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Berlin - Nico Schulz ist in dieser Saison bislang der jüngste Stammspieler bei Hertha BSC. Das war vor Beginn dieser Spielzeit nicht unbedingt zu erwarten.

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  • Hinweis: Dieser Text ist Teil der bundesliga.de-Serie "Die jüngsten Stammspieler der Bundesliga". Hier geht es zur Übersicht aller Teile.
  • Obwohl der 21-Jährige enorm flexibel ist, hatten sie in Berlin auf all seinen potentiellen Positionen die Konkurrenz erhöht. Als Linksverteidiger muss der Youngster nun nicht nur mit dem erfahrenen Johannes van den Bergh konkurrieren, sondern auch mit dem aus Nürnberg gekommenen Marvin Plattenhardt. Für die offensiven Außenbahnen holte Sportdirektor Michael Preetz mit Genki Haraguchi, Roy Beerens und Valentin Stocker richtig viel Qualität an die Spree.

    Luhukay: "Sehr flexibler Spieler"

    Herthas Trainer Jos Luhukay testete den gebürtigen Berliner in der Sommervorbereitung zusätzlich noch im defensiven Mittelfeld. Schulz sei "ein sehr flexibler Spieler", lobte der Coach schon damals: "Er kann auf der linken Außenbahn hinten oder im Mittelfeld und auch im defensiven Mittelfeld spielen." Mit so einem Spieler könne man auch mal während einer Partie die Taktik ändern, ohne wechseln zu müssen.

    Bei den Fans im Olympiastadion hat Schulz ohnehin einen Stein im Brett: Nicht nur, dass er in der Hauptstadt geboren wurde. Nach seinen ersten fußballerischen Schritten beim Weddinger Verein BSC Rehberge wechselte er schon als Siebenjähriger zur Hertha und durchlief dort sämtliche Jugendmannschaften. Verlockungen großer Clubs, wie etwa des FC Liverpool, hielt er stand. Schulz wollte sich bei "seiner" Hertha durchsetzen - ein Eigengewächs ganz nach dem Geschmack der Fans.

    Schulz von Anfang an Stammspieler

    Aber weil die bekanntlich nicht die Mannschaft aufstellen, musste Schulz diese Saison damit rechnen, sich das eine oder andere Mal auf der Bank wiederzufinden. So wie es derzeit den anderen Eigengewächsen im Profikader der Hertha ergeht: John-Anthony  Brooks, der mit den USA immerhin an der WM in Brasilien teilnahm. Und Hany Mukhtar, der im Sommer mit der deutschen U19-Nationalmannschaft Europameister wurde.

    Doch Schulz war in seiner zweiten Saison in der Bundesliga von Anfang an als Stammspieler gesetzt. Zunächst links hinten, dann zwei Mal im linken Mittelfeld, beim Gastspiel in Freiburg wieder als Außenverteidiger. Dort musste er kurz vor Schluss wegen einer Notbremse vom Platz, zwei Spiele Sperre waren die Folge.

    "Nico hat einen Riesensprung gemacht"

    Zur letzten Partie vor der Länderspielpause war Schulz wieder einsatzberechtigt. Und Luhukay garantierte seinem Youngster, ungewöhnlich für den Niederländer, schon lange vorher den Einsatz: "Er macht einen frischen und starken Eindruck", erklärte Luhukay. So hatte der Linksfuß auch am 3:2-Sieg gegen den VfB mit einer soliden Leistung seinen Anteil. Erneut demonstrierte Schulz seine Stärken in punkto Tempo und Dynamik. Doch auch in anderen fußballerischen Bereichen habe Schulz laut Luhukay "einen Riesensprung gemacht in seiner Entwicklung".

    Das weiß auch U21-Nationaltrainer Horst Hrubesch, der Schulz für die Playoffs in der EM-Qualifikation gegen die Ukraine nominierte. Sieben Einsätze in der Junioren-Nationalmannschaft hat der Herthaner schon auf dem Buckel. Und nicht nur mit Blick auf die "Alte Dame", sondern auch auf eine mögliche Beförderung in die A-Nationalmannschaft gilt: Gute Linksverteidiger sind immer gefragt.

    Aus Berlin berichtet André Anchuelo