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Der Auftritt des VfL Wolfsburg gegen Besiktas lieferte weder Fisch noch Fleisch. Sollten die "Wölfe" nach dem torlosen Remis vorerst mit Platz 2 in der Gruppenphase der Champions League zufrieden sein, oder eher den vielen vergebenen Chancen und einer viel besseren Tabellenkonstellation nachtrauern?

Spieler und Verantwortliche waren sich nach dem Schlusspfiff auch nicht schlüssig. "Mit dem Spiel können wir zufrieden sein. Mit dem Ergebnis natürlich nicht, denn wir wollten heute drei Punkte holen", erklärte Trainer Armin Veh nach der Partie.

Innenverteidiger Alexander Madlung analysierte hingegen: "Wir hätten den Sieg verdient gehabt. Aber wenn man den Spielverlauf über die gesamten 90 Minuten sieht, dann müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein."

Nihat sieht ein "Finale"

Nach drei Spieltagen hat der Deutsche Meister in der Gruppe B vier Punkte auf der Habenseite und rangiert damit hinter Favorit Manchester United und vor ZSKA Moskau (drei Zähler). Besiktas liegt mit nur einem Punkt auf dem letzten Platz. In gut zwei Wochen steigt das Rückspiel gegen die Türken in Istanbul. Eine vielleicht vorentscheidende Partie im Kampf um den Einzug in die nächste Runde.

"Wir haben uns vorgenommen, aus den beiden Spielen gegen Besiktas vier Punkte zu holen. Jetzt müssen wir eben ins Istanbul gewinnen. Und wenn wir das schaffen, dann sind wir auf einem sehr guten Weg", sagte Nationalspieler Christian Gentner.

Aber auch der Gegner ist sich der Brisanz dieses Rückspiels bewusst. "Für uns ist das ein Finale. Wir müssen gewinnen und werden vor heimischem Publikum alles geben, um die drei Punkte einzufahren", versprach Besiktas-Angreifer Nihat gegenüber bundesliga.de.

Unterstützung für Grafite

In Istanbul nicht mit dabei sein wird Wolfsburgs Stürmer Grafite. Der Brasilianer sah in der 74. Minute die Rote Karte. Nach einem Gerangel im Strafraum wischte er seinem Gegenspieler Ibrahim Kas die linke Hand durchs Gesicht. Schiedsrichter Roberto Rosetti entschied zu Recht auf Platzverweis.

"Das war eine hitzige Situation. Sicherlich nicht schön, aber das kann jedem Spiele mal passieren", nahm Kapitän Josue seinen Landsmann Grafite in Schutz. Josue ist sich aber sicher, dass Grafite mit der Situation klar kommt.

"In der vergangenen Saison hat er auf einem Höhepunkt gespielt. Nun kennen ihn alle und er bekommt eine Menge Aufmerksamkeit. Er braucht jetzt wieder Selbstvertrauen. Und das kommt, wenn er wieder Tore schießt. Dann läuft alles wieder von alleine", verdeutlichte Josue.

Noch ein Sieg für die Zwischenrunde?

Auch ohne Grafite: Mit einem Sieg bei Besiktas könnten Wolfsburg schon fast sicher mit der Zwischenrunde planen. Zumindest, wenn man den Worten des türkischen Trainers Mustafa Denizli Glauben schenkt. "Mit sieben Punkten ist alles möglich", prophezeit er.

In dem Fall wäre der Punktgewinn für den VfL am Ende wohl doch eher als Erfolg zu werten.

Aus Wolfsburg berichtet Michael Reis