nur zwei Siege. Zudem gab es in der neuen Coface-Arena zuletzt drei Niederlagen in Folge.

SC Freiburg:

Die Erleichterung nach dem 1:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach war bei den Anhängern, den Spielern und Trainer Marcus Sorg deutlich zu spüren. Mit dem zweiten "Dreier" in dieser Spielzeit verschaffte sich der SC Freiburg zumindest vorübergehend etwas Luft im Tabellen-Keller. Doch das ist kein Grund zum Zurücklehnen, es gibt noch viele Defizite aufzuarbeiten.

Vor allem mit dem Defensivverhalten kann sich Sorg nicht zufrieden zeigen. Die 22 Gegentreffer sind negativer Bestwert, zwölf davon fielen in den letzten 30 Minuten. Vor allem auswärts fehlt noch die Kompaktheit. Auf fremden Plätzen musste Schlussmann Oliver Baumann bereits 18 Mal "die Torfabrik" aus dem eigenen Netz holen. Insgesamt ließ die Sorg-Elf bereits 55 gegnerische Torschüsse zu, das sind bundesligaweit die meisten. Deshalb nahm der Sport-Club nun Verteidiger Andreas Hinkel unter Vertrag. Auch im Spiel nach vorne ist noch Luft nach oben. Nach Standardsituationen gelang ihnen erst ein Treffer - kein Team ist ungefährlicher.

1. FC Kaiserslautern:

Es gibt eine Floskel, die besagt, dass das zweite Jahr für einen Aufsteiger immer schwerer sei als das erste. Das scheint auf den 1. FC Kaiserslautern zuzutreffen. Nachdem der letztjährige Aufsteiger in der Vorsaison am Ende überraschend den 7. Platz belegte, steht nun nach acht Spieltagen nach nur einem Sieg Rang 16 zu Buche. Vor allem die Offensivabteilung bereitet Trainer Marco Kurz Kopfzerbrechen.

Die Abgänge von Srdjan Lakic, Ivo Ilicevic, Jan Moravek und Erwin Hoffer, die in der vergangenen Spielzeit für 31 der insgesamt 48 Lauterer Treffer zuständig waren, konnten durch die Neuzugänge von Richard Sukuta-Pasu, Itay Shechter oder Dorge Kouemaha nicht kompensiert werden. Mit nur fünf Toren stellen die Pfälzer den harmlosesten Angriff der Bundesliga. Mit nur 4,2 Prozent haben die "Betze-Buben" die geringste Trefferquote von allen Teams. Zudem geriet die Kurz-Elf in sieben von acht Spielen in Rückstand, woraus fünf Niederlagen resultierten. Überhaupt konnte U-21-Nationaltorhüter Kevin Trapp bisher noch nicht zu Null spielen.

FC Augsburg:

Acht Mal hat es der FC Augsburg versucht, acht Mal hat es nicht geklappt. Der 51. Neuling in der Bundesliga-Geschichte wartet immer noch auf seinen "Dreier" in der höchsten Spielklasse. Vier Remis stehen vier Niederlagen gegenüber, vor allem im Angriff drückt der Schuh.

Zwar erzielte Neuzugang Sascha Mölders an den ersten beiden Spieltagen alle drei Augsburger Treffer, doch seitdem ist der Angreifer torlos. Insgesamt gab der FCA 97 Torschüsse ab, von denen jedoch nur 6,2 Prozent im Netz zappelten. Der Neuling hat zudem große Probleme im eigenen Spielaufbau. Von allen Teams hat die Elf von Trainer Jos Luhukay mit nur 42 Prozent den geringsten Ballbesitz-Anteil und mit 22 Prozent zudem auch noch eine hohe Fehlpassquote. Und wenn aus dem Spiel heraus wenig geht, dann sollte zumindest bei den eigenen Standardsituationen so etwas wie Gefahr entstehen. Fehlanzeige - den Fuggerstädtern gelang erst ein einziges Tor nach einer Ecke.

Hamburger SV:

Dass der angekündigte Umbruch so viele Probleme mit sich bringen würde, damit hätten die Anhänger des Hamburger SV vor der Saison nicht gerechnet. Trainer Michael Oenning musste bereits nach dem sechsten Spieltag seinen Hut nehmen. Überhaupt kassierten die Hamburger mit sechs Niederlagen die meisten Pleiten und haben somit die "Rote Laterne" inne.

Es gibt noch viel zu verbessern bei den "Rothosen" - vorne wie hinten. Bisher kamen Mladen Petric, Paolo Guerrero und Co. erst 82 Mal zum Torschuss, nur der 1.FC Köln hat weniger Versuche. Das Spiel über die Außenbahnen ist zudem wenig effektiv, fanden von den 87 geschlagenen Flanken doch nur 11,5 Prozent den richtigen Abnehmer. Bei gegnerischen Standardsituationen fehlt zudem die Zuordnung, fielen doch schon acht der insgesamt 20 Gegentore nach einem ruhenden Ball. Sechs Kopfballgegentreffer sind zusammen mit dem SC Freiburg Bundesliga-Minuswert. Ganz oben stehen die Norddeutschen dagegen bei den eigenen Toren nach Standards. Gleich sechs ihrer neun Treffer erzielten sie nach einem Eckball, Freistoß oder per Strafstoß.

Robin Schmidt

Hier geht es zum ersten Teil: In Top-Form

Hier geht es zum zweiten Teil: Gut drauf